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Jahresbilanz zum Insektenschutz-Konzept
Mehr Raum für Maja und Co.

Im Vergleich zu vielen anderen Landstrichen finden Maja und ihre Artgenossen in der hiesigen Region noch üppige gedeckte „Tische“ vor. Die Gemeinde Neunkirchen hat dennoch 17 Flächen für den Insektenschutz einfach „wachsen lassen“.
  • Im Vergleich zu vielen anderen Landstrichen finden Maja und ihre Artgenossen in der hiesigen Region noch üppige gedeckte „Tische“ vor. Die Gemeinde Neunkirchen hat dennoch 17 Flächen für den Insektenschutz einfach „wachsen lassen“.
  • Foto: Dirk Manderbach
  • hochgeladen von Tim Lehmann (Redakteur)

tile Neunkirchen. Die Gemeinde Neunkirchen hat sich dem Insektenschutz verschrieben. Vor gut einem Jahr beschloss der Umwelt- und Verkehrsausschuss der Heller-Kommune das Konzept der Verwaltung, das auf Antrag der Grünen erstellt worden war. Festgeschrieben wurde darin eine vier Punkte umfassende Agenda. Neben der Pflege und Entwicklung der Naturschutzgebiete, der Förderung des Vertragsnaturschutzes (in Kooperation mit der Biologischen Station) sowie der Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung ist die wichtigste Maßnahme das Einrichten von Versuchsflächen, auf denen eine spätere Mahd durchgeführt wird.

Bald zwölf Monate später zieht das Rathaus eine erste Bilanz.

tile Neunkirchen. Die Gemeinde Neunkirchen hat sich dem Insektenschutz verschrieben. Vor gut einem Jahr beschloss der Umwelt- und Verkehrsausschuss der Heller-Kommune das Konzept der Verwaltung, das auf Antrag der Grünen erstellt worden war. Festgeschrieben wurde darin eine vier Punkte umfassende Agenda. Neben der Pflege und Entwicklung der Naturschutzgebiete, der Förderung des Vertragsnaturschutzes (in Kooperation mit der Biologischen Station) sowie der Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung ist die wichtigste Maßnahme das Einrichten von Versuchsflächen, auf denen eine spätere Mahd durchgeführt wird.

Bald zwölf Monate später zieht das Rathaus eine erste Bilanz. Vor allem das veränderte Mahdregime ist ein wesentlicher Baustein der kommunalen Bemühungen in Person von Umweltberater Matthias Jung, dem Insektensterben entgegenzuwirken. 17 ausgewählte Flächen wurden deshalb unter das Motto „Wachsen lassen“ gestellt und mindestens bis Ende August/Anfang September nicht gemäht. Entsprechende Kennzeichnungen und Hinweisschilder informierten über die Maßnahme, die offenbar auf Verständnis stieß. Denn in der Mitteilungsvorlage zur kommenden Sitzung des Umweltausschusses (7. November) heißt es: „Beschwerden über die hoch wachsenden Wiesen gab es in diesem Jahr nur wenige bis keine.“ Zehn weitere Versuchsflächen hat die Gemeindeverwaltung bereits ins Auge gefasst, die im kommenden Jahr eine späte Mahd auferlegt bekommen sollen.

Kooperation mit der Universität in Vorbereitung

Ob diese Wiesenflächen tatsächlich eine positive Auswirkung auf die Insektenpopulation haben, darüber lässt sich noch keine Aussage treffen. Um den möglichen Erfolg zu messen, hat die „Industriegemeinde im Grünen“ den Kontakt zur Universität Siegen gesucht. Professorin Dr. Claudia Witte vom Institut für Biologie habe sich die Flächen gemeinsam mit Matthias Jung an zwei Tagen vor Ort intensiv angesehen, um „eine Eignung für den Insektenschutz zu prüfen“, wie es es in der Verwaltungsvorlage heißt.

Ein Großteil der Flächen soll außerdem Studierenden für Untersuchungen im Rahmen einer Bachelor- oder Masterarbeit angeboten werden. Dabei wünscht sich die Heller-Kommune vor allem eine wissenschaftliche Auswertung dazu, „wie sich das Insektenvorkommen verändert/verbessert, wenn nur noch spät bzw. extensiv gemäht wird, auch und gerade im Vergleich zu normal/üblich gemähten Wiesen“. Derzeit stellt Matthias Jung zu jeder Fläche detaillierte Angaben und Informationen zur Vorbereitung möglicher Untersuchungen durch die Uni zusammen.

Information ein weiterer Schwerpunkt

Viel Wert legte das Rathaus auch auf das Thema Aufklärung. Im Frühjahr gab es zwei Fachvorträge, der Umweltberater erarbeitete eine Infobroschüre zum Insektensterben und -schutz, mehrere Pressemitteilungen wurden veröffentlicht. Im Rahmen des Jubiläums 50 Jahre Großgemeinde Neunkirchen verteilte die Verwaltung ca. 280 junge insektenfreundliche Gehölze (Bäume und Sträucher) sowie 500 Tütchen mit Wildblumen-Spätsommeransaat – fachliche Anleitung inklusive.

Flankiert wurden die Maßnahmen von Projekten örtlicher Schulen und Kindergärten. So legte die Grundschule Salchendorf im Schulgarten eine Wildblumenwiese an, ein Insektenhotel soll folgen. Die Gemeinschaftliche Sekundarschule Burbach-Neunkirchen verteilte auf dem Bauern- und Ökomarkt Insektenhoteldosen, während die AWo-Kita Zeppenfeld einen Materialienkoffer zum Thema „Rund um die Biene“ erstellte, den auch andere Einrichtungen ausleihen können.

Fördermöglichkeiten werden geprüft

Wie geht es weiter? Neben den zehn zusätzlichen Versuchsflächen soll die Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen, aber auch mit Vereinen intensiviert werden, um gemeinsame Maßnahmen anzustoßen. Ob das Anlegen von Wildblumenwiesen und Insektenhotels über das LEADER-Programm gefördert werden kann, wird derzeit geprüft.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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