Mit schmiedeeiserner Schubkarre fing alles an

Erfolgreiches mittelständisches Neunkirchener Unternehmen Carl Capito vor 100 Jahren gegründet

Neunkirchen. Man schrieb das Jahr 1900 als Graf Zeppelin sein erste Luftschiff in Friedrichshafen auf Fahrt brachte. Die Wirtschaft boomte und die Industrialisierung ging mit Riesenschritten in eine weitere entscheidende Phase. Ein guter Nährboden für die Ideen und den Unternehmergeist des Schmiedemeisters Carl Capito, zur Gründung seines Handwerkbetriebes in Neunkirchen. Schubkarren, Gartentore und Transportkästen aus der Schmiede von Carl Capito waren begehrt und verhalfen so dem jungen Unternehmen zu Anerkennung und Erfolg. Neunkirchen schätzte die handwerkliche Kunst seines Bürgers. Er erhielt 1901 den Auftrag die gesamte Schmiede- und Schlosserarbeiten am Neubau der Ev. Kirche durchzuführen. Den Sprung in die industrielle Fertigung schafft das Unternehmen, als 1910 die Dörfer des Siegerlandes elektrifiziert wurden und Capito Schaltkonsolen für die Transformatorenhäuser fertigte. „Tradition, Erfahrung, Innovationsfreude und mutiges Handeln sind der beste Nährboden für den Weg nach vorn”. In diesem Leitspruch der Familie Capito spiegelt sich die Unternehmensgeschichte wieder. Gestützt auf Traditionen und angestammte Geschäftsfelder, haben die Generationen der Familie Capito wichtige neue Produktions- und Absatzbereiche erschlossen. Soziale Verantwortung, die Verbundenheit mit den Mitarbeitern und den Bürgern der Gemeinde Neunkirchen, standen immer im Zentrum unternehmerischer Handlungen und Entscheidungen. So wird auch der nächste Schritt einer Neustrukturierung des Unternehmens in der Verantwortung für die Zukunftssicherung Schritt für Schritt eingeleitet. Mit der Übertragung der Verantwortung auf die Bereichsleiter der einzelnen Geschäftsfelder wird die Basis für eine effiziente und auf die Zukunft ausgerichtete Führungsebene geschaffen. Capito verspricht sich davon eine größere Flexibilität und eine schnellere Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche. Strategisch und konzeptionell begleitet die Neuorientierung der Beauftragte der Gesellschafter und designierte Geschäftsführer Klaus Windhövel. „Damit Capito in seinen Märkten auch in Zukunft bestehen und seine Unabhängigkeit bewahren kann, müssen wir schneller, flexibler und eigenständiger in unseren Produkt- und Dienstleistungsangeboten sein”, so Klaus Windhövel über die künftige Strategie. Damit wird die Capito-Gruppe effizienter, leistungsstärker und damit für die Zukunft gut gerüstet. „Wir haben eine Belegschaft, die das Konzept verstanden hat und engagiert einen ausgezeichneten Job tut”, so Windhövel. Am Anfang stand die handwerkliche Bearbeitung von Metall im Vordergrund und war der Hauptgeschäftszweig. Später wurden Transportmittel, vom Pferdewagen bis zum Handwagen, mit viel Erfolg gebaut und vertrieben. Hier hat der noch heute erfolgreiche Bereich der Transportgeräte für die Bauwirtschaft seinen Ursprung. Mit über 100000 Bauschubkarren pro Jahr ist Capito heute der größte deutsche Hersteller in diesem Geschäftsfeld. In den 30-er Jahren kam mit dem Apparatebau ein weiteres Geschäftsfeld hinzu. Mit dem Behälter- und Apparatebau für die chemische Industrie, Lebensmittelindustrie und dem Maschinenbau machte sich Capito schnell einen guten Namen, wenn es um Qualität und Präzision ging. Behälter und Druckkessel bis zu 4 Meter Durchmesser und einem Stückgewicht bis zu 20 Tonnen werden bei Capito gefertigt. Mit unternehmerischem Gespür setzte die Familie Capito auf einen weiteren Produktionsbereich. Das Know-how aus dem Großanlagenbau wurde umgesetzt und genutzt für die Entwicklung von moderner Heiztechnik. Es gelang immer wieder technologische Alleinstellungen zu entwickeln und branchenübergreifende Trends in der modernen Heiztechnik zu setzen. Dazu zählen die universellen Capito-Heizsysteme für nahezu alle Energiearten. Sie machen unabhängig von Rohstoff-Ressourcen und Preisentwicklungen der Energieträger. Tieftemperatur-Heizzentralen, Energiepuffertechnik oder die Anbindungsmöglichkeiten für Alternativ-Energien, wie Solar- oder Wärmepumpentechnik und Festbrennstoffkessel sind weitere Beispiele aus technologischen Innovationen des Unternehmens. Erwärmtes, gespeichertes Wasser bildet in Boilern schon nach kurzer Zeit Ablagerungen, die sich mit der Zeit als Bio-Schlamm im Boiler und an den Wandungen festsetzen. Damit bietet der Boiler den idealen Nährboden für Bakterien und kann gesundheitsgefährdend sein. Capito hat dieses Problem grundsätzlich gelöst und ein neues System zur Erwärmung von Wasser für Bad und Küche in Trinkwasser-Qualität entwickelt. Von Capito speziell verbesserten Wärmetauscher, sichern heißes Wasser auch bei großen Mengendurchflüssen. Metallverarbeitung, insbesondere von Edelstahl, ist die Stammdomäne von Capito. Kombiniert mit der Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung von Anlagen und Apparaten für die Gastronomie waren die Grundlagen für das Geschäftsfeld „Großküchentechnik”–gegeben. Spezialisten in der Produktion verarbeiten Edelstahl zu hochwertigen Kochgeräten, Arbeitstischanlagen und Dunstabzugshauben. Heute plant, realisiert und fertigt Capito individuelle Großküchen und Cafeteria-Anlagen für Hotels, Restaurants, Krankenhäuser und Seniorenwohnanlagen. Capito denkt hierbei auch an maßgeschneiderte Küchen für den anspruchsvollen privaten Investor. Mit einem Tag der offenen Tür will sich das Unternehmen am Samstag, 16. September, von 10 bis 17 Uhr bei der Bevölkerung bedanken. Mit einer Hüpfburg für Kinder und Bewirtung für Jung und Alt, Gaudi beim Schubkarren-Rennen, Musik und einem Blick hinter die Kulissen von Capito soll fröhlich und zünftig gefeiert werden. blum

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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