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SPD fordert Konzept für Grundschulgebäude
Nachnutzung nachrangig

Während für die zentrumsnahe Grundschule Neunkirchen mögliche Nachnutzungen bereits im Raum stehen, fehlt es für die Grundschule Struthütten offensichtlich an Ideen, wie und ob das Gebäude nach Einstellung des Schulbetriebs genutzt werden soll. Foto: tile
  • Während für die zentrumsnahe Grundschule Neunkirchen mögliche Nachnutzungen bereits im Raum stehen, fehlt es für die Grundschule Struthütten offensichtlich an Ideen, wie und ob das Gebäude nach Einstellung des Schulbetriebs genutzt werden soll. Foto: tile
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tile Neunkirchen. In eineinhalb Jahren beginnt auf dem Rassberg eine neue Ära. Ab Sommer 2021 sollen dort i-Männchen und Grundschüler die Schulbank drücken. Die Realschule des Freien Grundes, die derzeit in der Kopernikusschule untergebracht ist, ist dann ausgelaufen. So wird der Umzug der Grundschulen Neunkirchen und Struthütten in das einstige Hauptschulgebäude ein fließender Übergang. Während die Raumstruktur nicht wesentlich verändert werden soll, hat die Gemeindeverwaltung mit Brandschutzauflagen und einer möglichen Erneuerung des Rohrsystems – zuletzt sind einige Leckagen aufgetreten – noch umfangreiche Hausaufgaben auf der Liste.

tile Neunkirchen. In eineinhalb Jahren beginnt auf dem Rassberg eine neue Ära. Ab Sommer 2021 sollen dort i-Männchen und Grundschüler die Schulbank drücken. Die Realschule des Freien Grundes, die derzeit in der Kopernikusschule untergebracht ist, ist dann ausgelaufen. So wird der Umzug der Grundschulen Neunkirchen und Struthütten in das einstige Hauptschulgebäude ein fließender Übergang. Während die Raumstruktur nicht wesentlich verändert werden soll, hat die Gemeindeverwaltung mit Brandschutzauflagen und einer möglichen Erneuerung des Rohrsystems – zuletzt sind einige Leckagen aufgetreten – noch umfangreiche Hausaufgaben auf der Liste. Vermutlich müssten die Realschüler und ihre Lehrer in ihrem letzten Jahr einige Einschränkungen erdulden, auch wenn nicht mehr das ganze Gebäude von ihnen genutzt werde, bedauert Johannes Schneider, zuständiger Fachbereichsleiter im Neunkirchener Rathaus.

Derweil macht sich die SPD-Fraktion Gedanken über die Folgenutzung des Schulgebäudes an der Kölner Straße. In einem Antrag, der im kommenden Bau- und Planungsausschuss (17. Februar) beraten wird, fordern die Sozialdemokraten ein Nutzungs- und Raumkonzept von der Verwaltung. Auch über die Zukunft des Schulgebäudes in Struthütten solle man sich im Rathaus Gedanken machen.

Kultur, Archiv, Bibliothek und Veranstaltungen

Am liebsten sähen die Genossen in der Ortsmitte Neunkirchens die Vorschläge des Büros Loth umgesetzt. Die Siegener Stadtplaner hatten im Ikek-Prozess einiges Potenzial für kulturelle Angebote, die Einrichtung eines Gemeindearchivs (ein Thema, das der SPD seit Jahren unter den Nägeln brennt) sowie die Unterbringung der Bibliothek und weiterer Büro- und Veranstaltungsräume in dem Schulgebäude ausgemacht. Die Sozialdemokraten weisen auf die Chance hin, einen „lebendigen Mittelpunkt der Gemeinde“ zu entwickeln.

In der entsprechenden Ausschussvorlage verweist die Verwaltung in ihrer Stellungnahme darauf, dass das Schulgebäude und die Außenanlagen für eine Überplanung zur Verfügung stehe. Dann wird es interessant: „Vorrangig wird die Nutzung des Areals im Bestand oder auch durch Neubebauung in Form von privaten Versorgungseinrichtungen (Läden) oder auch Büros für Dienstleister gesehen.“ Heißt also, die von der SPD angestrebte Nachnutzung ist eine mögliche Option.

Gemeinde hält Tür für Investoren offen

Mögliche Interessenten dürfen sich demnach aber ebenfalls Chancen für Projektideen ausrechnen, sofern sie der Verwaltung ein überzeugendes Konzept vorlegen. In diesem Falle umginge die Kommune eine teure Gebäudeinstandsetzung (2018 war von 1,55 Mill. Euro bei einer schulischen Nutzung die Rede), sparte Unterhaltungskosten und striche womöglich einen lukrativen Verkaufserlös ein. Andererseits müssten ggf. bilanzielle Abschreibungen und eventuell notwendig werdende Miet- oder Investitionskosten (etwa um künftig der Archivpflicht nachzukommen) gegengerechnet werden.

Insgesamt sei die Frage eng mit der Entwicklung der Ortsmitte verknüpft. Die Verwaltung schlage deshalb vor, erst über eine Nachnutzung nachzudenken, wenn sich die Planungen der Zentrumsgestaltung, in die auch Überlegungen potenzieller Investoren mit einfließen sollen, konkretisieren. Mit anderen Worten: Eine Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt hält die Gemeinde nicht für sinnvoll – und die Überplanung des Rathausvorplatzes genießt Priorität, da sie Ausgangspunkt aller weiteren Überlegungen sein soll.

Keine Idee für die Grundschule Struthütten

Ein bisschen ideenlos wirken SPD und Verwaltung noch im Hinblick auf die Grundschule Struthütten. Die Fraktion möchte lediglich die örtlichen Vereine bei der Konzeptionierung des Gebäudes und des Außenbereichs mit einbezogen wissen. Vorschläge für eine mögliche Verwendung des Gebäudes macht sie nicht. Das Rathaus zitiert wiederum das Ikek, das etwas schwammig eine Neugestaltung der Freiflächen im Umfeld „zur Aufwertung des gesamten Areals“ empfiehlt.

Derzeit werde geprüft, ob es Fördermittel für eine entsprechende Konzepterstellung geben könnte, heißt es weiter. Laut einer Rechnung des zuständigen Fachbereichs betrugen die Kosten der notwendigen Sanierungsmaßnahmen (bezogen auf eine weitere schulische Nutzung) vor zwei Jahren 860 000 Euro. Es ist fraglich, ob sich die Kommune auch eine nicht-schulische Nutzung des Gebäudes ähnlich viel – ja nach Nutzungsart mutmaßlich auch mehr – kosten lassen will oder kann.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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