Noch keine Einigung über die Größe

Moschee-Neubau im Wiesengrund:

Gemeinde Neunkirchen und Islamischer Verein streiten über 356 cbm umbauten Raum

sz Neunkirchen. Zu einer Informationsveranstaltung hatte der Islamische Gottesdienst- und Hilfsverein Neunkirchen jetzt Vertreter der Presse in die Fatih-Camii-Moschee eingeladen. Hintergrund des Gespräches waren die Verzögerungen beim Neubau einer Moschee, für die die Gemeinde Neunkirchen dem Verein ein Grundstück im Wiesengrund an der K23 angeboten hat. Sobald der mittlerweile zur Unterschrift bereit liegende Kaufvertrag unterschrieben ist, kann mit dem Neubau der Moschee begonnen werden. Ein entsprechender Bauantrag, dem die Gemeinde in der vorgelegten Form zugestimmt hat, liegt beim Kreis und dürfte auch genehmigungsfähig sein. Das geplante Gebäude umfasst neben dem Gebetsraum einen Mehrzweckraum für Veranstaltungen, eine kleine Wohnung für den Imam und entsprechende Nebenräume. Die Moschee soll nicht nur zur Ausübung der Religion dienen, vielmehr soll sie einmal kultureller und sozialer Treffpunkt für alle Menschen moslemischen Glaubens in Neunkirchen und Umgebung sein. Weitere Mitglieder des Vereins kommen regelmäßig aus Burbach, Herdorf, Daaden und Wilnsdorf. Siegen, Betzdorf und Haiger sind die nächsten Moscheen im Heimatgebiet.

Der Grund für die Verzögerung liegt darin, dass der Islamische Gottesdienst- und Hilfsverein den Bauantrag erweitern möchte, da man annimmt, dass der jetzt geplante Versammlungsraum nun doch zu klein ist. 130 Quadratmeter mehr Fläche bzw. 500 Kubikmeter umbauten Raum mehr als zurzeit geplant soll der Neubau umfassen. Wie Ali Öztürk vom Vorstand des Vereins im Gespräch mit der SZ mitteilte, sei man bei der ursprünglichen Fassung davon ausgegangen, dass der Mehrzweckraum deutlich größer als der Gebetsraum sei, wie es sich auf der perspektivisch verzerrten Außenansicht darstellt. Tatsächlich aber reiche der mit einer Fläche von 277 qm geplante Raum nicht aus, um eine Mitgliedsversammlung des mittlerweile 248 Mitglieder starken Vereins durchzuführen, zumal in der Regel nur jeweils der Familienvater zahlendes Mitglied sei, die Familie aber ebenfalls die Angebote nutze. Auch möchte man mehrere Veranstaltungen gleichzeitig durchführen. Angebote für Frauen, Männer und Kinder sollen in Zukunft parallel möglich sein. Auch das ist nach Ansicht des Vereins auf der geplanten Fläche nicht möglich.

Der jetzt vorliegende Bauantrag umfasst einen Gesamtgebäudekomplex von 5865 Kubikmeter umbautem Raum auf einer Fläche von 1200 qm. Kämen die geforderten 500 cbm hinzu, käme man auf 6365 cbm. Im Kaufvertrag für das rund 4000 qm große Grundstück wird aber ein maximales Volumen von 6000 cbm festgelegt. Der Verein fordert nun die Gemeinde auf, dem zuzustimmen, damit man zügig mit dem Bau beginnen kann. Bürgermeister Manfred Gillé machte gegenüber der SZ aber noch einmal deutlich, dass man auf keinen Fall von dieser Festsetzung abweichen werde, die in langen und mitunter schwierigen Prozessen endgültig festgelegt worden sei. Der Islamische Gottesdienst- und Hilfsverein Neunkirchen hat im Jahre 1983 im Haus Hohenseelbachstraße 12 eine Moschee eingerichtet, das Gebäude 1985 gekauft und zuletzt im Jahre 2003 eine bauliche Erweiterung beantragt. An diesem Standort ist es wiederholt zu Nachbarschaftskonflikten gekommen, die in dem mit der Einrichtung verbundenen erheblichen Fahr- und Parkverkehr (Mangel an Parkplätzen, Behinderungen in angrenzenden Straßen durch parkende Fahrzeuge der Besucher, Störungen der Nachtruhe) ihre hauptsächlichen Ursachen haben. Das mit der Moschee bebaute Grundstück bietet nicht genügend Platz, um die Fahrzeuge bzw. die erforderlichen Stellplätze in ausreichender Zahl aufzunehmen, und so konnte auch der geplante Erweiterungsbau nicht genehmigt werden. Gemeindliche Gremien haben daraufhin gemeinsam mit dem Verein nach einer Lösung durch einen neuen Standort für eine Moschee gesucht. 2004 wurde man im Wiesengrund fündig. Hier sieht der Bebauungsplan ein eingeschränktes Gewerbegebiet vor. Ausnahmsweise können dort u.a. Anlagen für kirchliche und kulturelle Zwecke zugelassen werden.

Die Bewilligung dieser Ausnahme bedarf im Baugenehmigungsverfahren des Einvernehmens der Gemeinde. Dazu ist ein Ratsbeschluss erforderlich.

So der derzeitige Stand der Dinge. Auf Nachfrage versicherte Ali Öztürk, dass man keine anderen Grundstücke oder Objekte ins Auge gefasst habe, wie es gelegentlich dargestellt würde. Man habe auch nicht im benachbarten Burbach ein Gebäude gekauft: »Diese Aussage ist falsch,« so Öztürk. Der Verein, der den Neubau aus Mitgliedsbeiträgen und Spendengeldern finanzieren will, hofft nun darauf, dass die Gemeinde doch noch einlenkt. »Mit der von uns geplanten Erweiterung wird der Neubau für die kommenden 25 Jahre völlig ausreichen, es werden in der Zeit keine weiteren Baumaßnahmen stattfinden müssen,« so der Vereinsvertreter.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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