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Kosmetikerin kritisiert Corona-Beschränkungen
Nur Fußpflege ist erlaubt

Sonja Scholko hat sich vorbereitet: Mit vielen Schutzmaßnahmen will sie auch wieder körpernahe Dienstleistungen in ihrem Kosmetikstudio anbieten – noch gibt es vom Land NRW keine Erlaubnis dafür.
  • Sonja Scholko hat sich vorbereitet: Mit vielen Schutzmaßnahmen will sie auch wieder körpernahe Dienstleistungen in ihrem Kosmetikstudio anbieten – noch gibt es vom Land NRW keine Erlaubnis dafür.
  • Foto: Sarah Panthel
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sp Neunkirchen. Sie ist verletzt, fühlt sich persönlich beleidigt, dass ihre Branche nicht mitbedacht wurde. „Wir sind durchs Raster gefallen“, beschwert sich Sonja Scholko, die seit fast 30 Jahren Kosmetikerin ist. Sie betreibt ihr eigenes Studio in Neunkirchen. Auch sie musste am 23. März vorerst schließen. Nur langsam geht es jetzt zurück in den Alltag. Wer ihre Räume betreten will, der muss klingeln, einen Mundschutz tragen. Eine Flasche mit Desinfektionsmittel steht am Eingang bereit. Denn mit den ersten Lockerungen durfte auch sie die Türen wieder öffnen: für den Verkauf von Hautpflegemitteln und für die kosmetische Fußpflege (seit 4. Mai) – hier kann der geforderte Abstand eingehalten werden.

sp Neunkirchen. Sie ist verletzt, fühlt sich persönlich beleidigt, dass ihre Branche nicht mitbedacht wurde. „Wir sind durchs Raster gefallen“, beschwert sich Sonja Scholko, die seit fast 30 Jahren Kosmetikerin ist. Sie betreibt ihr eigenes Studio in Neunkirchen. Auch sie musste am 23. März vorerst schließen. Nur langsam geht es jetzt zurück in den Alltag. Wer ihre Räume betreten will, der muss klingeln, einen Mundschutz tragen. Eine Flasche mit Desinfektionsmittel steht am Eingang bereit. Denn mit den ersten Lockerungen durfte auch sie die Türen wieder öffnen: für den Verkauf von Hautpflegemitteln und für die kosmetische Fußpflege (seit 4. Mai) – hier kann der geforderte Abstand eingehalten werden.

Hygiene-Standards werden eingehalten

Dass sie und andere Studios keine sogenannten körpernahen Dienstleistungen wie Gesichtspflege durchführen dürfen, dafür hat Sonja Scholko kein Verständnis. Denn die hygienischen Standards seien schon immer hoch gewesen, betont sie. Schutzmasken, Handschuhe, Desinfektionsmittel etc. benutze sie ohnehin.

Kein Durchgangsverkehr im Kosmektikstudio

Trotzdem hat sie sich etwas einfallen lassen, will mit einem Beispiel vorangehen, wie es mit der Wiederöffnung und den körpernahen Dienstleistungen funktionieren könnte. Zusätzlich zur Schutzkleidung und Mundschutzmaske hat sie für ihre Kunden (je nach Behandlung) und für sich selbst Plexiglas-Visiere besorgt, die das Gesicht zu einem großen Teil bedecken. Außerdem hat sie eine größere Plexiglasscheibe oberhalb der Liege, auf der die Kunden Platz nehmen, installiert.
Nachzuvollziehen, wer das Studio besucht hat, ist für sie kein Problem. Sie führt Kundenkarteikarten, vergibt Termine nur nach Absprache, und „die Kontaktvermeidung ist einfach, hier gibt es keinen Durchgangsverkehr“.

Nicht nur Lippenstift

Ihr Appell an die Politiker: „Sie sollen uns nicht ignorieren.“ Dass es bislang keine genauen Regelungen für Kosmetikstudios gegeben habe, lasse bei ihr den Eindruck entstehen, dass die Menschen nicht wüssten, was Kosmetiker tun. Es herrsche „eine Unkenntnis über unsere Arbeit“. Die Gesellschaft denke über sie und ihre Kollegen oft, „die können ja nur Lippenstift auftragen“. Sie sagt: „Wir arbeiten in der Gesundheitsvorsorge. Wir leisten viel für die Menschen“ Bei ihr geht es um das Wohlbefinden der Kunden – und das schließt nicht nur den Körper ein. Viele kommen auch, um sich mit ihr zu unterhalten. „Das A und O ist nicht, die Damen zu schminken“, hebt Scholko hervor (nur wenige Kunden sind übrigens Männer).

Soforthilfe entlastet nur kurz

Für körpernahe Dienstleistungen wie in Kosmetik- oder Massagestudios „werden Konzepte erarbeitet – für eine schrittweise Zulassung“, kündigt das Land NRW an. Für Sonja Scholko wäre das ein entscheidender Schritt, denn auch sie leidet unter dem Verlust der Einnahmen – trotz der Soforthilfe. Die helfe eben nur für eine kurze Zeit, sagt die Selbstständige: „Die Existenz schwindet dahin. Ich habe mein ganzes Leben dafür geopfert, dass das hier am Laufen bleibt“ – und dafür kämpft sie weiter.

Online-Beratung Lisa Hein ist Inhaberin des gleichnamigen Kosmetikstudios in der Siegener Oberstadt. Sie hat sich etwas einfallen lassen, um weiterhin Kontakt mit ihren Kunden zu halten: ein Beratungsangebot via Whatsapp und Instagram. Sie lässt sich von den Kunden Bilder ihrer Haut schicken, führt Telefonate, schickt Sprachnachrichten und kurze Texte. Dabei kann sie Fragen beantworten – „Was kann ich gegen trockene Haut tun?“ – und Tipps zur Pflege geben (medizinische Diagnosen dürfen Kosmetiker allerdings nicht stellen). Den persönlichen Kontakt könne das Angebot natürlich nicht ersetzen, sagt Hein. Aber für viele erleichterten Whatsapp und Co. den Erstkontakt. Es gebe Menschen, beispielsweise mit Hautproblemen, die aus Schamgefühl bislang nicht in ein Kosmetikstudio gegangen seien, weiß Hein. Die Online-Beratung aufgrund der Einschränkungen ist für sie auch eine Chance, um neue Kunden zu gewinnen.
Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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