Onkel Willi weckte Sammelleidenschaft

»Ströhrer« Heinz Schwehn trägt seit Jahrzehnten Bergbau-Utensilien zusammen

Struthütten. In seinem Heimatort Struthütten kennt ihn jeder, Heinz Schwehn, den passionierten Sänger beim MGV 1852 Struthütten, dem er über 50 Jahre lang angehört. Von Beruf Elektriker und bis zu seiner Pensionierung beim RWE Siegerland beschäftigt, wohnte er zwischenzeitlich 25 Jahre im benachbarten Alsdorf, bevor sich der gebürtige »Ströhrer« 1979 wieder in seinem Heimatort niederließ. Als Brandmeister gehörte er bis 1954 auch der Struthüttener Feuerwehr an. Was Heinz Schwehn, der übrigens heute seinen 75. Geburtstag feiert, jedoch über die Ortsgrenzen hinaus bekannt machte, ist seine bislang jahrzehntelange Sammelleidenschaft in Sachen heimischer Bergbautradition. Als er von seinem Onkel Willi in den 70-er Jahren eine »Rödelmannlampe« aus Werdohl geschenkt bekam, setzte bei Heinz Schwehn eine Vorliebe für die Unikate der inzwischen sich im Endstadium befindlichen Gruben- und Bergbauepoche ein. Die intensive Sammelei nahm ihren Anfang und hat heute in seinem Domizil, einer Autogarage, Formen angenommen, die den Besucher in Entzücken versetzt. Hunderte von Grubenlampen, Gezähe und Geräte aus dem Bergbau zieren die Wände. Auf Flohmärkten, Börsen und Beziehungen zu Freunden und Bekannten, ehemaligen Herstellern von Bergbaugeräten, ließen eine Vielfalt der bergbaulichen Tradition zusammentragen. Ein richtiges Museum ist es geworden. Aufwendig war die Aufarbeitung der alten, meist unansehnlichen Unikate. Allein über 300 Lampen verschiedenster Gattungen, exakt beschrieben über Herkunft und Baujahr und Baufirma, sind Zeugen des einst heimischen Berufszweiges. Sie reichen von der Froschlampe bis zum Elektrogeleucht. Besonders die »Schweißfurtlampen« imponieren dem Betrachter. Daneben präsentiert sich eine reizvolle Vielfalt von Handwerksgeräten der Bergleute (Pumpen, Bohrer, Ehrenhäckel etc.). Aus der Vitrine glitzern die verschiedensten Mineralien, Funde aus den Bergwerken der Umgebung und anderswo. Bilder und Zitate, eine reiche Auswahl an Literatur über die Berg- und Grubenepoche der vergangenen Jahrhunderte geben Einblick in die Geschichte einer vergangenen Zeit, die im Freien Grund ihre Spuren im Hause Schwehn hinterlassen hat. Die preußischen Trachten werden ergänzt durch ca. 50 Uniformen, die im Zuge der 700-Jahr-Feier Neunkirchens bei der Bergbauparade (natürlich nachgeschneidert) ein farbenprächtiges Outfit ausstrahlten. Ergänzt werden die bergbaulichen Präparate durch die Statue des Siegerländer Bergmanns (Frieder) aus dem Jahre 1890 nach dem Originalmodell von Professor Reuch. Eines der ganz wenigen Originale, die noch vorhanden sind. Die erzgebirgischen Bergpyramiden kamen in den letzten Jahren noch hinzu. Figuren, groß und klein, sind ebenfalls im »Museum« platziert. Viele Ausstellungen der Bergbauzunft hat der 75-Jährige schon bereichert. Auch in Zukunft wird er wie bisher viel Zeit mit seinem Hobby in seinem »Bergbaumuseum« zubringen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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