Ovationen für Safar Gulshanov

18-jähriger Pianist aus Tadschikistan konzertierte in Zeppenfelder Christuskirche

sz Zeppenfeld. Pastor Martin Schreiber strahlte. Sein Experiment, den Pianisten Safar Gulshanov aus Tadschikistan, der zurzeit im Übergangswohnheim in Struthütten als Asylbewerber untergebracht ist (die SZ berichtete), einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, stieß auf eine großartige Resonanz. Die Christuskirche bot dem talentierten 18-jährigen Pianisten das Forum für seine Premiere. Noch nie hatte der in Kasachstan geborene junge Musiker öffentlich seine Begabung unter Beweis stellen können. Natürlich bei freiem Eintritt erlebten die zahlreichen Zuhörer aus dem ganzen Gemeindegebiet Neunkirchens einen hochklassigen Klavierabend. Unter den Zuhörern auch Neunkirchens Bürgermeister Manfred Gillé und Vertreter des Ausländeramtes des Kreises Siegen-Wittgenstein, die sich von der Klasse des aus einer Musikerfamilie stammenden Safar Gulshanov überzeugen konnten. Eingespielt hatte er sich in den vergangenen Tagen auf dem Klavier in der Christuskirche. Gespannt lauschten die Zuhörer auf die Klänge, die Safar dem Klavier mit leidenschaftlicher Hingabe zu entlocken vermochte. Übung macht den Meister. Ohne Partitur zelebrierte der sensible Musiker Kompositionen von Bach und Haydn. Mit viel Herz und Verstand, Musikalität ausstrahlend, dazu Mund und Lippen in Bewegung, liess der Pianist seinem Temperament bei seiner faszinierenden Instrumentenbeherrschung freien Lauf. Der Funke sprang auf das aufmerksame Publikum über. Im zweiten Teil des Konzertabends war auf dem Keyboard Jazzmusik angesagt. Dabei imponierte die Reise durch die Jazzszenerie des vergangenen Jahrhunderts. Angefangen in den 20er Jahren mit Scott Joplins »Ragtime« über den traditionellen Jazz Carmichaels der 30er und Sonny Rollins (»Madness tenor«) der 40er Jahre bis hin zu den Jazz- Balladen Monks (»Round midnight«) und Hanchocks »Watermelon man« der Gegenwart. Stehende minutenlange Ovationen waren die Reaktionen des Publikums, das sich für die musikalischen Hörgenüsse von Safar Gulshanov herzlich bedankte. Dass sich der Wunsch des Pianisten aus Tadschikistan, einen Studienplatz an einer Musikhochschule in Deutschland zu erhalten, verwirklichen lässt, darauf hoffen zumindest mit Safar viele Freunde aus dem Freien Grund. »Es wäre auf jeden Fall eine Ehre für Deutschland, wenn Safar Gulshanov in Deutschland sein Musikstudium absolvieren könnte und ihm dieserhalb Asyl gewährt würde«, resümierte Pastor Martin Schreiber von der ev. Kirchengemeinde, der mit Presbyterin Birgit Schönwald den Asylantrag Gulshanovs mit Nachdruck unterstützt.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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