Verkehr am Familienbad Freier Grund
Pro Kreisel in zweiter Runde

Die aktuelle Kreuzung kurz vor der Ortseinfahrt Salchendorf könnte überplant werden. Etwas weiter Richtung Westen versetzt (im Bild nach rechts) könnte ein neuer Kreisverkehrsplatz entstehen.
2Bilder
  • Die aktuelle Kreuzung kurz vor der Ortseinfahrt Salchendorf könnte überplant werden. Etwas weiter Richtung Westen versetzt (im Bild nach rechts) könnte ein neuer Kreisverkehrsplatz entstehen.
  • Foto: Tim Lehmann (Archiv)
  • hochgeladen von Tim Lehmann (Redakteur)

tile Neunkirchen. Denkbar knapp empfahl der Bau- und Planungsausschuss am Montagabend dem Rat, die Verwaltung mit einer detaillierteren Planung zur Umsetzung eines Kreisverkehrs am Ortseingang in Salchendorf zu beauftragen. Mit nur einer Stimme mehr (7:6) folgte das Gremium dem Beschlussvorschlag der Gemeinde, die Herstellung eines Kreisels östlich der Einmündung Gutenbergstraße mit einer neuen Straßenanbindung einschließlich Brückenbauwerk unter dem Vorbehalt der Landesförderung planerisch weiter vorzubereiten.

CDU, UWG und Grüne gegen Kreisverkehr

Kurios war hier das Abstimmungsverhalten des Ausschusses. Nachdem sich FDP und SPD für die Fortsetzung der Planungen stark gemacht hatten (sie sahen ihre Forderungen nach einer sicheren Lösung für den Bereich des Familienbads weitestgehend umgesetzt), erklärten CDU, UWG und Grüne, dem Verwaltungsvorschlag nicht zustimmen zu wollen. Alle drei Fraktionen erklärten sinngemäß, dass die aktuelle Verkehrsführung und -regelung ausreiche, um den erwarteten Anstieg des Transportverkehrs in diesem Bereich sicher am Freizeitbad Freier Grund vorbeizuführen – sofern der Status quo etwas modifiziert werde, räumte Michael Lutz (Grüne) ein.

Herbeigeredete Gefahr

Gerhard Lichtenthäler erklärte für die Mehrheit seiner Fraktion, die angeführten Argumente überzeugten nicht. Hier werde eine Gefahr „herbeigeredet“, die durch den Kreisel erhoffte Geschwindigkeitsdämpfung vor der Ortseinfahrt schätzte er auf allenfalls 5 km/h.Bernd Wilbert Müller konnte die gesamte Thematik nicht nachvollziehen. Es gebe dort eine „große Kreuzung, die problemlos funktioniert“ (gemeint ist die T-Kreuzung Wildener Straße/Jung-Stilling-Straße). Seine Fraktion werde das Projekt und auch einen Haushalt 2020, in dem Mittel für den Kreiselplatz vorgesehen sind, ablehnen.

Fußgängerüberweg fehlt in der Planung

Gerd Scholl (SPD) stellte anschließend den Antrag, den Beschlussvorschlag um einen Zusatz zu erweitern. In der sogenannten „roten“ Planungsvariante, wird der Transportverkehr vom Freizeitbad „entkoppelt“. Dennoch fehle ein sicherer Fußgängerübergang vom Parkplatz auf der westlichen Seite der neu geplanten Straßenführung zum Familienbad. Einen solchen wollte er in dem Beschluss vorgeschrieben wissen. Es folgte die Abstimmung.

CDU-Mann "wechselt" das Lager

Da Scholls Vorstoß der weiterführende Antrag war, musste zunächst über diesen befunden werden, den CDU, UWG und Grüne geschlossen gegen die Stimmen von SPD und FDP ablehnten. Gleichwohl müsse noch über den Antrag der Verwaltung abgestimmt werden, erinnerte Bürgermeister Dr. Bernhard Baumann an die Satzung. Es folgte die Überraschung: Ein Christdemokrat schwenkte um und verschaffte dem politischen Gegner doch noch eine Mehrheit. Ob dieses Ergebnis im Rat bestätigt wird, wird sich nun zeigen.

Kreisel "fachlich beste Lösung"

Das höchste politische Gremium der Kommune muss nun endgültig klären, ob die Verwaltung in Sachen Kreisel Nägel mit Köpfen machen soll oder nicht. Grundlage der folgenden Schritte wäre dann die bereits erwähnte „rote Variante“, für die sich zunächst vor allem die SPD stark gemacht hatte und die später von den Liberalen in einem Antrag konkret gefordert wurde. Hierbei ist vorgesehen, einen Kreisel kurz hinter der bestehenden Kreuzungssituation zu realisieren, die über den Verkehr künftig über einen neuen Bypass durch ein jetziges Naturschutzgebiet und über den Wildenbach am Familienbad vorbeiführt. Dies sei technisch und fachlich die beste Lösung, stellte Klaus Bohmhammel vom Ingenieurbüro Gewatec fest. Das Büro hatte insgesamt drei Planungsvarianten vorgeschlagen sowie die bestehende Situation analysiert.

Gemeinde müsste 255.300 Euro ausgeben

Demnach ist die „rote“ Variante zwar mit 1,516 Mill. Euro die insgesamt teuerste Ausführung, die für die Neuorganisation des Verkehrs rund um das Familienbad im Raum steht. Aufgrund in Aussicht stehender Erträge und Erlöse sowie vor allem zu erwartender Fördermittel des Landes würde die Maßnahme die Gemeindekasse aber mit „nur“ 255.300 Euro belasten – und wäre damit sogar die günstigste aller Lösungen, außer der Bereich würde in keinster Weise überplant werden.

Die aktuelle Kreuzung kurz vor der Ortseinfahrt Salchendorf könnte überplant werden. Etwas weiter Richtung Westen versetzt (im Bild nach rechts) könnte ein neuer Kreisverkehrsplatz entstehen.
Vor allem SPD und FDP wünschen sich einen Kreisel, der den Verkehr am Familienbad Freier Grund vorbeiführen würde.
Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

5 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.