Geführte Wanderung in die Malscheid
Schätze am „Silbersee“

Der „Silbersee“ macht seinem Namen alle Ehre, wenn die Sonne auf die Oberfläche scheint. Das Gewässer entstand durch den Abbau von Basalt.
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  • Der „Silbersee“ macht seinem Namen alle Ehre, wenn die Sonne auf die Oberfläche scheint. Das Gewässer entstand durch den Abbau von Basalt.
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sp Struthütten. Fasziniert beobachten die rund 30 Wanderer den „Großen Eisvogel“, sehen wie er sich in die Lüfte erhebt und auf einem Buchenast wieder niederlässt. Bei dem schönen Geschöpf handelt es sich nicht, wie von dem einen oder anderen vermutet, um einen gefiederten Freund, sondern um einen Schmetterling.
Er ist einer von über 200 Arten, die ihren Platz im Naturschutzgebiet Malscheid gefunden haben – 40 von ihnen stehen auf der Roten Liste. Das aber ist längst nicht alles, was sich auf der rund 125 Hektar großen Fläche (in NRW und Rheinland-Pfalz gelegen) bestaunen lässt. Ein Grund für Neunkirchens Umweltberater Matthias Jung, mindestens einmal im Jahr eine geführte Wanderung anzubieten, die gerne angenommen wird. Erst kürzlich fand eine Führung statt, gemeinsam mit Naturfotograf und Ornithologe Friedhelm Adam. Etwas unscheinbar im Wald hatte er eine Orchidee entdeckt. Er zeigte den Wanderern, wie die Waldhyazinthe für ein Foto am besten in Szene gesetzt wird.

16 Pflanzenarten auf der Roten Liste

Um die Artenvielfalt und die speziellen Lebensräume zu erhalten, ist das Gebiet streng geschützt. Ganzjährig darf nur auf einem von der Unteren Naturschutzbehörde ausgewiesenen Weg gelaufen werden. In der Zeit zwischen September und März dürfen die übrigen Wege ebenfalls betreten werden. Die Begehung einzugrenzen, soll vor allem die Pflanzen schützen. Zahlreiche Arten sind in der Malscheid nachgewiesen worden, davon stehen 16 auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere Nordrhein-Westfalens. Dazu zählen zum Beispiel der Gold-Klee, das Gemeine Kreuzblümchen oder das Christophskraut.
Nicht nur Flora und Fauna sind erwähnenswert, es bietet sich auch an, die Entstehung und Geschichte des Naturschutzgebietes kennenzulernen. Matthias Jung erzählt auf den Wanderungen, wie sich vor etwa 400 v. Chr. die Kelten dort niederließen. In der La-Tène-Zeit (500 v. Chr. bis 100 v. Chr.) waren sie im Besonderen auf der Suche nach Eisen und Erz.

Basalt bis in die 1950er abgebaut

Ein weiterer Rohstoff machte die Malscheid und den Hohenseelbachskopf Jahre später begehrenswert: Basalt. Vor rund sieben Millionen Jahren entstanden durch vulkanische Tätigkeiten mehrere große Basaltkuppen. Etwa 60 Jahre lang, bis in die 1950er-Jahr, wurde der Abbau betrieben. Basalt wurde vor allem für den Straßenbau benötigt. Die Kuppe wurde abgetragen und der Krater füllte sich mit Wasser. Der „Silbersee“ entstand. Er ist heute ein Blickfang.
Von einer ganzjährig zugänglichen Plattform kann das Gewässer (und ein daneben liegender kleinerer Teich) in seiner gesamten Schönheit betrachtet werden. Das Wasser ist klar, die Sonne lässt die Oberfläche glitzern. „Winnetou läuft hier nicht rum“, sagte Matthias Jung; und Schatzsucher werden trotz des Namens wahrscheinlich nicht fündig, dafür aber Naturliebhaber. Rund um den Silbersee werden sie besonders bei genauerem Hinsehen belohnt. Den ehemaligen Basaltsteinbruch zieren „Natterköpfe“, die mit ihren kleinen lilafarbenen Blüten besonders bei Insekten beliebt sind. Wer den Blick nach unten richtet sieht ebenfalls kleine „Schätze“, wie zum Beispiel den gelbblühenden Mauerpfeffer.

Gut und schlecht: Der Mensch greift ein

Trotz der strengen Regeln und einem Landschaftswächter muss sich Matthias Jung immer wieder darüber ärgern, dass keine Rücksicht auf die Natur genommen wird. In dem geschützten Gebiet wird Müll hinterlassen, werden Wege missachtet oder wird im Silbersee geschwommen. Die Menschen hinterlassen Spuren die unerwünscht sind. Gewollte und geplante Eingriffe gibt es jedoch auch.
Da, wo einst der Basalt abgebaut wurde, muss heute immer wieder der junge Wuchs entfernt werden, damit die Lebensräume erhalten bleiben. „Man muss sich entscheiden“, sagte Jung. Er persönlich findet, dass drumherum genügend Wald vorhanden ist.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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