Sogar die Spielsachen tanzten

Ballettschule Klaas brachte »Mary Poppins« auf die Bühne

zel Neunkirchen. So eine Kinderfrau wünschen sich alle Kinder. Eine, mit der man Abenteuer erleben kann. Die einen Pflastermaler zum Freund hat und die Kinder auf die Dächer des London um die Jahrhundertwende und ins Reich der Fantasie entführen kann. Vor allem, wenn die Eltern keine Zeit für ihren Nachwuchs haben. Wer ist so eine Kinderfrau? Mary Poppins natürlich! Das bekannte Musical brachte am Wochenende zweimal die Ballettschule Klaas auf die Bühne der Aula Rassberg in Neunkirchen.

105 Kinder im Alter von fünf bis 13 Jahren tanzten die märchenhafte Geschichte, wie immer fantasie- und liebevoll inszeniert von Beate Klaas, die sowohl für Choreografie und Einstudierung als auch für die aufwendig gearbeiteten Kostüme und die Musikzusammenstellung besorgte. Weil die Kinder fleißig, sogar in den Ferien, geübt und sich die Schrittfolgen so toll gemerkt haben und viele helfende Hände tätig waren, wurde die Ballettaufführung wieder zu einem Ereignis, das Mamas und Papas, Omas und Opas, Geschwister und Freunde im Publikum zu Recht begeisterte.

Das alte Kindermädchen (Marie Gräbener) verlässt die Familie von Mr. Banks (Charlotte Mittmann) und seiner Frau (Claudia-Louisa Böhlemann). Die Kinder Jane (Leonie Lieber) und Michael (Amelie Weber) wollen keine graue, gestrenge Gouvernante. Sie setzen ihre eigene Zeitungsannonce auf, in der sie ein liebevolles und lustiges Kindermädchen suchen. Nichts da: Vater Banks (Charlotte Mittmann) zerreißt das Gesuch und wirft es in den Kamin. Doch wie durch Zauberhand setzt sich das Papier wieder zusammen, die anderen Bewerberinnen werden vom Winde verweht. Auftritt: die zauberhafte Mary Poppins (Anemone Eppendorf). Sie ist so recht nach Janes und Michaels Geschmack. Gleich am ersten Tag haben die drei eine Menge Spaß miteinander. Anette Kohl las vor dem Vorhang die Episoden der Geschichte vor, die im Anschluss vor hübschen Kulissen (von Elisabeth Gräbener) getanzt wurden. Für alle waren passende Rollen vorgesehen, die ganz auf das jeweilige Alter und die individuellen Möglichkeiten der Kinder abgestimmt waren. Die Kleinsten hatten ihren großen Auftritt als niedliche Spielsachen, die »mit ’nem Löffelchen Zucker« im Kinderzimmer ganz einfach weggeräumt wurden, als lustige Tiere (mit wunderschönen Masken von Ina Lieber) und als Täubchen, die der Londoner Vogelfrau (Laura Hess) aus der Hand fraßen.

Die etwas älteren Elevinnen standen als neue Kindermädchen schon auf der Spitze, andere gaben grazil mit weißen Spitzenschirmchen die Zuschauerinnen auf der Pferderennbahn, wohin Mary Poppins mit dem Pflastermaler Bert (Larena Schupp) und Jane und Michael auf Karussellpferden ritt (und natürlich das Rennen gewann). Die Herren im Anzug in Mr. Banks’ Bank tanzten gemeinsam mit ihren Kundinnen, und einen viel beklatschten Aufritt hatten die bunten Ganzkörper-Geldscheine. Die Schornsteinfeger legten einen rasanten Tanz hin, und als das Abenteuer zu Ende war, wagten die Dienstmädchen (Vreda Schneider, Mira Henrich), Mary und die Familie schon anmutige Sprünge.

Märchen müssen gut ausgehen, klar. Vater Banks nimmt sich endlich Zeit und lässt mit den Kindern – lange versprochen! – einen Drachen steigen, Mary Poppins darf sich verabschieden. »Und wenn sie nicht gestorben sind«, so müssen Märchen auch enden, »dann tanzen sie noch heute.« Was genau »supercalifragilisticexpialidocious« heißt? Wir wissen es nicht. Super war die getanzte »Mary Poppins« auf jeden Fall.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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