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Wolfgang Eibach plant Arbeitsplätze für die Haute Cuisine
Sterne-Küchen aus der Schnitzelhochburg

Edelstahl-Fronten, vor Ort geschweißte, fugenlose Oberflächen, hochwertige Granit-Arbeitsplatten, abgerundete Ecken, Induktionsfelder – die neue Küche im 3-Sterne-Restaurant Sonnora erfüllt alle Eibach-Trademarks.
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  • Edelstahl-Fronten, vor Ort geschweißte, fugenlose Oberflächen, hochwertige Granit-Arbeitsplatten, abgerundete Ecken, Induktionsfelder – die neue Küche im 3-Sterne-Restaurant Sonnora erfüllt alle Eibach-Trademarks.
  • Foto: Sonnora/Christopher Arnoldi
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

tile Zeppenfeld. Noch immer hängt im Büro von Wolfgang und Dirk Eibach der Küchenplan, den sie für Paul Bocuse erstellt und realisiert haben. Von 1965 bis 2019 wurde der „Koch des Jahrhunderts“ (Gault-Millau) aus Lyon ohne Unterbrechung mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Ab 1994 zauberte der Wegweiser der Nouvelle Cuisine in einer Küche „made in Zeppenfeld“ seine weltberühmten Delikatessen. Im gleichen Jahr hauchten Vater und Sohn aus dem Freien Grund dem Herzstück der Stromburg (auch „Die Burg“) neues Leben ein, die Johann Lafer gerade erst übernommen hatte. Mit dem Star-Koch verbindet die Neunkirchener bis heute ein freundschaftliches Verhältnis.

tile Zeppenfeld. Noch immer hängt im Büro von Wolfgang und Dirk Eibach der Küchenplan, den sie für Paul Bocuse erstellt und realisiert haben. Von 1965 bis 2019 wurde der „Koch des Jahrhunderts“ (Gault-Millau) aus Lyon ohne Unterbrechung mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Ab 1994 zauberte der Wegweiser der Nouvelle Cuisine in einer Küche „made in Zeppenfeld“ seine weltberühmten Delikatessen. Im gleichen Jahr hauchten Vater und Sohn aus dem Freien Grund dem Herzstück der Stromburg (auch „Die Burg“) neues Leben ein, die Johann Lafer gerade erst übernommen hatte. Mit dem Star-Koch verbindet die Neunkirchener bis heute ein freundschaftliches Verhältnis. Als Küchen Eibach 2007 Jubiläum zum 25-jährigen Bestehen in der Pfeffermühle feierte, schwebte der Österreicher mit einem Überraschungsdessert im Gepäck mit dem Helikopter auf dem Fußballfeld des FC Grün-Weiß Siegen am Lindenberg ein.

„In der Branche als ,Küchenpapst’ bekannt“

„Eibach ist ein Begriff“, sagt Clemens Rambichler. Der 33-Jährige ist Deutschlands jüngster 3-Sterne-Koch, sein Restaurant Sonnora im gleichnamigen Waldhotel in Dreis (nahe Trier) zählt zu den zehn Top-Adressen des Landes. „Wolfgang Eibach ist in der Branche als ,Küchenpapst’ bekannt.“ Schon Rambichlers Vorgänger und Mentor Helmut Thieltges, der 2017 plötzlich verstarb, hatte sich vor 30 Jahren eine Küche von den Siegerländern planen lassen. „Die hat Superdienste geleistet, aber jetzt war es Zeit, sie zu erneuern.“ Wegen der Pandemie konnte der Prinz der deutschen Haute Cuisine für seine Gäste noch nicht die Kochlöffel in seinem neuen Reich schwingen. Aber er ist sich sicher: „Es wird uns die Arbeit deutlich erleichtern.“

Alles wirkt wie aus einem Guss

Der „neue Arbeitsplatz“ erfüllt alle typischen Eibach-Merkmale: Edelstahl-Möbel und -Fronten, Granit-Anrichten, runde Ecken, Bügelgriffe statt Eingriff-Fugen (Wolfgang Eibach: „Die lassen sich besser reinigen“) und geschweißte, durchgängige Oberflächen ohne Fugen. „Das sieht aus wie aus einem Guss“, schwärmt Clemens Rambichler, dem die Funktionalität sonst eigentlich wichtiger ist als Chic. Viele Details der Planung machten erst beim zweiten Hinsehen Sinn. „Ich erkenne an dem, was im Mülleimer ist, was in der Küche nicht stimmt“, fasst Wolfgang Eibach seine besondere Erfahrung aus bald 50 Jahren Küchenplanung zusammen.
Elementar waren für den hochgewachsenen Koch eine über dem Standard liegende Arbeitshöhe (1 Meter) sowie die Induktionsfelder. Mit dem alten Gasherd stieg im Sommer die Raumtemperatur auf bis zu 45 Grad. Dieses Problem werden er und seine acht Köche nun nicht mehr haben. „Die Eichbachs sind sehr nah dran an den Leuten, die in der Küche arbeiten.“

Deutsche Top-Adressen zählen zu den Kunden

1982 wagte der damals angestellte Kaufmann Wolfgang Eibach mit der Planung der Küche für das Jagdschlösschen in Ascheberg den Sprung in die Selbstständigkeit. Das Restaurant bei Münster war 1974 bekannt geworden, als dort mit den Zaire Leopards das erstes afrikanische Team südlich der Sahara bei einer Fußball-WM residierte. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda sprach sich die hohe Planungskompetenz des Siegerländers unter den Gastronomen in den Folgejahren herum.
Im Wettbewerb mit vielen anderen Anbietern war das nicht einfach, erinnert sich der heute 78-Jährige: „Es war nicht leicht, aus der Schnitzelhochburg Siegerland in der Hochküche Fuß zu fassen.“ Inzwischen ist Eibach eine (eingetragene) Qualitätsmarke. Das Geheimnis: „Man muss erkennen, was auf Dauer gut ist, damit es immer besser bleibt als bei anderen.“ Dieser Anspruch ist es, warum sich deutsche Top-Adressen von den Zeppenfeldern eine Küche planen lassen. Zu ihren Referenzen zählen unter anderem Manfred Schwarz, der im Deidesheimer Hof Helmut Kohls Vorliebe für Saumagen weckte (1993), der Stadtpfeifer (2001) sowie Auerbachs Keller (2002) in Leipzig oder auch Schloss Elmau, in dem 2015 eigens für den G7-Gipfel eine neue Küche benötigt wurde.

Immer wieder Küchen in der Region realisiert

Auch wenn Wolfgang und Dirk Eibach, der 1987 ins Unternehmen kam, mit den Stars der Branche per du sind, planten und realisierten sie auch immer wieder Küchen in der Region: Pfeffermühle, Altstadthotel Freudenberg, Münzwerk, Naschwerk, Fiester Hannes und viele mehr. 1985 konzipierte man eine Küche für „den besten Imbiss in Neunkirchen“ (O-Ton Wolfgang Eibach) von Dieter Becker. 46 DJH-Häuser in Rheinland-Pfalz und im Saarland, zehn CVJM-Heime sowie über 20 Küchen für Hermes Fleischwaren stehen ebenfalls im Portfolio.

Pandemie macht sich bemerkbar

Je nach Größe werden vier bis sechs Aufträge im Jahr umgesetzt. Vom Erstgespräch bis zur Übergabe dauert es im Schnitt ein halbes Jahr. Rund 250 Küchen haben die Eibachs mit ausgewählten ausführenden Partnern realisiert. Geplant habe er über 400 Küchen, so Wolfgang Eibach. Er habe auch schon mal Planungen abgebrochen, weil der Kunde minderwertigere Materialien verwenden wollte. „Wir brauchen keine Küche, die einen schlechten Ruf hat“, sagt der Senior-Chef. „Wir bauen Küchen, wie gute Schwaben Autos bauen“, ergänzt Sohn Dirk (54), der vor allem die ausführenden Arbeiten organisiert, zuletzt seine Handschrift aber auch in die Planungen einbringt.
Derzeit geht es etwas ruhiger im Büro im Eibach’schen Wohnhaus zu. Die Corona-Krise macht sich bei den Planern von Gastro- und Großküchen natürlich auch bemerkbar. „Wir spüren das gewaltig bei den Aufträgen. Viele Projekte haben sich nach hinten verschoben“, sagt Dirk Eibach. Vater Wolfgang denkt vor allem an die (befreundeten) Gastronomen und Restaurantbesitzer. „Für die normalen Betriebe sind das ganz schlimme Zeiten!“

Edelstahl-Fronten, vor Ort geschweißte, fugenlose Oberflächen, hochwertige Granit-Arbeitsplatten, abgerundete Ecken, Induktionsfelder – die neue Küche im 3-Sterne-Restaurant Sonnora erfüllt alle Eibach-Trademarks.
Dirk und Wolfgang Eibach planten die neue Küche von Clemens Rambichler, dem jüngsten 3-Sterne-Koch Deutschlands (auf dem Bild ist noch die alte Küche zu sehen).
Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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