Über Schrift gemalt

Galerist Hans-Georg Hunold (l.) und Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Franz präsentieren den bekannten Schauspieler und Multikreativen Armin Mueller-Stahl. Foto: ne
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ne Neunkirchen. Zum wiederholten Male partizipieren hiesige Freunde und Freundinnen zeitgenössischer Grafik von der guten Zusammenarbeit der Sparkasse Neunkirchen mit der engagierten Galerie Hunold in Greve, denn derzeit sind in der Neunkirchener Geschäftsstelle rund 70 Arbeiten des kreativen Multitalentes Armin Mueller-Stahl zu sehen. So kann man sich in frech-frivol skizzierte Kommentare zum „Urfaust“ oder feurig-elementar hingetuschte Aquarelle, die von Waldbränden dampfende kalifornische Landschaften zeigen, einsehen, die, mittels Umdrucklithografien in limitierter Auflage reproduziert, sogar relativ wohlfeil zu erwerben sind. Ein paar erst vor kurzem entstandene Arbeiten sind sogar in der erst kürzlich entwickelten „Giclée-Technik“ gedruckt, die sich bei vielen modernen Kunstschaffenden als originalgrafisches Druckverfahren „steigender Beliebtheit erfreut“, wie Galerist Hans-Georg Hunold in seiner kurzen, mit interessanten Anekdoten aus der Mueller-Stahl’schen Kunstproduktion gewürzten Einführung anlässlich der Vernissage einem großen Kunstpublikum vermitteln konnte.

Zur Vernissage begrüßte Wolfgang Franz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Burbach-Neunkirchen, neben zahlreichen Gästen aus der regionalen Kulturpolitik auch Doris Hagel und Dr. Martin Krähe, die dem Kunstfest mit stimmungsvoll vorgetragenen Kunstliedern aus der deutschen Romantik und Klassik einen besonders würdigen Rahmen verliehen. Zu dieser guten Stimmung passte eben auch der Vortrag Hans-Georg Hunolds zu Arbeitsprozess und Bildfindungen des studierten Musiklehrers, Violinisten, berühmten und prämierten Schauspielers und eben auch Malers Armin Mueller-Stahl. Mueller-Stahl, 1930 geboren, malt seit Jahrzehnten in unterschiedlichen Techniken Porträts, Ideenskizzen, frech Figürliches und Landschaften – und selbst seine Drehbücher sind ihm Inspiration und Malgrund zugleich: Ausgestellt sind Seiten aus dem Film-Manuskript der „Buddenbrooks“-Verfilmung von Heinrich Breloer, in der der Filmstar mit Hollywood-Erfahrung eine Hauptrolle spielte: sicher aufs Papier geworfene lavierte Tuschzeichnungen, die manchmal den darunter hervorscheinenden Text illustrieren, oft aber als Visualisierung einer Emotion ganz frei assoziieren.

Gut getroffen sind auch die zeitgenössischen Dichterporträts oder die verstorbener Größen wie Joseph Beuys oder Thomas Mann, den Mueller-Stahl in der gerühmten Fernsehserie selbst verkörperte. Dann gibt es Selbstporträts in verschiedenen Rollen oder Selbstwahrnehmungen, zum Beispiel als Narr, als Clown – eine ironische, auch selbstironische Auseinandersetzung mit (Film-)Wirklichkeiten, Rolle und Reflexion, Literatur und Kunst, die sehenswert ist.

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