Von allen Registern Höchstleistungen gefordert

Um die Zukunft des Musikvereins muss einem nicht bange sein, denn auch der Dermbacher Nachwuchs überzeugte das Publikum.  Foto: suk
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suk Struthütten. Beschwingt ging es zu am Samstag in der Mehrzweckhalle in Struthütten. Der Musikverein Dermbach hatte zu seinem fast schon traditionellen Frühjahrskonzert eingeladen, und dies erfreut sich ganz offensichtlich wachsender Beliebtheit, denn schon lange vor Beginn des Konzertes mussten zahlreiche Gäste unverrichteter Dinge wieder den Heimweg antreten, da die Halle restlos ausverkauft war.

Die Freude über das volle Haus war bei den Akteuren natürlich groß, und so zeigte sich der Vorsitzende, Michael Bohl, bei seiner Begrüßung hoch erfreut über die hervorragende Resonanz und verwies schon jetzt auch auf das große Herbstkonzert im Hüttenhaus, wo dann sicher alle Interessierten einen Platz bekämen.

In gewohnter Weise versprach das Programm, das in diesem Jahr unter dem Motto „Tänze und Tanzmusik“ stand, wieder einen kurzweiligen Abend, bei dem leichte musikalische Kost im Mittelpunkt stand, während beim Herbstkonzert traditionell die anspruchsvolle konzertante Blasmusik dominiert. Schnell zeigte sich jedoch, dass mit „leichter Kost“ lediglich der Musikstil gemeint war und keineswegs der Anspruch, den die Stücke an das mitgliederstarke Orchester stellten.

Unter der Leitung von Marco Lichtenthäler spielte es einige Stücke, die von allen Registern Höchstleistungen forderten. Hierzu gehörte zweifellos die „Czech Folk Dance Suite“ von Pavel Stanek. Das Originalwerk für sinfonisches Blasorchester hatte in seinen drei Sätzen viel zu bieten: von getragenen Melodien über rasend schnelle Läufe der Holzbläser und strahlende Trompetenklänge bis zu rhythmisch anspruchsvollen Passagen, bei denen nicht nur bei den Schlagzeugern volle Konzentration gefragt war. Die intensive Probenarbeit im Vorfeld zahlte sich hier aus, das Orchester meisterte dieses schwere Werk mit Bravour.

Neben den mitreißenden Klängen des Sommerhits aus den 90er Jahren, „Macarena“, und dem beschwingten spanischen Tanz „Amapola“ stellte der „Ungarische Tanz Nr. 5“ von Johannes Brahms einen weiteren Höhepunkt des Programms dar. Die Bearbeitung dieser romantischen Komposition mit seinen Tempowechseln und Generalpausen war ebenfalls überaus gelungen und machte den Musikern, dem Dirigenten und dem Publikum, das nach Anweisung Lichtenthälers zum Klatschen aufgerufen war, gleichermaßen Spaß.Viel Spaß hatten die Konzertbesucher auch an der Moderation von Stefan Weidmann. Der Musiker, der sonst das Euphonium spielt, ging mit dem Mikrofon und dem Publikum genauso souverän um wie mit seinem Instrument. Locker und mit vielen flotten Sprüchen führte er unterhaltsam durch den Abend und bewies dabei echte Entertainer-Qualitäten, indem er sogar als Sänger eine hervorragende Figur machte.So sang er mit ganz viel Stimme und Leidenschaft „Mack The Knife“ aus der „Dreigroschenoper“, ganz im Stil von Robbie Williams und dessen Big-Band-Version – erstklassig! Im Big-Band-Stil erklang auch das mitreißende Medley „Glenn-Miller-Story“, das auf pfiffige Weise und für alle Register gleichermaßen gut arrangiert die größten Hits des begnadeten Jazz-Posaunisten, Arrangeurs und Komponisten aus den USA zusammenfasste.Neben dem großen Orchester spielte auch die Egerland-Besetzung des Vereins, der damit seine musikalische Vielseitigkeit unter Beweis stellte. „Wir sind käuflich – auch stundenweise“, kündigte Weidmann die kleine Combo an, die unter der Leitung von Klarinettist und Saxophonist Alexander Lisai für Riesenstimmung sorgte. Mit zünftigen Klängen und Stimmungshits, teilweise mit Gesangsduo (Michael Bohl und Stefan Weidmann) und Tänzerinnen, brachte sie die Mehrzweckhalle zum Kochen und ein bisschen Karnevalsstimmung in die närrische Diaspora des Hellertales.Auch das Jugendorchester des Vereins zeigte sich in Höchstform und spielte unter der Leitung von Thomas Drost auf beachtlichem Niveau „The Second Waltz“ aus der Jazz-Suite Nr. 2 von Schostakowitsch mit seinen eingängigen Rhythmen. Kaum ein Fuß in der Halle blieb mehr still stehen beim „Earth-Wind-&-Fire-Dance-Mix“, den das Jugendorchester unter der Leitung von Carina Görg, die Thomas Drost bei den Probenarbeiten zeitweise vertreten hatte, zum Besten gab.Zum Abschluss begeisterte die Jugendkapelle mit einer wunderschönen Version von Peter Maffays „Nessaja“, bei der Flötistin Fabienne Knautz mit tollem Sologesang begeisterte. Das große Orchester sorgte dann für einen eindrucksvollen Abschluss in Form eines Arrangements von „River Dance“. In rasender Geschwindigkeit erklangen die mitreißenden Melodien der irischen Tänzer. Weidemann hätte hier nach eigener Aussage gerne auch getanzt, aber der Geschäftsführer habe statt Steppschuhen Steppdecken bestellt, und so blieb es bei der akustischen Fassung, die das Publikum aber auch so restlos begeisterte.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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