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Gefährliche Sachbeschädigung an Hochsitzen
"Wir sind keine '"Bambimörder'"

Die Schnitte in der Sprossen-Mitte sind kaum zu erkennen – insbesondere bei Schnee und Dämmerlicht nicht.
  • Die Schnitte in der Sprossen-Mitte sind kaum zu erkennen – insbesondere bei Schnee und Dämmerlicht nicht.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Marc Thomas

tile Neunkirchen-Salchendorf. Wie bereits berichtet, haben um Neujahr Vandalen die Trittsprossen eines Hochsitzes im Bereich Unterwilden beschädigt. Jan Roth, Jagdpächter des benachbarten Jagdreviers Salchendorf, wurde daraufhin von seinem geschädigten Kollegen gewarnt. Bei einer Kontrolle der über 50 Hochsitze wurde aber keine Beschädigung festgestellt. Bis Jan Roth am vergangenen Samstag dann erneut zum Hochsitz am „Heinrichsglücker Weg“ auf die Rinsdorfer Höhe kam, hatten die Unbekannten allerdings auch in seinem Revier zugeschlagen und die Leiter böswillig „präpariert“. Die war erst vor Kurzem erneuert worden.

Nicht nur für Jäger gefährlich
Besonders perfide: „Sie haben die Sprossen gerade gelassen, sodass man auf den ersten Blick den Schnitt nicht sieht“, sagt der Jagdpächter.

tile Neunkirchen-Salchendorf. Wie bereits berichtet, haben um Neujahr Vandalen die Trittsprossen eines Hochsitzes im Bereich Unterwilden beschädigt. Jan Roth, Jagdpächter des benachbarten Jagdreviers Salchendorf, wurde daraufhin von seinem geschädigten Kollegen gewarnt. Bei einer Kontrolle der über 50 Hochsitze wurde aber keine Beschädigung festgestellt. Bis Jan Roth am vergangenen Samstag dann erneut zum Hochsitz am „Heinrichsglücker Weg“ auf die Rinsdorfer Höhe kam, hatten die Unbekannten allerdings auch in seinem Revier zugeschlagen und die Leiter böswillig „präpariert“. Die war erst vor Kurzem erneuert worden.

Nicht nur für Jäger gefährlich

Besonders perfide: „Sie haben die Sprossen gerade gelassen, sodass man auf den ersten Blick den Schnitt nicht sieht“, sagt der Jagdpächter. Zumal Schnee auf den Sprossen lag. Darüber hinaus haben der oder die Täter die ersten Sprossen unversehrt gelassen, erst ab der zweiten oder dritten Sprosse besteht die akute Gefahr einzubrechen. „Das ist nicht nur gefährlich für uns“, sagt Jan Roth. Trotz „Betreten verboten“-Hinweise klettern auch Nicht-Jäger auf die Hochsitze, darunter häufig Kinder. „Das ist keine einfache Sachbeschädigung mehr!“, meint der Neunkirchener, der die Leiter umgehend reparierte.

Vandalen durchtrennen Trittsprossen an Hochsitzen

Wer für die Beschädigung verantwortlich ist, darüber will er ausdrücklich nicht mutmaßen. In den sozialen Netzwerken hingegen wird eifrig spekuliert, „radikale Tierschützer“ werden verantwortlich gemacht. Er habe von ähnlichen Vorfällen in anderen Regionen gehört, sagt Jan Roth, aber hier sei so etwas noch nicht vorgekommen, obschon es nicht nur Jägerfreunde gebe. Auch die Polizei spricht auf SZ-Nachfrage von einem Einzelfall.

Jäger erfüllen wichtige Aufgaben

Neben seiner Sorge wegen der hohen Verletzungsgefahr ist hinter der sachlichen Darstellung des erfahrenen Jägers auch der Ärger über mangelnde Wertschätzung herauszuhören. „Wir sind keine ,Bambimörder’, wir halten uns an die Abschusspläne“, sagt Jan Roth. Mit sieben weiteren Jägern betreut er das 900 Hektar große Revier, das der Haubergsgenossenschaft Salchendorf gehört. Diese versucht, den Wald nach der Borkenkäfer-Katastrophe wieder aufzuforsten. Hierfür müssten „Rehwild und Rotwild in einem gewissen Maße gehalten werden“, damit die Setzlinge wachsen könnten und nicht kaputt gebissen würden. „Das ist auch eine Art Umweltschutz.“

Er zählt weiter auf: 2019 seien die Jäger umfangreich gegen die Wildschweine vorgegangen, die für viele Schäden gesorgt hätten. Regelmäßig werde er angerufen, um nach einem Wildunfall den Kadaver zu entsorgen oder ein angefahrenes Tier von seinen Qualen zu erlösen – auch nachts.

Es sei nun „ein dummes Gefühl“, in der Dämmerung oder wenn es dunkel ist, wenn man solche Beschädigungen nicht sieht, auf einen Hochsitz zu steigen. Dass die Vandalen Verletzungen in Kauf nehmen, ärgert Jan Roth am meisten. Er und seine Kollegen sind nun gewarnt und vorsichtig. Unbedarfte Spaziergänger und spielende Kinder werden im Zweifel weniger umsichtig sein.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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