Zenith startet neu durch

Insolvenzverfahren eröffnet/Nachfolgegesellschaft gegründet/Optimismus überwiegt

ch/sz Zeppenfeld. Die Situation sei schwierig, aber gestaltbar, so Rechtsanwalt Dr. Bruno M. Kübler: Das Ende Juni eingeleitete Insolvenzverfahren über das Vermögen der Zenith Maschinenfabrik GmbH (Zeppenfeld) ist zum Monatsbeginn durch Beschluss des Amtsgerichtes Siegen eröffnet worden. Anwalt Kübler, bisher vorläufiger Insolvenzverwalter, wurde zum endgültigen Verwalter bestimmt (die SZ berichtete). Der Sanierer von der Kölner Insolvenzkanzlei Kübler ist bereits aktiv geworden: Er hat die »ZBM Zenith Betonsteinmaschinen GmbH« als Nachfolgegesellschaft der zahlungsunfähigen Zenith Maschinenfabrik GmbH gegründet.

»Jetzt haben wir bis ins nächst Jahr Zeit, alte Aufträge abzuarbeiten und neue Aufträge einzuholen«, erklärte Zenith-Mitarbeiter Johannes Volk gestern der SZ. Allerdings, es ist nicht viel Zeit, die Sanierung muss rasch voranschreiten: Als Kübler vor gut einem Monat in das heimische Unternehmen kam, habe er eben »eine trostlose Situation« vorgefunden. Der Geschäftsbetrieb war praktisch eingestellt, die Mitarbeiter waren seit März ohne Lohn. Mehr als 50 Beschäftigte hatten bereits von sich aus gekündigt, um ihre Insolvenzgeldansprüche zu erhalten. Kübler konnte die übrige Belegschaft davon überzeugen, dass nur bei gemeinsamer Fortsetzung der Tätigkeit eine Chance für das Überleben des Betriebes bestehe. Heute hat Zenith noch rund 110 Mitarbeiter.

Jetzt konzentriert sich alles auf das Weitermachen: Kübler hat mit Banken und Lieferanten verhandelt, um sie wieder ins Boot zu bekommen. Die Lieferanten haben sich aufgrund persönlicher Zahlungszusagen des Verwalters zur weiteren Belieferung bereit erklärt. Ein Kreditinstitut hat einen so genannten Massekredit zur Verfügung gestellt, der das Wiederanlaufen der bereits eingestellten Produktion ermöglichte. »Kompliziert ist die Lage auf der Kundenseite«, erklärte Johannes Volk, denn der Großteil der Kunden sitze im Ausland, z.B. in der .Türkei, in den USA oder im arabischen Raum. Deshalb wurde, um das Vertrauen dieser Kunden zu stärken, die Nachfolgegesellschaft gegründet. Sie wurde mit ausreichendem Kapital ausgestattet. Der Geschäftsbetrieb wird nun voll fortgesetzt. Ohne diese Maßnahmen, so Kübler, hätten die in der Produktion befindlichen Maschinen nur noch einen Schrottwert gehabt.

Der Rechtsanwalt beschreibt das Zeppenfelder Unternehmen als »im Kern« gesund. Durch die Neugründung könnten nicht nur neue Kunden gewonnen, sondern die alten Partner mit Ersatzteilen versorgt werden. Zenith hoffe zudem, einen »stecken gebliebenen« Großauftrag eines spanischen Kunden wieder an Land ziehen zu können – das sei »realistisch«. Was an der Substanz der Firma, die schon über 6000 Maschinen weltweit ausgeliefert hat, genagt und den Betrieb schließlich in die Insolvenz getrieben habe, sei »die Nichtanpassung der Unternehmensstruktur an die Marktgegebenheiten«. Die Kritik fällt hart aus: Managementinformationssysteme, vor allem ein ausreichendes Controlling, und eine zielgerichtete Unternehmensführung fehlten komplett.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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