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Quartierstreff am Rassberg
Zunächst mehr Sport als Begegnung

Der brachliegende Sportplatz soll zum Quartierstreff entwickelt werden. In einem ersten Schritt sollen nun aber zunächst vor allem neue Sportanlagen geschaffen werden.
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  • Der brachliegende Sportplatz soll zum Quartierstreff entwickelt werden. In einem ersten Schritt sollen nun aber zunächst vor allem neue Sportanlagen geschaffen werden.
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tile Neunkirchen. Der Quartierstreff am Rassberg war bislang als Projekt im Rahmen des europäischen LEADER-Programms angelegt. Dass das Areal des brachliegenden Sportplatzes nicht komplett mit dem Höchstfördersatz (65 Prozent) von 250.000 Euro, also mit der Gesamtsumme von 385.000 Euro, auf einen Schlag, sondern nur peu à peu entwickelt werden kann, war klar. Eine priorisierte Planung ist folglich notwendig. Die im vergangenen November vorgelegte „Light-Version“ sah noch einen (kleinen) Spielplatz vor, dafür standen die Tore für den Bolzplatz infrage, das Kleinspielfeld fiel kleiner aus als vom Förderverein des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG), Initiator des Projekts, und dem VTV Freier Grund gewünscht. Inzwischen hat offenbar ein Umdenken in der Gemeindeverwaltung stattgefunden.

tile Neunkirchen. Der Quartierstreff am Rassberg war bislang als Projekt im Rahmen des europäischen LEADER-Programms angelegt. Dass das Areal des brachliegenden Sportplatzes nicht komplett mit dem Höchstfördersatz (65 Prozent) von 250.000 Euro, also mit der Gesamtsumme von 385.000 Euro, auf einen Schlag, sondern nur peu à peu entwickelt werden kann, war klar. Eine priorisierte Planung ist folglich notwendig. Die im vergangenen November vorgelegte „Light-Version“ sah noch einen (kleinen) Spielplatz vor, dafür standen die Tore für den Bolzplatz infrage, das Kleinspielfeld fiel kleiner aus als vom Förderverein des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG), Initiator des Projekts, und dem VTV Freier Grund gewünscht. Inzwischen hat offenbar ein Umdenken in der Gemeindeverwaltung stattgefunden.

Nach einer Projektbesprechung in diesem Sommer, an dem Vertreter des LEADER-Regionalmanagements, des DBG-Fördervereins, des VTV und der Gemeindeverwaltung teilnahmen, liegt der Fokus im neuen Entwurf buchstäblich auf der „sportlichen“ (westlichen) Seite der Projektfläche. Gerne möchte man im Rathaus dem Wunsch nachkommen, ein Multifunktionsfeld in Wettkampfgröße und für den Schulsport geeignet zu gestalten. Die Folge ist einerseits eine Kostensteigerung, andererseits eine Umschichtung des Budgets. So gehört etwa der Spielplatz, ein wesentliches Element des Quartierstreffs, nicht mehr zu den Projektbausteinen, die im ersten Schritt umgesetzt werden sollen. Daran ändert sich auch nichts, wenn der DBG-Förderverein und der VTV in Aussicht stellen, für die Sportanlagen jeweils 20.000 Euro einzuwerben. Unterm Strich stehen derzeit rund 606.000 Euro, die benötigt werden. Immerhin: Enthalten sind hier die Kosten für Tiefbauarbeiten am gesamten Böschungsbereich, also auch für den Teil, der in die potenzielle zweite Projektfläche fällt, auf der u. a. Spielflächen, Grünanlagen, ein Grillplatz, Sitzmmöglichkeiten und ein Pavillon angedacht sind.

Neuer Fördertopf neben LEADER

Die Bezirksregierung Arnsberg habe signalisiert, dass dieser überarbeitete Plan weiterhin über LEADER gefördert werden könne – solange die vorgesehene Sitztreppenanlage als Öffnung hin zum Quartier sowie ein Bühnenbereich Bestandteil der ersten Projektphase bleiben, erklärte Bürgermeister Dr. Bernhard Baumann nun im jüngsten Bau- und Planungsausschuss. Beide Elemente sind nach wie vor in der Kalkulation berücksichtigt.

Gleichwohl wird über eine Alternative zu den EU-Mitteln nachgedacht. Inzwischen habe das NRW-Umweltministerium die „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Strukturentwicklung des ländlichen Raumes“ aufgelegt. Auch hier liegt der Fördersatz bei 65 Prozent, die Höchstfördersumme beträgt allerdings 500.000 Euro. Und die Mittel seien laut Bezirksregierung schneller und einfacher abrufbar, argumentierte Baumann. Wobei man zunächst den bestehenden Ratsbeschluss berücksichtige und mit dem Budget von 385.000 Euro rechne.

"Viele Wenns und Abers"

Es müsse nun geprüft werden, mit welcher Förderkulisse das Optimum für den Rassberg herausgeholt werden könne, erklärte Sylvia Heinz, zuständig für die Förderanträge im Rathaus, auf SZ-Nachfrage. Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten, Gelder zu generieren. Mit Innogy würden Gespräche über eine Unterstützung der Beleuchtung geführt, drei örtliche Stiftungen hätten zugesagt, jeweils ein Bewegungsspielgerät für die östliche Projektfläche zu finanzieren – womit auch dort wenigstens ein Anfang gemacht werden könnte, sagte der Bürgermeister im Ausschuss. Zudem schlägt die Verwaltung vor, die Kosten für eine Zaunanlage zum Schutz vor Wildtieren (namentlich vor Wildschweinen) in Höhe von ca. 44.000 Euro, aus dem Projektbudget herauszurechnen und separat, auf eigene Kosten zu realisieren.

Bernd Wilbert Müller (CDU) zeigte sich erstaunt. Man habe das Projekt als Treffpunkt für Anwohner, als Begegnungsstätte auf und für den Rassberg „verkauft“. Nun werde offenbar ein neuer Sportplatz angestrebt. Er könne hier keinen Quartierstreff mehr erkennen und dem Vorhaben nicht mehr folgen. Es gebe auch keine Einbindung der Bürger im Entwicklungsprozess mehr, kritisierte er. Gerd Scholl (SPD) sah mehr denn je „viele Wenns und Abers“. Er habe konkrete Zahlen erwartet, stattdessen sehe er sich mit einer „nicht entscheidungsfähigen Vorlage“ konfrontiert.

Letztlich wurde dennoch einstimmig beschlossen, der Verwaltung im Fortgang der Projektvorbereitung die nötige „Beinfreiheit“ einzuräumen und die Planung entsprechend zu modifizieren.

Der brachliegende Sportplatz soll zum Quartierstreff entwickelt werden. In einem ersten Schritt sollen nun aber zunächst vor allem neue Sportanlagen geschaffen werden.
Vorgesehen ist auch ein Zaun zum Schutz vor Wildtieren. Vor allem Wildschweine toben sich auf dem Rasenplatz gerne aus.
Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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