Verdiente Ehrenamtler im Sport: Alfred Terkowsky
Sein Platz ist neben dem Netz

Derzeit trainiert Alfred Terkowsky die erste Frauen-Mannschaft des VTV Freier Grund.
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gro Neunkirchen. Es ist Freitagabend, kurz vor 18 Uhr: Vor der Sporthalle am Rassberg geht es zu wie in einem Taubenschlag. Ein Auto nach dem anderen fährt auf den üppigen Parkplatz. Mit großen Taschen bewaffnet, geht es für die Sportler auf direktem Wege in die Umkleidekabinen. Nur wenige Minuten später werden in Windeseile gleich drei Volleyballnetze auf der Hallenfläche montiert. Dirigiert wird alles von einem: Alfred Terkowsky. „Diese Gruppe trainiert meine Frau und hier hinten spielt sich die Mannschaft meiner Tochter gerade warm“, erklärt der Volleyball-Coach gleich zur Begrüßung. „Wie man sieht, habe ich meine komplette Familie mit dem Volleyball-Virus angesteckt“, scherzt er weiter.
Wer hätte da gedacht, dass der 67-Jährige eigentlich mit einer anderen Sportart groß geworden ist. Denn früher war Alfred Terkowsky nicht dafür zuständig, den Ball übers Netz, sondern ins Netz zu katapultieren. „Mein Vater war Fußballer. Und wie das dann häufig so ist, habe auch ich schon früh die Stollenschuhe angezogen bekommen“, erinnert sich Terkowsky noch gut an seine Kindheit. Seine Fußballkarriere musste der Familienvater jedoch schon früh beenden: „Ich hatte schon im Jugendalter, ich meine ab dem 15. Lebensjahr, mit Knieproblemen zu kämpfen. Es blieb mir damals nichts anderes übrig, als die Sportart zu wechseln“, verrät der Ehrenamtler. „Für den Wechsel zum Volleyball ist dann aber vor allem einer verantwortlich gewesen – mein damaliger Sportlehrer Jürgen Uhr.“ Ab dem Jahr 1971 ging es für den Neunkirchener also regelmäßig ans Netz.
Und wie sollte es anders sein, dauerte es nicht lange, bis sich der sportbegeisterte Siegerländer auch ehrenamtlich im Verein engagierte.
„Es wurde beim TV Salchendorf ein Trainer gesucht und ich habe gleich zugesagt. Ich fand es schon immer toll, Wissen weiterzugeben und besonders junge Leute auf ihrem Weg zu begleiten“, erzählt der pensionierte Lehrer der SZ.

Ich fand es schon immer toll, Wissen weiterzugeben und besonders junge Leute auf ihrem Weg zu begleiten.
Alfred Terkowsky
Volleyballtrainer seit fast 50 Jahren

Ab 1973 stand Alfred Terkowsky dann ohne Unterbrechung an der Linie. „Ich habe mich direkt super wohlgefühlt mit dieser Aufgabe.“ Zwölf Jahre später schaffte er mit seiner damaligen Damen-Mannschaft schließlich den Aufstieg in die Verbandsliga. „Im selben Jahr bin ich dann jedoch zum TV Niederschelden gewechselt. Sowohl als Trainer als auch als Spieler.“
In den weiteren Jahren folgte eine Aufstiegsserie. „Wir sind dann von der Bezirksklasse bis in die Oberliga gekommen“, erinnert sich der Coach noch gut an die früheren Zeiten. „In der Relegation sind wir jedoch an Bayer Leverkusen gescheitert.“
Einige Jahre später, 1994, wechselte der Volleyballer schließlich zurück zu seinem Heimatverein. „Auch hier war ich in den Folgejahren weiterhin Trainer mehrerer Mannschaften.“ Seine aktive Laufbahn als Spieler beendete der Familienvater 2001, um sich von nun an voll und ganz auf die Traineraufgabe konzentrieren zu können.
Seine Mühe machte sich dann besonders in den vergangenen Jahren bemerkbar. Denn nach der Fusion des TV Salchendorf und des TV Neunkirchen zum neugegründeten VTV Freier Grund, 2016, wollte die Erfolgsserie nicht enden: „Wir konnten 2020 tatsächlich in die Regionalliga aufsteigen. In der vorigen Saison haben wir uns dann sogar für die Aufstiegsrunde zur 3. Liga qualifiziert. Letztlich mussten wir uns allerdings mit einem guten 5. Tabellenplatz zufriedengeben.“ Dennoch sei die Meisterrunde für alle Beteiligten die bekannte Kirsche auf der Torte gewesen. Denn gerechnet habe mit dem Erfolg keiner. „Ich bin wirklich super stolz auf mein Team“, fügt Terkowsky hinzu.
Und nicht nur auf dem Trainerposten engagierte sich der Volleyballer aus Leidenschaft über Jahrzehnte. Denn seit 1987 ist er auch mal mehr und mal weniger als Schiedsrichter aktiv. „Das ist jedoch nie mein Steckenpferd gewesen. Denn es ist ja so, dass jeder Verein eine bestimmte Anzahl an Schiedsrichtern stellen muss. Dadurch, dass ich durch meine jahrelange Erfahrung sehr regelsicher bin, wurde ich damals vorgeschlagen“, schmunzelt der Siegerländer. Und wie sollte es anders sein, engagierte sich der 67-Jährige auch neben dem Feld für seinen Verein. „Ich war unter anderem bis 2016 2. Vorsitzender des TV Salchendorf.“
Bleibt nur noch die Frage, wo sich die Trainer-Ikone in den Folgejahren sieht? Doch auch hierauf hat der Siegerländer eine schnelle Antwort: „Das muss letztendlich natürlich meine Mannschaft entscheiden, aber ich habe noch nicht vor, dem Volleyball den Rücken zuzukehren. Denn es ist ja so: Um so mehr Zeit man mit jungen Menschen verbringt, um so jünger und fitter bleibt man am Ende selbst.“

Autor:

Sarah Groos

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