Vorwurf der Inszenierung

Großrazzia als Ablenkung von Illerkirchberg? So interpretieren AfD-Politiker Schlag gegen Terrorzelle um

Auf einem AfD-Parteitag hängt ein Plakat mit dem Schriftzug «Alternative für Deutschland».

Auf einem AfD-Parteitag hängt ein Plakat mit dem Schriftzug Alternative für Deutschland (Symbolbild).

Ein grauhaariger Mann im Tweedjackett, eine Juristin und ehemalige Bundestags­abgeordnete der AfD, mehrere frühere Offiziere der Bundeswehr: Die aktuellen Ermittlungen und Festnahmen im Milieu sogenannter Reichsbürger zeigen, dass Verschwörungs­erzählungen und staatsfeindliche Ideologien kein Phänomen mehr sind, das nur in Kleingruppen diskutiert wird.

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Einige der Männer und Frauen, die auf Geheiß der Bundesanwaltschaft jetzt festgenommen worden sind, besaßen legal Waffen, zum Beispiel weil sie Sportschützinnen und -schützen waren. Es sind Menschen mit Beruf und Besitz, das, was man im Politjargon gerne die „Mitte der Gesellschaft“ nennt.

Die Verschwörerinnen und Verschwörer waren gut organisiert, trafen sich in kleinen Gruppen, kommunizierten über einen Messengerdienst und hatten sich schon genau überlegt, wer von ihnen nach dem angestrebten Umsturz welche Aufgabe übernehmen sollte. Neuer Regierungschef, neue Justizministerin, alles war geklärt.

Verdächtige nach Reichsbürger-Razzia beim Bundesanwalt vorgeführt

Nach einer europaweiten Razzia unter Führung deutscher Behörden waren 25 Personen festgenommen worden.

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Die Uminterpretation folgt prompt

In den sozialen Medien versuchen Rechte jetzt mühsam, die Razzia umzuinterpretieren. Von einem Schlag gegen eine Gruppe, die den Umsturz in Deutschland plante und auch nicht vor Fantasien zurückschreckte, den Reichstag zu stürmen, hin zu einem Ablenkungsmanöver des Staates vom Mord an einer 14-Jährigen in Illerkirchberg. Ein Mann mit Migrationshintergrund gilt hier als Tatverdächtiger.

So schreibt der AfD-Bundestagsabgeordnete Petr Bystron bei Twitter: „,Staatsstreich‘ mit 50 Rentnern? Die würden nicht mal das Rathaus von San Marino einnehmen! Die Bemühungen, eine ,Gefahr von Rechts’ herbeizufabulieren, werden immer absurder. Gemordet wurde aber in Illerkirchberg, Kandel, Wuerzburg usw.“.

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Harald Laatsch (AfD) aus dem Berliner Abgeordnetenhaus schreibt: „Es stehen Wahlen an in Berlin erzwungen von der AfD, mehr muss man über diese Inszenierung nicht wissen. Klar auch, dass die Medien Illerkirchberg klein kochen und hier irgendetwas strafbewährtes inszenieren.“

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Der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalens schenkt seiner Kommentierung der Razzia bei Twitter gar ein Clown-Emoji und meint: „Immer diese Reichsbürger, die kleine Mädchen auf dem Schulweg meucheln!“ – eine Pietätlosigkeit gegenüber dem 14-jährigen Opfer von Illerkirchberg.

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Der bayerische AfD-Landtagsabgeordnete Andreas Winhart ordnet die Razzia wie folgt ein: „Die einzige Anmerkung die ich zur heutigen Razzia hab: Warum ausgerechnet kurz nach Illerkirchberg! Will man ablenken? Wie lange wussten die Behörden bereits von den Plänen zum Staatsstreich od. Putsch?“

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Und aus der rechten Twitter-Blase zwitschert @chrisx128: „Schon komisch, jedes mal wenn in Deutschland ein bestialischer Mord passiert ist am nächsten Tag das Top-Thema ,Nazis, Nazis....überall böse Nazis‘“.

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AfD-Spitze verurteilt Umsturzpläne der „Reichsbürger“

In einer ersten Stellungnahme zur Razzia, die die AfD gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) abgegeben hat, verurteilen die Bundessprecher Tino Chrupalla und Alice Weidel die Umsturzpläne: „Von dem Fall haben wir heute, wie die meisten Bürger auch, erst aus den Medien erfahren. Wir verurteilen solche Bestrebungen und lehnen diese nachdrücklich ab. Nun gilt es, die Ermittlungen abzuwarten. Wir haben vollstes Vertrauen in die beteiligten Behörden und fordern eine schnelle und lückenlose Aufklärung.“

Heinrich XIII. P. R. bei Razzia gegen „Reichsbürger“ festgenommen

Der 71-Jährige steht im Verdacht, eine führende Rolle bei den Umsturzplänen der Gruppierung zu spielen.

Auf die Frage, ob die AfD die festgenommene Birgit Malsack-Winkelmann aus der Partei ausschließen wird, gingen sie jedoch mit keinem Wort ein.

mit Agenturmaterial

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