Kommentar

Trump und die Republikaner: die Komplizen eines Verfassungsfeindes

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump gibt in seiner Residenz Mar-a-Lago bekannt, dass er zum dritten Mal für das Präsidentenamt kandidiert.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump gibt in seiner Residenz Mar-a-Lago bekannt, dass er zum dritten Mal für das Präsidentenamt kandidiert.

Washington. Der Mann hat einen Putschversuch zur Verhinderung eines demokratischen Regierungswechsels inszeniert. Er hofiert in seinem Privatclub Neonazis und Antisemiten. Insofern ist es nur konsequent, dass Donald Trump nun zur Aufhebung der amerikanischen Verfassung aufruft. Mit dem jüngsten Post auf seiner Propagandaplattform Truth Social spricht er laut aus, was er seit Langem denkt.

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Der Ex-Präsident ist ein manischer Verschwörungsideologe, ein krankhafter Narzisst und ein skrupelloser Möchtegernautokrat. Zum eigenen Machterhalt hat er die Lüge von der gestohlenen Wahl in die Welt gesetzt, die er nun mit immer neuen vermeintlichen Belegen immer irrer überdreht.

Die hemmungslose Radikalisierung folgt Trumps egomanischer Persönlichkeitsstruktur und ist zugleich sein Geschäftsmodell, mit dem er landesweit frustrierte weiße Wähler an sich bindet. Niemand kann das überraschen. Wirklich schockierend aber ist die Gleichgültigkeit, mit der der Großteil der Republikaner diese Entwicklung verfolgt.

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Das Schweigen von Ron DeSantis

Nur ein Teil der Partei ist mit Trump wirklich in den Extremismus abgebogen. Viele reden sich das Problem klein. Ein wichtiger Teil aber schweigt aus purem Opportunismus, weil er die aufgehetzte Basis nicht verschrecken will. Nur mit tagelanger Verspätung haben sich Mitch McConnell und Kevin McCarthy, die Führer der Republikaner im Parlament, zu halb garen Distanzierungen von Trumps Neonazi-Kontakten hinreißen lassen. Der als Präsidentschaftskandidat gehandelte Gouverneur Ron DeSantis schweigt bis heute zu dem Skandal.

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Damit nehmen die Anführer der republikanischen Partei bewusst in Kauf, dass verfassungsfeindliche Tabubrüche immer weiter normalisiert werden und die amerikanische Demokratie sturmreif geschossen wird. Es gibt schließlich Wichtigeres. Zum Beispiel die eigene Karriere.

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