WM in Katar

„Wir teilen ihren Schmerz“: Irans Fußballkapitän solidarisiert sich mit Protesten

Irans Fußballkapitän Ehsan Hajisafi bei der WM in Katar.

Irans Fußballkapitän Ehsan Hajisafi bei der WM in Katar.

Der Kapitän des iranischen Fußball-Nationalteams hat sich bei einer Pressekonferenz im Zuge der Fußball-WM 2022 zu den derzeitigen Protesten im Iran geäußert. Man müsse anerkennen, dass die Bedingungen im Iran nicht rechtens und die dort lebenden Menschen nicht glücklich seien, so Ehsan Hajsafi am Sonntag in Katar. „Wir sind hier, aber das bedeutet nicht, dass wir nicht ihre Stimme sein oder sie nicht respektieren können“, sagte er über die Protestierenden in seinem Heimatland. Das Team wolle mit seinem Auftreten bei der WM die Menschen im Iran repräsentieren. „Im Namen Gottes, dem Schöpfer des Regenbogens“, sagte Hajsafi. „Ich möchte allen trauernden Familien im Iran mein Mitgefühl aussprechen. Wir wollen sie wissen lassen, dass wir bei ihnen sind und ihren Schmerz teilen.“

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Der Gott des Regenbogens ist im Iran zu einem Symbol für den verstorbenen Kian Pirfalak geworden. Der Neunjährige war Medienberichten zufolge vor wenigen Tagen durch Schüsse iranischer Einsatzkräfte ums Leben gekommen.

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Positive Reaktionen in den sozialen Medien

Kurz nach Hajsafis Solidaritätsbekundung wurde bekannt, dass ein Angeklagter im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten im Iran zum Tode verurteilt worden war. Das Revolutionsgericht in Teheran hatte ihn angeblich schuldig befunden, weil er „während der jüngsten Unruhen ein Messer gezogen“ habe soll „mit der Absicht, zu töten, Terror zu verbreiten und die Gesellschaft zu verunsichern“, berichtete unter anderem die „Sportschau“. Es war das sechste Todesurteil seit Beginn der Proteste im Iran. Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen wurden im Zuge der Demonstrationen bereits Tausende Iranerinnen und Iraner festgenommen und Hunderte Menschen getötet.

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In den sozialen Medien erhielt Hajsafis Ansprache überwiegend positive Reaktionen. Viele lobten den Mut des Kapitäns, sich so offen gegen das Regime zu stellen. „Beeindruckender Mut und Tapferkeit“, schreibt etwa eine Twitter-Userin zu einem Videoausschnitt. Ein anderer User betont die Courage im Vergleich zu anderen Nationalmannschaften, die auf das Tragen der „One Love“-Armbinde verzichtet hatten: „Unsere englischen Jungs trugen eine andere Kapitänsbinde, weil sie Angst vor den Konsequenzen der Fifa hatten.“

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Auch Kritik an „ungenügender“ Positionierung

Andere Stimmen kritisierten jedoch auch Hajsafis Worte als ungenügend: „Nach dem, was ich gelesen habe, ist das für die Iraner keine Geste des Mutes, (...) nachdem sie Fotos mit dem Präsidenten gemacht haben, sondern sie reagieren einfach auf den Druck ihrer Landsleute.“

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Dabei war es nicht nur bei der Ansprache geblieben: Beim Spiel von Iran gegen England zeigte sich auch die ganze iranische Mannschaft solidarisch. Während der Nationalhymne schwieg das iranische FußballNationalteam und erhielt dafür in den sozialen Medien viel Respekt und Anerkennung. Den Spielern ebenso wie dem Kapitän könnten nun Konsequenzen drohen. Im Iran war zuvor spekuliert worden, dass sie möglicherweise gesperrt werden, sollten sie bei der Hymne schweigen. Weil die Spieler die Hymne nicht mitsangen, unterbrach der iranische Staatssender seine Liveübertragung.

Am Dienstag wurde dann bekannt, dass Irans Fußball-Nationalspielern nach der nicht mitgesungenen Hymne wohl vorerst keine Konsequenzen drohen. Dies werde während des Turniers nicht passieren, da nicht alle Spieler der Mannschaft gesperrt werden könnten, schrieben iranische Sportjournalisten am Dienstag. Aber eine temporäre Sperre oder Gehaltskürzungen für die Spieler, die in der iranischen Liga beschäftigt sind, wäre nach der WM – besonders bei einem schlechten Abschneiden des Teams – durchaus denkbar.

RND/al/mit dpa

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