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Blech5@ erfreut mit musikalischer Reise aus dem Lÿz
"Ab in den Süden"

Um am Ostermontagvormittag per Live-Stream die Menschen zu erfreuen, trafen sich im Lÿz die Musiker (v. l.) Stephan Müller, Attila Benkö, Michael Nassauer, David Friedrich, Julian Huss und Thomas Kiess, hier kurz vor Matinée-Beginn.
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  • Um am Ostermontagvormittag per Live-Stream die Menschen zu erfreuen, trafen sich im Lÿz die Musiker (v. l.) Stephan Müller, Attila Benkö, Michael Nassauer, David Friedrich, Julian Huss und Thomas Kiess, hier kurz vor Matinée-Beginn.
  • Foto: René Traut
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

"Der Virtuelle Hut": Blech5@ spielten im Kulturhaus Lÿz Siegen eine Matinee.
bst Siegen. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts ist die Kammermusik mit dem Holzbläserquintett (Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott) bereichert worden, für das ein riesiges Repertoire entstand. Mit der Entstehung neuer Blechblasinstrumente nach Erfindung funktionstüchtiger Ventile um 1820 konnten die Blechbläser ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihr Quintett populär machen. Drei eng mensurierten Instrumenten (zwei Trompeten und Tenorposaune) stehen zwei weit mensurierte (Horn und Tuba) gegenüber. Ihr Klang ließ sich bestens mischen oder kontrastieren, immer mehr Literatur entstand ebenso wie eine große Bandbreite an Arrangements und Bearbeitungen.

"Der Virtuelle Hut": Blech5@ spielten im Kulturhaus Lÿz Siegen eine Matinee.
bst Siegen. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts ist die Kammermusik mit dem Holzbläserquintett (Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott) bereichert worden, für das ein riesiges Repertoire entstand. Mit der Entstehung neuer Blechblasinstrumente nach Erfindung funktionstüchtiger Ventile um 1820 konnten die Blechbläser ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihr Quintett populär machen. Drei eng mensurierten Instrumenten (zwei Trompeten und Tenorposaune) stehen zwei weit mensurierte (Horn und Tuba) gegenüber. Ihr Klang ließ sich bestens mischen oder kontrastieren, immer mehr Literatur entstand ebenso wie eine große Bandbreite an Arrangements und Bearbeitungen. Davon ließen sich vor drei Jahren im Siegerland ansässige Blechbläser der Philharmonie Südwestfalen und des Musikkorps der Bundeswehr Siegburg zur Gründung des Ensembles Blech5@ inspirieren.

Musik für reisefreudige Blechbläser

Kurz vor dem Aus aller Kulturveranstaltungen war ihr Programm „Ab in den Süden – Musik für reisefreudige Blechbläser“ aufführungsbereit. Nun kam es mit einigen Aktualisierungen am Ostermontag aus dem Kulturhaus Lÿz zu Gehör per Live-Stream im Rahmen des „Der-virtuelle-Hut“-Oster-Specials im Zuge der Kreis-Kulturbüro-Initiative „Support Your Local Artists“. Neben Thomas Kiess (Trompete), Michael Nassauer (Horn), Julian Huss (Tenorposaune), Attila Benkö (Tuba) von der Philharmonie Südwestfalen und Stephan Müller (Trompete) vom Bundeswehr-Musikkorps konnte auch Percussionist David Friedrich von der Philharmonie Südwestfalen zur Mitwirkung gewonnen werden.
Mit Felix Mendelssohn Bartholdys Vertonung des Psalms 91 „Denn er hat seinen Engeln“ aus seinem Oratorium „Elias“ eröffnete das Quintett die Matinée, durch die Attila Benkö als Moderator humorvoll führte.

Hymne des Widerstands: "Bella Ciao"

Die von der Corona-Krise hart getroffenen Länder sollten bei der musikalischen Reise besonders bedacht werden, zuerst Italien mit „Bella Ciao“, dem recht schwungvollen Lied der Reispflückerinnen, das zur Hymne der Resistenza-Partisanen wurde; danach Russland mit dem Walzer Nr. 2 aus Dimitri Schostakowitschs Suite für Varieté-Orchester. Für Frankreich wurde David Friedrich zum Vibraphonisten bei Claude Debussys (Klavier-)Prélude I.8 „Das Mädchen mit dem Flachshaar“ – stimmungsvolle impressionistische Klänge mit zarter Blechbläserbegleitung. Dem United Kingdom widmeten die sechs Musiker drei Titel: eine der musikalischen Charakterisierungen von Chris Hazells Katzen, hier des streunenden Katers „Kraken“, Steven Verhlests zur Corona-Krise passender „Song Of Health“ und „Ticket To Ride“ von John Lennon und Paul McCartney, dargeboten mit blechernem „Beatles-Feeling“.

Hommage an das gebeutelte New York

Danach wechselte David Friedrich das Schuhwerk und verblüffte mit einer gekonnt vorgetragenen Stepp-Variation bzw. einem „Tap Dance“ in der Sprache seiner englischen Mutter. Damit war die Überleitung nach Mittelamerika eingeleitet: Von Kevin McKee erklang die Originalkomposition „Vuelta del fuego“ mit Anklängen an die feurige Musik Mexikos, ehe es weiter ging nach New Orleans mit Lew Pollacks Dixieland „That’s A Plenty“. Der aktuell am schlimmsten von CoViD-19 heimgesuchten Metropole war der Matinee-Schluss gewidmet: Der Titel-Song aus dem Musical „New York, New York“ von John Kander und Fred Ebb sollte das Deprimierende kurz vergessen machen. Dass diese musikalische Reise hoch virtuos und zugleich locker wirkend vonstatten gehen konnte, ist den hochkarätigen Profimusikern geschuldet, die diese Matinee als Benefizkonzert ihren unter der Krise leidenden freischaffenden Kolleginnen und Kollegen widmeten. Mit Erfolg: Schon kurz nach Konzertbeginn war die Zahl der erhofften 500 im Streaming zugeschalteten Zuhörer übertroffen.

Um am Ostermontagvormittag per Live-Stream die Menschen zu erfreuen, trafen sich im Lÿz die Musiker (v. l.) Stephan Müller, Attila Benkö, Michael Nassauer, David Friedrich, Julian Huss und Thomas Kiess, hier kurz vor Matinée-Beginn.
Fanden ein großes Online-Publikum: die Bläser von Blech5@.
Autor:

Bernd Sensenschmidt (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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