SZ

Der Schauspieler Christoph Quest ist tot
Als Faust und Adolf Busch in Siegen unvergessen

Im März 2003 brillierte der am Wochenende verstorbene Schauspieler Christoph Quest (r., mit Werner Eng) als Faust in einer Inszenierung des Goethe-Klassikers von Magnus Reitschuster, die damals in der Martinikirche gegeben wurde.
  • Im März 2003 brillierte der am Wochenende verstorbene Schauspieler Christoph Quest (r., mit Werner Eng) als Faust in einer Inszenierung des Goethe-Klassikers von Magnus Reitschuster, die damals in der Martinikirche gegeben wurde.
  • Foto: Dirk Manderbach
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

sz/ciu Berlin/Siegen. Der Schauspieler Christoph Quest ist tot. Er starb nach Medienberichten nur rund 14 Tage nach seiner Ehefrau, der Malerin Doris Quest, die einer Krebserkrankung erlag. In Siegen erinnert sich die Theaterwelt gut an Quest, der im Jahr 2001/02, also noch vor dem Umbau des Apollos zum Theater, in „Busch-Brüder oder Die Heimkehr“ als Geiger Adolf Busch zu erleben war. Zwei Jahre später brillierte der 1940 geborene Mime als Faust – damals in einer Aufführung in der Martinikirche, die, wie die SZ damals schrieb, mit eindrucksvollen Bildern begeisterte. Beide Inszenierungen verantwortete Apollo-Intendant Magnus Reitschuster, der sich am Montag erschüttert über die Nachricht vom plötzlichen Tod des Künstlers zeigte.

sz/ciu Berlin/Siegen. Der Schauspieler Christoph Quest ist tot. Er starb nach Medienberichten nur rund 14 Tage nach seiner Ehefrau, der Malerin Doris Quest, die einer Krebserkrankung erlag. In Siegen erinnert sich die Theaterwelt gut an Quest, der im Jahr 2001/02, also noch vor dem Umbau des Apollos zum Theater, in „Busch-Brüder oder Die Heimkehr“ als Geiger Adolf Busch zu erleben war. Zwei Jahre später brillierte der 1940 geborene Mime als Faust – damals in einer Aufführung in der Martinikirche, die, wie die SZ damals schrieb, mit eindrucksvollen Bildern begeisterte. Beide Inszenierungen verantwortete Apollo-Intendant Magnus Reitschuster, der sich am Montag erschüttert über die Nachricht vom plötzlichen Tod des Künstlers zeigte. Er erinnere sich gut daran, dass Christoph Quest den Faust mit enormer „Sprachgenauigkeit und Ausdruckskraft in der Mimik“ gegeben und damit „die Inszenierung getragen“ habe. Aufgrund der engen Zusammenarbeit mit Quest sei dieser dann auch – wie etwa Joachim Fuchsberger, Ralf Bauer oder Prof. Tobias Richter – zum Ehrenmitglied des Apollo-Förderkreises ernannt worden.

Quest spielte in "Tatort" und "Pfarrer Braun"

Die Wege gingen nach dieser intensiven gemeinsamen Zeit wieder auseinander. Als „Busch-Brüder“ einige Jahre später erneut gespielt werden sollte, so Reitschuster, habe er Quest erneut angefragt, dieser sei dann aber zeitlich anderweitig und sehr im Filmgeschäft gebunden gewesen. So kannte man ihn etwa auch aus dem „Tatort“ sowie den Serien „Pfarrer Braun“ (ARD) und „Edel & Starck“ (Sat.1).
Vor einem halben Jahr habe er, so Reitschuster, erneut daran gedacht, den Darsteller noch einmal fürs Apollo zu gewinnen, für ein „Faust“-Projekt, für das es einen „ganz alten Faust“ gebraucht hätte.

Schon länger gesundheitliche Probleme

Offenbar hatte Christoph Quest schon länger mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, hörte sein Herz auf der Krankenstation der Berliner Charité auf zu schlagen.
„Es ist immer das Herz, das verfluchte Herz“, hatte Quest als Adolf Busch (der offenbar auch mit Herz-Problemen zu kämpfen hatte) in „Busch-Brüder“ im Dialog mit Henner und Frieder zu sagen. Und auch das: „Das Herz hat seine Gründe, von denen der Verstand nichts weiß.“ Womit der Geiger Busch dann letztlich zusagte, nach all den braunen deutschen Wirren in Siegen Bach zu spielen.

Engagement am Schillertheater Berlin

Christoph Quest, das ist der Homepage des Ehepaares zu entnehmen, kam in Berlin zur Welt. Seine Jugend verbrachte er vorwiegend in Bayern. Er studierte die Schauspielkunst an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Auf Theaterengagements in Freiburg, Kiel und Wuppertal folgte ein Engagement am Schillertheater in Berlin. Weitere Stationen seiner Karriere waren u. a. das Thalia-Theater oder das Deutsche Schauspielhaus oder das Zürcher Schauspielhaus. Er arbeitete mit Regisseuren wie Peter Zadek, Georg Tabori oder Jürgen Flimm zusammen und seit 1999 auch an der Oper. Quest führte Regie und schrieb eigene Texte. Letztere las er im Mai 2002 auch in Siegen. Der Anlass: In der Galerie Magdalena Kaiser stellte Ehefrau Doris aus – kraftvolle Blumenbilder in Öl.

Autor:

Claudia Irle-Utsch (Redakteurin) aus Siegen

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