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"Champagner zum Frühstück" im Apollo
Alters-WG statt Seniorenresidenz

Intensive Diskussionen zwischen Hausverwalterin und Mietern – und der Schmierlinsky hängt schon an der Wand! Der wird ein echter Aufreger... Das Ohnsorg-Theater sorgte am Samstagabend für entspannte Unterhaltung im Apollo-Theater.
  • Intensive Diskussionen zwischen Hausverwalterin und Mietern – und der Schmierlinsky hängt schon an der Wand! Der wird ein echter Aufreger... Das Ohnsorg-Theater sorgte am Samstagabend für entspannte Unterhaltung im Apollo-Theater.
  • Foto: Johanna Schirmacher
  • hochgeladen von Peter Barden (Redakteur)

jon  Siegen. Was tun Senioren, die sich nicht ins Altenheim abschieben lassen wollen? Sie büxen aus und machen ihr Ding! Die Wohnung liegt zwar nicht im allerbesten Viertel und kostet trotzdem eine satte Miete, aber da der andere Mietinteressent auch höchst willig ist, tun sich überraschende Türen auf: die Alters-WG!
Altersstarrsinn mal produktivMarie und Valentin, beide im Rentenalter um die 70, haben es satt, sich von ihrem Nachwuchs bevormunden zu lassen, und tun sich zusammen, teilen sich die Wohnung, halbieren die Miete. Altersstarrsinn mal produktiv! Da kann man endlich mal tun, was man will. Sektfrühstück wäre doch toll!

jon  Siegen. Was tun Senioren, die sich nicht ins Altenheim abschieben lassen wollen? Sie büxen aus und machen ihr Ding! Die Wohnung liegt zwar nicht im allerbesten Viertel und kostet trotzdem eine satte Miete, aber da der andere Mietinteressent auch höchst willig ist, tun sich überraschende Türen auf: die Alters-WG!

Altersstarrsinn mal produktiv

Marie und Valentin, beide im Rentenalter um die 70, haben es satt, sich von ihrem Nachwuchs bevormunden zu lassen, und tun sich zusammen, teilen sich die Wohnung, halbieren die Miete. Altersstarrsinn mal produktiv! Da kann man endlich mal tun, was man will. Sektfrühstück wäre doch toll! Die beiden sind sichtlich nicht mit Reichtum gesegnet, ihre Bühnenkostüme bieder und schüchternfarbig, überdies müssen sie ihr Mobiliar und Wandschmuck , sogar Kunstwerke, in der Nachbarschaft klauben.
Dabei geraten sie mit der etwa gleichaltrigen Nachbarin aneinander, die ihre Nase ungefragt überall reinsteckt und Dinge in falsche Zusammenhänge bringt. Ja, ja, einen ollen Nierentisch abstauben, aber einen echten Schmierlinsky an der Wand hängen haben! Ob das mal gutgeht?

Spaß mit Verwechslungsszenen

Natürlich nicht, man ahnt es. Aber zwischendurch amüsiert die in arg zurechtgestutztem Norddeutsch aufgeführte Komödie erst noch mit Verwechslungsszenen, in denen zum Beispiel der Sohn des Protagonisten Valentin von Maries Tochter Sophie für den jugendlichen Galan ihrer Mutter gehalten wird, und mit einer handwerklich begabten Hausverwalterin, die das undichte Siphon im Bad repariert und dabei ihre rotbeschuhten Füße athletisch-ästhetisch in die Luft streckt.

"Klapsmühlen für Tattergreise"

Was für eine Verlockung für den inzwischen auf den Plan getretenen Kuddel Knoop, Freund von Valentin. Kuddel scheint nicht die hellste Kerze auf der Torte zu sein, aber er ist erbost genug, um Seniorenresidenzen als „Klapsmühlen für Tattergreise“ zu beschimpfen. Beim Aufhängen des Schmierlinsky-Bildes über dem Sofa kommen Marie und Valentin sich näher. Da bahnt sich was an! In fortgeschrittenem Alter sollte man keine Zeit verschwenden… Leider sucht der Besitzer das Gemälde, und man verdächtigt Valentin, das Bild gestohlen zu haben. Zerknirscht gibt er es fälschlicherweise zu, und nun soll er dafür in den Knast! Da aber im Haus nur ordentliche Leute geduldet sind, hagelt es Kündigungen. Das ist zuviel für Valentin, er büxt schon wieder aus, und das freigewordene Zimmer wird sogleich von Kuddel okkupiert.

Am Ende wird alles gut ...

Im zweiten Teil wird der Titel des Stücks in Szene gesetzt: Kuddel erinnert sich daran, was sein Freund ihm beiläufig über Maries Träume erzählt hatte, serviert ihr Champagner zum Frühstück und findet sie eigentlich sehr sympathisch… Zum Glück wird am Ende doch noch alles gut,  und es findet sich eine Lösung für die drängenden Probleme der Beteiligten.

Herzlicher Applaus für liebevolle Inszenierung

Die Problematiken (Alter, Selbstbestimmung, Wohnsituation, Generationenkonflikte usw.) hätten etwas deutlicher herausgearbeitet werden können. Aber als leichte Schauspielunterhaltung mit dem Theaterklassiker des Ohnsorg-Theaters aus der Feder von Michael Wempner, inszeniert von Milena Paulovics, bereiteten die Schauspieler Wolfgang Sommer, Robert Eder, Beate Kiupel, Annika Krüger, Meike Meiners, Fabian Monasterios und Laura Uhlig dem Siegener Publikum einen entspannten Abend. Herzlicher Applaus belohnte das liebevoll inszenierte Stück!
Am  Montag, 22. November,  ist das Stück noch einmal um 20 Uhr im Apollo zu sehen. Am Sonntag, 28. November, gibt es „Champagner zum Frühstück“ dann um 20 Uhr in der Aula des Gymnasiums Wilnsdorf.

Autor:

Johanna Schirmacher (Freie Mitarbeiterin)

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