Neue Bestuhlung kommt Anfang August
Apollo-Theater völlig entsesselt

Da waren’s nur noch drei: Dominic Sebastian (l.) und sein Vater Jürgen von der Firma GSM Sella aus Gößnitz bauten am Donnerstag die letzten Apollo-Sessel aus. Anfang August kommen die neuen.
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  • Da waren’s nur noch drei: Dominic Sebastian (l.) und sein Vater Jürgen von der Firma GSM Sella aus Gößnitz bauten am Donnerstag die letzten Apollo-Sessel aus. Anfang August kommen die neuen.
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zel Siegen. Vier Stunden Daniel Kehlmanns „Tyll“ – die Biennale-Besucher mussten Anfang Mai Sitzfleisch beweisen und Haltung bewahren, und das auf den alten Stühlen im Apollo-Theater. Damit ein Theater-Marathon nicht zum Knochenjob für Zuschauer wird, erhält das Haus jetzt, wie berichtet, eine neue Bestuhlung. Am Donnerstag um 15 Uhr standen in der ersten Reihe noch genau drei von den alten Sesseln; die restlichen 520 hatten die Mitarbeiter der Fachfirma GSM Sella aus dem thüringischen Gößnitz schon abgebaut.

Der Saalboden trägt demnächst den Farbton "Piemont"

Das Apollo ist derzeit also völlig entsesselt – das nutzen der Technische Leiter des Theaters, Tim Fischer, und sein Kollege, Haustechniker Günter Losch, um den Saalboden komplett abzuschleifen, zu beizen und neu zu lackieren. Der Farbton „Piemont“ hat bei einer Probebeizung „Toskana“ und „Umbrien“ hinter sich gelassen – es ist ein dunkles Braun. Das heißt, der Boden, auf dem im Winter Salz und Splitt an den Schuhen (oder allzu intensives Hufe-Scharren, wenn es auf der Bühne aufregend wurde?) ihre Spuren hinterlassen haben, wird hinterher fast genauso aussehen wie der alte.

Die alten Metallfüße kommen wieder an ihren Platz

Auch bei den Sesseln, die die Stadt Siegen als Haus-Eigentümerin für rund 190000 Euro anschafft, ändert sich optisch nicht wirklich viel. Sie waren rot und sie werden wieder rot, die Armlehnen schwarz, und die Sitzfläche lässt sich klappen, wie gehabt. Die Rückenschale sei ergonomisch ausgeformt, erklärt Norbert Röder von GSM Sella, Stoff und Schaumstoff seien schwer entflammbar. Die Firma, die auch die alten Sessel entsorgt, nimmt die Metallfüße aus Siegen mit nach Gößnitz und erneuert Grundgestell und Polsterung. Interessant: Wer immer auf Platz 1 in Reihe 16 gesessen hat, bekommt auch „seinen“ Metallfuß wieder. Neue Löcher müssen nicht gebohrt werden, um die 523 Sitze in den 18 Reihen zu befestigen. Das soll Anfang August passieren und drei Wochen dauern.

Sicherheit geht vor: weitere Wartungen und Prüfungen

Wichtig für die technischen Mitarbeiter im Apollo: Jeder Sessel soll einzeln der Reihe zu entnehmen sein, so dass Reparaturen zukünftig einfacher werden. Die neue Bestuhlung ist das Haupt-Thema, das die Apollo-Techniker in diesen Theaterferien beschäftigt, vergangenes Jahr war es der Bühnenboden. Dennoch stehen weitere wichtige sicherheitsrelevante Wartungen und Prüfungen an, wie Günter Losch erklärt. Wie jedes Jahr werden alle Scheinwerfer abmontiert, geprüft und gereinigt, und der TÜV nimmt sich Vor-Bühne und Maschinenzüge sowie die Belüftungsanlage vor.

Da waren’s nur noch drei: Dominic Sebastian (l.) und sein Vater Jürgen von der Firma GSM Sella aus Gößnitz bauten am Donnerstag die letzten Apollo-Sessel aus. Anfang August kommen die neuen.
Das lohnt sich: Der Boden im leeren Zuschauersaal des Siegener Apollo-Theaters wird abgeschliffen, gebeizt und versiegelt. Der Stuhl ganz rechts ist ein neues Ansichtsexemplar.

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