Neuerwerbungen für die Sammlung Lambrecht-Schadeberg
Arbeiten von Toroni, Freud, Riley und Lassnig kommen dazu

„Silent Green“ heißt die Arbeit Maria Lassnigs von 2008, die jetzt zur Siegener Sammlung gehört.
  • „Silent Green“ heißt die Arbeit Maria Lassnigs von 2008, die jetzt zur Siegener Sammlung gehört.
  • Foto: Maria Lassnig Foundation/VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Philipp Ottendörfer
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sz Siegen. Gut 30 Jahre war es zwischen Paris und New York verschollen, das Werk „Sans Titre“ des in der Schweiz lebenden Künstlers Niele Toroni. Aufgetaucht bei einer Auktion, zählt es nun zu den Neuerwerbungen des letzten Jahres in der Sammlung Lambrecht-Schadeberg der Rubenspreisträger der Stadt Siegen im Museum für Gegenwartskunst (MGK) Siegen).
Thomas Thiel, Direktor des MGK Siegen, freut sich mit Kurator Prof. Dr. Christian Spies über den nicht selbstverständlichen Neuerwerb: „Das Museum für Gegenwartskunst befindet sich bei Ankäufen von Rubenspreisträgern in einer glücklichen Situation. Allein Mäzenin Barbara Lambrecht-Schadeberg und der Peter-Paul-Rubens Stiftung ist es zu verdanken, dass wir auch in diesen Zeiten solch wichtige Neuerwerbungen tätigen und dem Publikum direkt vorstellen können.“

Toroni: Bild mit besonderer Geschichte

Das Bild des Konzeptkünstlers Niele Toroni ist lediglich als Tuch auf die Wand geheftet und zeigt, wie bekanntermaßen alle seine Kunstwerke, Pinseladrücke in bestimmten Abständen. Kurator Christian Spies weist darauf hin, dass „Sans Titre“ mit dem französischen Bildhauer César in Verbindung stehe, denn Niele Toroni habe sein Werk mit dem bedeutenden Künstler getauscht.

Riley: Gibt Tipps für Neuerwerbungen

Auf anderen Wegen ist hingegen das Bild „Blue Counterpoint“ der britischen Malerin Bridget Riley zur Sammlung gekommen. Das Museum steht seit der Rubenspreisverleihung 2012 in engem Kontakt mit der Künstlerin. Riley gebe oft, so Spies, selbst Anregungen, wie die Siegener Sammlung erweitert werden könnte. Bei „Blue Counterpoint“ handelt es sich um ein Ölgemälde, das aus verschiedenfarbigen horizontalen Streifen besteht. Die Ähnlichkeit der Rosatöne stehe dabei im starken Kontrast zu den Komplementärfarben Grün und Blau, was beim Betrachter zu ganz besonderen Wahrnehmungserlebnissen führe, sagte Spies. Das Museum kann auf eine umfangreiche Gruppe von Werken des britischen Malers Lucian Freud zurückblicken. Nun zählt auch die Radierung „Man Posing“ dazu. Wie bei vielen seiner Nacktporträts steht auch hier die schonungslose Darstellung des Körpers im Vordergrund. Die Person befindet sich auf einem Sofa und blickt den Betrachter direkt an.

Freud: Entspannte Pose der Portraitierten

 Für solche Porträts brauchte Lucian Freud normalerweise mehrere Wochen, deshalb war es ihm wichtig, dass die Modelle eine möglichst bequeme Position einnahmen. Dies werde vor allem durch das Buch verdeutlicht, auf dem der Mann seinen Fuß abstelle, hob Spies hervor. Besonders sei bei diesem Werk, dass Freud die Radierkarte komplett ausgefüllt habe. Für Christian Spies war es schon eine kleine Herausforderung, an die Radierung zu kommen, obwohl es in einer Auflage von insgesamt 50 existiert.

Lassnig: Körpergefühhlsbilder

Ganz besondere Aufmerksamkeit galt den Zeichnungen und Aquarellen der österreichischen Künstlerin Maria Lassnig, die in diesem Jahr im Rahmen des neuen Ausstellungsformats „Studiolo“ gezeigt werden. Das Bild „Doppelfiguration“ gehört zu Lassnigs bekannten Körpergefühlsbildern und stammt aus der Lassnig-Stiftung in Wien, die nur an ausgewählte Museen Werke aus dem Nachlass abgibt. Das Zeichnungskonvolut, das größtenteils ebenfalls aus Wien stammt, gibt einen sehr guten Einblick in die Zeichentechniken der Künstlerin. Die Bleistiftzeichnungen seien dadurch geprägt, dass Lassnig bestimmte Details koloriert habe, wodurch diese stärker in den Vordergrund treten. Farbenfrohe Hintergründe spielen hingegen bei „Silent Green“ und dem Bild „Ohne Titel“ eine wichtige Rolle. Eine Arbeit Lassnigs ist gerade erst aus Wien eingetroffen, die Zeichnung „Torso am Baum“. Wie der Titel sagt, verwächst der Körper mit einem Baum.

Sammlung verändert sich mit jeder Neuerwerbung

Die Neuerwerbungen der Sammlung Lambrecht-Schadeberg erweitern die vorhandenen Werkgruppen der einzelnen Rubenspreisträgerinnen und -träger nochmals enorm. Wie eine Familie mit einem neuen Mitglied, so der Kurator, verändere sich auch eine Sammlung mit jedem neuen Bild.
Weitere Infos:  www.mgksiegen.de.

Autor:

Redaktion Kultur

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