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Maria Ehrich spielt die junge Vera in der Bestseller-Verfilmung „Altes Land“
Auf der Suche nach einer neuen Heimat

Vera (Maria Ehrich) schafft es gerade noch, ihren lebensmüden Stiefvater Karl Eckhoff (Milan Peschel) vom Selbstmord abzuhalten. Seine Kriegsleiden und die Trennung von Veras Mutter nehmen ihm jeden Lebenswillen.
  • Vera (Maria Ehrich) schafft es gerade noch, ihren lebensmüden Stiefvater Karl Eckhoff (Milan Peschel) vom Selbstmord abzuhalten. Seine Kriegsleiden und die Trennung von Veras Mutter nehmen ihm jeden Lebenswillen.
  • Foto: ZDF/Boris Laewen
  • hochgeladen von Redaktion Kultur

la - Drei Frauen, drei Generationen, ein Hof.
la Berlin.  „Was ist für Sie Heimat?“ Maria Ehrich, die in der Verfilmung nach dem gleichnamigen Bestseller „Altes Land“ von Dörte Hansen (Start des Zweiteilers diesen Sonntag, 20.15 Uhr, ZDF/Teil 2 folgt am Montag) die junge Vera spielt, antwortet im SZ-Interview auf die Frage differenziert. „Heimatgefühle spüre ich natürlich, wenn ich an mein Zuhause in der Nähe von Erfurt denke, aber ich empfinde sie auch für meinen augenblicklichen Wohnort Berlin. Heimat kann aber für mich auch sein, wenn ich mit meinem Hund (die griechische Promenaden-Mischung Pino sitzt während des Interviews zu ihren Füßen und wartet sehnsüchtig auf einen Spaziergang) unterwegs bin. Das Gefühl von Heimat kann an ganz unterschiedlichen Orten der Welt entstehen.

la - Drei Frauen, drei Generationen, ein Hof.
la Berlin.  „Was ist für Sie Heimat?“ Maria Ehrich, die in der Verfilmung nach dem gleichnamigen Bestseller „Altes Land“ von Dörte Hansen (Start des Zweiteilers diesen Sonntag, 20.15 Uhr, ZDF/Teil 2 folgt am Montag) die junge Vera spielt, antwortet im SZ-Interview auf die Frage differenziert. „Heimatgefühle spüre ich natürlich, wenn ich an mein Zuhause in der Nähe von Erfurt denke, aber ich empfinde sie auch für meinen augenblicklichen Wohnort Berlin. Heimat kann aber für mich auch sein, wenn ich mit meinem Hund (die griechische Promenaden-Mischung Pino sitzt während des Interviews zu ihren Füßen und wartet sehnsüchtig auf einen Spaziergang) unterwegs bin. Das Gefühl von Heimat kann an ganz unterschiedlichen Orten der Welt entstehen. Oftmals ist es ein Duft, eine Melodie, eine Person, und ich spüre dieses Gefühl von Heimat.“

Vom Buch zum Film: "Altes Land"

Um Heimat geht es auch im Überraschungserfolg „Altes Land“, der monatelang auf den Bestsellerlisten stand und den die SZ als Fortsetzungsroman veröffentlichte. Drei Frauen, drei Generationen: Ein Hof im malerischen Alten Land ist der Schauplatz der Erzählung über das Deutschland unserer Mütter und Großmütter. Es geht aber auch um wurzellose Menschen und Reiz und Widersinn der Sehnsucht nach dem Landleben.
Sherry Hormann, die auch das Drehbuch schrieb, inszenierte den Film mit Iris Berben als Vera in der Gegenwart, Maria Ehrich als jüngere Vera und Nina Kunzendorf als Halbschwester Marlene. Auch in den Nebenrollen gab es Doppelbesetzungen wie bei Milan Peschel/Kilian Land und Peter Kurth/Marius Ahrendt; denn der Zweiteiler spielt wie der Roman auf mehreren Zeitebenen, die ineinander verwoben sind und aus einer weiblichen Perspektive das Bild einer Epoche entwerfen, in der auf Flucht und Vertreibung erst Ausgrenzung und Verdrängung folgen und schließlich der Phantomschmerz verlorener Zugehörigkeit.

Ein Film über Fremdsein und Zugehörigkeit

Für Sherry Hormann ist „Altes Land“ kein Plot im üblichen Sinn, es ist dieser unsichtbare Rucksack, den die Menschen mit sich herumtragen, der über die Jahre voller und voller wird an Erlebtem, aus dem Erinnerungen werden. Und für Iris Berben ist es die Geschichte einer Frau, die in den Nachkriegsjahren mit ihrer Mutter aus Ostpreußen ins Alte Land flüchtete und hier ihr ganzes Leben bleibt. Ein Film über Zugehörigkeit, über Fremdsein und Fremdbleiben: „Es hat also viel mit heute zu tun!“
Für Maria Ehrich, u. a. mit dem Nachwuchspreis der Goldenen Kamera ausgezeichnet und zuletzt in der Berliner Erfolgsserie „Ku’damm“ zu sehen, waren Drehbuch und Filme von Sherry Hormann mit ausschlaggebend, die Rolle der Vera anzunehmen. „Ich habe von ihr „Wüstenblume“ und „Nur eine Frau“ gesehen. Einfach tolle Filme, die berühren und in denen die Regisseurin auch Neues ausprobiert. Und ich habe ihr zu 100 Prozent vertraut.“

Maria Ehrich: Weltreise machte sie selbstbewusster

Die Romanvorlage   kannte die gebürtige Erfurterin, die seit zehn Jahren vor der Kamera steht, nicht, war sie doch zum Zeitpunkt des Bucherscheinens gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten, dem Sportjournalisten Manuel Vering, auf einer siebenmonatigen Weltreise, deren Erlebnisse sie im Buch „Leaving the Frame – Eine Weltreise ohne Drehbuch“ und im gleichnamigen Dokumentarfilm verarbeitete.
Hat sie keine Angst gehabt, nach dem Ausstieg keine neuen Rollen angeboten zu bekommen? „Ich habe so früh angefangen vor der Kamera zu stehen, da war einfach das Gefühl da: Es muss sein. Und ich wusste, wenn ich nicht mit auf Weltreise gehe, werde ich auf lange Sicht unglücklich, und das wird sich auch auf das Spielen vor der Kamera auswirken.“
Rückblickend sagt Maria Ehrich: „Die Entscheidung war richtig, ich habe mich persönlich weiterentwickelt, bin selbstbewusster geworden und habe gelernt, auch mal ‚Nein‘ zu sagen, wenn ich mir nicht 100 Prozent sicher bin.“
Bei der Rolle der jungen Vera war sie sich sicher. Eine Frau, die in jungen Jahren schon sehr viel Furchtbares erlebt hatte mit Entwurzelung, Ablehnung durch ihr Umfeld und Liebesentzug ihrer Mutter und dennoch nicht aufgibt. Maria Ehrich: „Das hat sehr viel mit der augenblicklichen Flüchtlingsproblematik gemeinsam. Damals wie heute sind diese Menschen auf der Suche nach einer neuen Heimat oder zumindest einem Ort der Sicherheit, und wir als Gesellschaft tragen die Verantwortung, sie nicht im Stich zu lassen.“

Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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