Kinskey Island bringt CD „Aliens Hate to Dance“ heraus
Außerirdisch

Nikolaus Zarmutek (Gitarre/Sax), Can Arslan (Bass) und Jan Ilarion Melnik (Drums, v. l.) haben soeben eine CD herausgebracht und bitten die Zuhörer auch schon mal auf unerwartete musikalische Felder. Das Bandfoto ist vor der Corona-Pandemie entstanden.
  • Nikolaus Zarmutek (Gitarre/Sax), Can Arslan (Bass) und Jan Ilarion Melnik (Drums, v. l.) haben soeben eine CD herausgebracht und bitten die Zuhörer auch schon mal auf unerwartete musikalische Felder. Das Bandfoto ist vor der Corona-Pandemie entstanden.
  • Foto: Band
  • hochgeladen von Peter Barden (Redakteur)

sz/zel Siegen. „Aliens Hate to Dance“ – unter diesem Namen hat die Siegener Instrumentalband Kinskey Island soeben eine CD herausgebracht. Nikolaus Zarmutek (Gitarre, bei einigen Stücken auch Alt-Saxophon), Can Arslan (Bass) und Jan Ilarion Melnik (Drums) ordnen ihren Musikstil in den Bereich des experimentellen progressiven Jazzrocks ein.

Nach Anfängen 2008 im Jahr 2019 neu formiert

Im Jahr 2008 unter anderem Namen gegründet, haben sich die Wege der Musiker nach einigen Jahren der Aktivität (in der Zeit fanden u. a. Gigs im Kulturwerk Wissen, beim Jazzfestival Idstein und im Jazzclub Oase in den Räumlichkeiten des Siegener Lÿz statt) zunächst aus beruflichen Gründen getrennt. Im Sommer 2019 gab es dann eine Neuformierung in der aktuellen Besetzung.

"Wir passen in keine Schublade"

Experimenteller progressiver Jazzrock? „Eins steht fest: Wir passen mit unseren teils krummen Taktarten, den ausgedehnten Instrumentalsoli und den treibenden Grooves in keine Schublade“, so Jan Ilarion Melnik. Unter Jazzrock versteht die Band die Fusion aus jazzigen Improvisationen, schrägen Akkorden und einem gelegentlichen „smoothen Swing-Feel“ auf der einen Seite und verzerrten Gitarren und Backbeat-orientierten Grooves auf der anderen Seite. Progressiv werde ihre Musik durch die Unisono-Betonung von rhythmischen Ideen, die auch teilweise die Grundlage für gesamte Stücke liefern. Als das i-Tüpfelchen ihres Stils bezeichnen die Musiker das, was sie in ihrer Genre-Definition als „experimentell“ bezeichnen: „Wir haben keine Scheu davor, aus dem Schema zu brechen, uns an unkonventionellen Songstrukturen zu bedienen oder stilistisch – und sei es auch nur für einige Sekunden – für den Zuhörer unerwartete Felder zu betreten.“
Diese „offene“ Haltung zeige sich auch in der Art und Weise, in der die Stücke entstehen: „Niemand kommt zur Probe und präsentiert ein fertiges Stück, vielmehr hat einer von uns eine interessante Melodie oder eine rhythmische Idee, die dann weiterentwickelt wird.“ Das Saxophon biete hier eine klangliche Abwechslung und mache das Zusammenspiel luftiger – im wahrsten Sinn des Wortes. Dass aus dieser zusätzlichen Klangfarbe auch eine wilde Farbenschlacht werden kann, davon könnten sich Hörer ebenfalls auf der neuen CD überzeugen, wie Kinskey Island mitteilt.

CD-Projekt entstand aus Livestream-Idee

Kurz vor den ersten Auftritten im Frühjahr 2020 (einige Konzerte waren bereits geplant) mussten aufgrund der Pandemie alle Termine abgesagt werden. In dieser Zeit kam den Musikern die Idee, einen Livestream zu veranstalten. Sie bauten in der Firma Metal Drum Power, einem Hersteller für Schlagzeuge aus Edelstahl, in Kirchhundem ein Bühnen-Set-up auf, verkabelten alle Instrumente (allein das Drum Set war mit zehn Mikrofonen ausgestattet) und starteten mittels zweier Kameras im Juli vergangenen Jahres einen Livestream auf der Videoplattform YouTube.
Das Konzert wurde nicht nur live übertragen, sondern auch vollständig mitgeschnitten. „Alle einzelnen Spuren unserer Instrumente waren in ihrer ,Rohfassung‘ vorhanden und für eine ausgiebige Nachbearbeitung bereit.“ Also haben sich die drei entschieden, das Livestream-Konzert neu abzumischen und zu mastern und haben so in Eigenregie einen CD-reifen Sound erschaffen, wie es heißt. Den Livestream haben sie deshalb zeitnah off–line genommen.

Albumtitel ist Name eines Stückes

Der Albumtitel „Aliens Hate to Dance“ ist auch der Name des zweiten Stücks auf dem Album, der ausgerechnet im 15/16-, 7/8-, 4/4- und ternären 11/8-Takt komponiert ist – und damit unter allen Stücken mit einer Dauer von 3:23 Minuten zwar das kürzeste Stück ist, aber gleichzeitig die größte Anzahl an verschiedenen Taktarten zu bieten hat. Vom Gitarristen Zarmutek erhielt das titelgebende Stück ob der vertrackten Rhythmen den Kommentar: „Da würden nicht mal Aliens drauf tanzen.“
Eine Entsprechung findet der Albumtitel in dem von Fjodor Roman Zarmutek erstellten detailreichen Artwork, das drei Aliens im Steuerraum eines Ufos zeigt. Eines der Aliens steht vor einem alten Radio, dessen Kabel durchtrennt sind.

Vierseitiges DigiPack

Die CD, die nicht nur zehn Stücke, sondern auch einen Live-Videomitschnitt aus dem Stream als Bonusmaterial beinhaltet, kommt als vierseitiges DigiPack. Das Projekt wurde unterstützt vom Kulturbüro des Kreises Siegen-Wittgenstein, dessen Logo sich auf dem Back-Cover wiederfindet, wie auch all die anderen Mitwirkenden: Florian Salchow (Kameraführung während des Livestreams); Martin Piroth, Inhaber der Firma Metal Drum Power, und Nadine Franz, die das Bandlogo erschaffen hat – eine triste Inselsilhouette mit rauchenden Atomkraftwerktürmen und einem Leuchtturm vor einer scheinbar traumhaften Abendsonne. „Aliens Hate to Dance“ ist in einer Auflage von 200 erschienen. Die Band ist per E-Mail an kinskeyisland@gmail.com zu erreichen. Auch findet man sie bei Instagram, YouTube und Facebook.

Autor:

Regine Wenzel (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil
ThemenweltenAnzeige

Tablet-Aktion der Siegener Zeitung
SZ-Abo abschließen und Tablet sichern

Mit einem Abo der Siegener Zeitung kommen Sie jetzt gleichzeitig auch an ein Tablet Ihrer Wahl. Immer und überall informiert mit dem E-Paper... lesen, wo ich will; ... über die Suchfunktion schnell finden, was mich interessiert; ... gleicher Inhalt in praktischer Form; ... mit Zoomfunktion. Jetzt exklusiv: die Tablet-Bundle-Aktion  Beinahe geschenkt: Erhalten Sie kostengünstig ein Tablet Ihrer Wahl bei Abschluss eines Abos der Siegener Zeitung. Möchten Sie Ihr neues Tablet gleich zum Lesen...

Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen