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Stephanie Süßenbach in IHK-Galerie Siegen
„Awakening“ - Erwachen

Die in Siegen geborene Künstlerin und Lehrerin Stephanie Süßenbach stellt Malereien unter dem Titel „Awakening“ in der IHK Siegen vor. Vernissage ist an diesem Donnerstag um 19 Uhr.
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  • Die in Siegen geborene Künstlerin und Lehrerin Stephanie Süßenbach stellt Malereien unter dem Titel „Awakening“ in der IHK Siegen vor. Vernissage ist an diesem Donnerstag um 19 Uhr.
  • Foto: Peter Barden
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

pebe Siegen. Schwarz. Nicht undurchdringlich, aber doch imposant in ihrer Schwärze: Die fünf Bilder irritieren beim Betrachten. Beim genauen Hinschauen aus einem geänderten Blickwinkel zeichnen sich auf dem tiefdunklen Untergrund schwarze Linien ab, ergeben Muster, aus den Mustern werden schemenhafte Bilder. „Die Bilder sind mit Holzkohle auf den eingefärbten Untergrund gezeichnet, die Arbeiten haben etwas Grafisches“, sagt Stephanie Süßenbach. Die gebürtige Siegenerin (Jahrgang 1986) bereitet gerade ihre Ausstellung „Awakening“ in der IHK-Galerie Siegen vor, deren Vernissage an diesem Donnerstag um 19 Uhr stattfindet.
Ihr Thema ist das Erwachen„Ich wollte die Corona-Stimmung einfangen“, erklärt die Künstlerin weiter, „da passt die Technik gut.

pebe Siegen. Schwarz. Nicht undurchdringlich, aber doch imposant in ihrer Schwärze: Die fünf Bilder irritieren beim Betrachten. Beim genauen Hinschauen aus einem geänderten Blickwinkel zeichnen sich auf dem tiefdunklen Untergrund schwarze Linien ab, ergeben Muster, aus den Mustern werden schemenhafte Bilder. „Die Bilder sind mit Holzkohle auf den eingefärbten Untergrund gezeichnet, die Arbeiten haben etwas Grafisches“, sagt Stephanie Süßenbach. Die gebürtige Siegenerin (Jahrgang 1986) bereitet gerade ihre Ausstellung „Awakening“ in der IHK-Galerie Siegen vor, deren Vernissage an diesem Donnerstag um 19 Uhr stattfindet.

Ihr Thema ist das Erwachen

„Ich wollte die Corona-Stimmung einfangen“, erklärt die Künstlerin weiter, „da passt die Technik gut.“ Menschen sind auf den dunklen Flächen nicht zu finden – wie im Lockdown eben. Es bleibt eine Ahnung von Struktur. Die menschenleeren Motive sind in Siegen angesiedelt, in New York, Berlin oder Tokio und in der Automobilindustrie. Und obwohl sie so massiv schwarz erscheinen, haben sie etwas Flüchtiges. „Die Holzkohle könnte man trotz Fixierung wegwischen.“ Aber weniger der Lockdown ist Thema, sondern das Erwachen, eher: das Wiedererwachen ist der Künstlerin wichtig, die ihre Bildserie nach und nach in hellere Farben überführt. Zugleich werden wieder Konturen sichtbar, Szenen und zugleich Schlagworte aus der Krise, die wie in die Erinnerung eingebrannt wirken: das geduldig-resignierte Warten einer alten Frau auf Kontakt („isolation“), ein eher rasputinartiger Kopf mit langem Haupthaar und Bart (growing hair“) – wie hat sich die Coronazeit niedergeschlagen?

Süßenbach: "Ich mag Linien"

Flüchtiges fixieren – das treibt Stephanie Süßenbach an. „Es geht mir darum, etwas festzuhalten, weil es so schnell vorbeigeht.“ Dem Vergehenden soll eine Dauer gegeben werden, die das Erinnern, den inneren Bezug zum Geschehen, möglich macht. Deshalb hat ihre Malerei etwas Skizzenhaftes, das fremd und vertraut zugleich wirkt. Die Malmittel: Acryl, Kohle Kreide, Farbrolle, Tuschepinsel, alles Werkzeuge, die ihrerseits eng mit einem schnellen Arbeitsprozess konnotiert sind.Ihre Arbeitsweise beschreibt die Künstlerin, die als Gymnasiallehrerin für Kunst und Englisch in Dillenburg arbeitet, als sehr raschen, spontanen Prozess: „Es gibt keine Vorzeichnung, ich greife sofort zur Farbrolle.“ Mit der Kante der Rolle – ein verblüffender, eindrücklicher Effekt – zeichnet sie die Konturen, dann kommt die Farbgebung. „Ich arbeite an mehreren Bildern gleichzeitig“, erklärt sie. Dadurch bleibt mehr Spontaneität erhalten.“
Warum die Konturen? „Ich mag Linien“, antwortet Stephanie Süßenbach, das „Angerissene“, Skizzenhafte ist Malprinzip: „Das sind immer auch Zeichnungen.“  Es gehe um eine Reduktion, um das Wesentliche sichtbar zu machen.

Leichtigkeit, Licht, Lebenswille

Der malerische Weg in die Normalität nach Corona geht in der sehenswerten Ausstellung weiter, langsam kehren Leichtigkeit, Licht und Lebenswille wieder: Davon erzählen z. B. die (schon 2017 entstandenen) Gemälde „at the ice cream parlor“ (also etwa „In der Eisdiele“) und „the couple“ (das Paar). Die Arbeiten atmen Leichtigkeit, es geht nicht um individuelle Porträts, sondern um diesen speziellen Moment, in dem etwas enthalten ist, das der Flüchtigkeit trotzt. Wie in „the kiss“ (Der Kuss, entstanden 2020), ein Bild, das die Künstlerin besonders mag: Zwei menschliche Konturen, deren Kopfumrisse im angedeuteten intensiven Kuss zu einem verschmelzen, die Vertrautheit signalisieren und Nähe, je länger der Augenblick dauert, auch für die Betrachtenden …

Stephanie Süßenbach: „Awakening“ – Malerei;
2. Oktober bis 27. November 2020,
IHK Siegen, Koblenzer Str. 121, Siegen,
montags bis donnerstags 8 bis 16. 30 Uhr,
freitags 8 bis 15.30 Uhr

Die in Siegen geborene Künstlerin und Lehrerin Stephanie Süßenbach stellt Malereien unter dem Titel „Awakening“ in der IHK Siegen vor. Vernissage ist an diesem Donnerstag um 19 Uhr.
Die in Siegen geborene Künstlerin und Lehrerin Stephanie Süßenbach stellt Malereien unter dem Titel „Awakening“ in der IHK Siegen vor.
Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

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