Philharmonie Südwestfalen stellt neues Spielzeitbuch vor
Beethoven hilft

Präsentierten im Siegener Kreishaus das neue Spielzeitbuch der Philharmonie Südwestfalen: Landrat und Orchestervorstand Andreas Müller (r.) und Intendant Michael Nassauer.
  • Präsentierten im Siegener Kreishaus das neue Spielzeitbuch der Philharmonie Südwestfalen: Landrat und Orchestervorstand Andreas Müller (r.) und Intendant Michael Nassauer.
  • Foto: Christoph Haupt/Philharmonie
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ciu/sz Siegen/Hilchenbach. Mit Wucht, in schrillen Farben und im Comic-Style kommt es daher – und mit Beethoven! Denn das „Ta-ta-ta-taaah!“, mit dem das Spielzeitbuch der Philharmonie Südwestfalen in der neuen Saison „aufmacht“, kennen wir ja: aus der berühmten Fünften des vor 250 Jahren in Bonn geborenen Meisters. Beethoven half, und seine Komponistenkollegen aus Barock und Klassik taten es auch. Denn die Besetzung ihrer Werke ist auch mit den Corona-Abstandsregeln auf den meisten Bühnen zu realisieren. Und daher steckt im Titel des Saison-Programms mehr als ein Funken Wahrheit.
„Als Corona begann, war die Saison 2020/2021 bereits fertig geplant und ausgebucht“, sagte der Siegen-Wittgensteiner Landrat und Orchester-Vorstand Andreas Müller jetzt bei der Saisonvorstellung. „Seither ist nichts, wie es war, und es erfordert große Flexibilität, sich auf die sich ständig ändernden Bedingungen einzustellen.“ Deshalb, ergänzte Intendant Michael Nassauer, erscheine das neue Buch nicht wie gewohnt vor den Sommerferien, „sondern erst, nachdem sich die Lage ein bisschen gefestigt hat und wir und unsere Veranstalter stabiler in die Zukunft blicken“.

Festes Spielzeitbuch in unsicheren Zeiten

Die Konsequenz für das bei Vorländer hergestellte Druck-Werk war, den Terminteil zu straffen und einige Geschichten zu erzählen. So wird das Spielzeit-Buch durchaus zum Lese-Buch. Es gibt eine Chronik, die mit dem letzten Konzert „vor Corona“, einem Schulkonzert im Apollo-Theater Siegen, startet, von vielen Absagen erzählt, aber auch von den hoffnungsvollen Wiederanfängen – wie den Auftritten kleinerer Ensembles etwa im Kulturhaus Lÿz (Der virtuelle Hut), vor Alten- und Pflegeheimen und beim „Festival der Abstände“ im Apollo. Auch Chefdirigent Nabil Shehata kommt, im Gespräch mit Michael Nassauer, zu Wort, erzählt von Krisenmanagement, Herausforderungen und seiner Überzeugung, dass nach der Pandemie der „Hunger auf Live-Musik immens sein“ werde. Shehata: „Deshalb darf jetzt im Moment nicht der Rotstift angesetzt werden.“

Krisenzeiten und Finanzen

Was dem Orchester in der Krise helfe, unterstrich der Intendant im Gespräch mit der SZ, sei die unbedingte Verlässlichkeit der drei institutionellen Zuschussgeber: Kreis Siegen-Wittgenstein, Land Nordrhein-Westfalen und Landschaftsverband Westfalen-Lippe. „Das ist schon eine enorme Beruhigung.“ Auch deshalb könnte die Philharmonie das Jahr 2020 – voraussichtlich – ohne ein zu großes Defizit abschließen. Seine Hoffnung, sein Appell: dass auch im Haushalt 2021 die bislang veranschlagten Mittel eingestellt würden.

Orchester mit Ensembleproben fit halten

„Ziemlich wachsam“, beschreibt Nassauer sein gegenwärtiges Vorgehen, stets auf dem Sprung, auch zusätzliche Engagements anzunehmen, vielleicht das eine oder andere Konzert in der Siegerlandhalle noch anzusetzen und das Orchester in Ensembleproben fit zu halten. Es sei schon eine Tragik, dass der Shutdown genau in einer Phase passierte, als die Philharmonie unter der neuen Leitung von Nabil Shehata hörbar wuchs. „Das wurde dann jäh unterbrochen.“
Die Terminplanung für die neue Saison dokumentiere, so die Philharmonie, auch die Auswirkungen der Pandemie. So hätten fast alle Chöre ihre geplanten Konzerte absagen oder verschieben müssen. Für die gesamte Saison sei es allerdings gelungen, keine Abstriche bei Solisten und Gastdirigenten machen zu müssen. Serien wie die Neujahrskonzerte, die Filmmusik oder das Educationprogramm mit fast 30 Schulkonzerten in der heimischen Region und auch in Amsterdam stünden ebenso an wie das Konzert bei KulturPur, die „Games-Music“ oder eine Klassik-Gala.

Philharmonie hofft auf die Treue des Publikums

Einen besonderen Dank sprach Landrat Müller an die Förderer und Unterstützer der Philharmonie aus, die das Orchester auch in Krisenzeiten nicht im Regen stehen ließen. Das zeige sich auch bei den vielfach kleineren Betrieben, die dem Spielzeitbuch trotz Pandemie mit einem Inserat treu geblieben seien. Nun hofft die Philharmonie vor allem auf die Treue ihres Publikums, das sich sicher im Konzertsaal aufgehoben wissen soll. Das nächste Konzert: am 30. Oktober, 20 Uhr, im Apollo. Gegeben wird Musik von Robert Schumann. Solistin ist die Pianistin Elena Bashkirova, am Pult: Nabil Shehata. Es gibt noch Karten!

Autor:

Claudia Irle-Utsch (Redakteurin) aus Siegen

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