TV-Kritik: „Tatort: Gefangen“ (Das Erste)
Behrendt als leidender Ballauf

Kommissar Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) beschäftigt nicht der aktuelle Fall, sondern auch noch einer, der längst zu den Akten gelegt wurde ... Das Erste zeigte den gelungenen Krimi „Tatort: Gefangen“ am Sonntagabend.
  • Kommissar Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) beschäftigt nicht der aktuelle Fall, sondern auch noch einer, der längst zu den Akten gelegt wurde ... Das Erste zeigte den gelungenen Krimi „Tatort: Gefangen“ am Sonntagabend.
  • Foto: WDR/Thomas Kost
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

dee Köln. Kommissar Ballauf hatte viel mit der eigenen Vergangenheit zu kämpfen in diesem Kölner „Tatort“ („Gefangen“, Sonntagabend, Das Erste). Er hatte zuletzt eine junge Kollegin im Einsatz erschossen. Die Bilder sind noch in seinem Kopf, er wird psychologisch betreut und muss gleichzeitig einen Mord aufklären, was sich ausgerechnet in der Psychiatrie abspielt. Dort sitzt eine vermeintlich gesunde Frau, die aus Gründen hierher kam, die die Kommissare erst langsam herausfinden und sie auf die richtige Spur bringen. Regisseurin Isa Prahl tat gut daran, den nachdenklichen Beamten nicht zu ausladend in Szene zu setzen, und hielt den Konflikt in Grenzen. Das Augenmerk galt der glücklosen Familie eines Anwalts, der mit Tricks zum eigenen Kind kam, das der in der Psychiatrie sitzenden Schwägerin gehörte. So wurden die Charaktere nach und nach spannend ergründet, und es gab auch einige Wendungen, die für Überraschungen sorgten. Es wurde so kein tristes Psychodrama, sondern eben doch ein gut erzählter Krimi mit ungewissem Ausgang, der von den starken Hauptdarstellern getragen wurde. Klaus J. Behrendt überzeugte hier als leidender Ballauf ebenso wie Andreas Döhler als undurchsichtiger Strafverteidiger, dem die Beamten auf die Schliche kamen. Ein gelungener, wenn auch ziemlich konstruierter Krimi aus der Feder von Autor Christoph Wortberg, der in vielen Belangen überzeugen konnte.

Autor:

Redaktion Kultur

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