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Philharmonie Südwestfalen mit "Hallo Heroes" im Apollo
Berührende Streicherklänge

Sie ist wieder da: Die Philharmonie Südwestfalen und ihr Chefdirigent Nabil Shehata traten am Freitag und Samstag im „abstandssicheren“ Apollo-Theater mit einem berührenden Programm für Streicher auf. Die musikalischen „Heroes“ (Helden) waren Grieg, Lekeu und Dvorák.
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  • Sie ist wieder da: Die Philharmonie Südwestfalen und ihr Chefdirigent Nabil Shehata traten am Freitag und Samstag im „abstandssicheren“ Apollo-Theater mit einem berührenden Programm für Streicher auf. Die musikalischen „Heroes“ (Helden) waren Grieg, Lekeu und Dvorák.
  • Foto: René Achenbach
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

lip Siegen.  „Wie hab´ ich dich vermisst!“, heißt es in einem Schubertlied. Vermisst hatte man in den letzten drei Monaten die Philharmonie Südwestfalen unter ihrem Chefdirigenten Nabil Shehata, das Apollo-Theater und all die vielen Freunde und Bekannten, die man dort treffen konnte. Am Freitagabend ging der rote Vorhang wieder auf, eine organisatorische und musikalische Meisterleistung, denn das ganze „Festival der Abstände“ war in nur drei Wochen ermöglicht worden.Wie Intendant Magnus Reitschuster in seiner Begrüßung betonte, hatten er und alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auch schmerzlich das Spielen vor Publikum vermisst. 38 Konzerte fielen für das Orchester aus.

lip Siegen.  „Wie hab´ ich dich vermisst!“, heißt es in einem Schubertlied. Vermisst hatte man in den letzten drei Monaten die Philharmonie Südwestfalen unter ihrem Chefdirigenten Nabil Shehata, das Apollo-Theater und all die vielen Freunde und Bekannten, die man dort treffen konnte. Am Freitagabend ging der rote Vorhang wieder auf, eine organisatorische und musikalische Meisterleistung, denn das ganze „Festival der Abstände“ war in nur drei Wochen ermöglicht worden.Wie Intendant Magnus Reitschuster in seiner Begrüßung betonte, hatten er und alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auch schmerzlich das Spielen vor Publikum vermisst. 38 Konzerte fielen für das Orchester aus. Stattdessen waren die Musiker in Kleingruppen vor Seniorenheimen in insgesamt fünf Landkreisen aufgetreten, wie Landrat Andreas Müller berichtete.

Shehata: Musiker dankbar für Auftritt 

„Menschen spielen für Menschen“: 23 Streicher füllten die Apollo-Bühne aus, während die ca. 100 Zuhörer im ganzen Zuschauerraum verteilt saßen. Edvard Griegs „Holberg Suite“ (1884) ließ die ungewohnten Umstände schnell ausblenden. Nabil Shehata forderte die Musiker zu straffem, dynamisch und rhythmisch differenziertem Spiel heraus. In den fünf Sätzen, die antikisierend die alten Tänze aus barocker Zeit zitieren – der Zeit des norwegischen Malers Holberg – glänzte das Streicherensemble durch Präzision und Ausdrucksstärke. Eine zarte, gefühlvolle Sarabande, eine tänzerisch akzentuierte Gavotte, ein  klagend und düster, ungemein intensiv gespieltes Air und ein sehr flotter und melodiöser Rigaudon gaben auch der Solovioline, der Bratsche und dem Violoncello Raum für herrliche Soli. Ein herzlicher, wenn auch ungewohnt dünner Applaus dankte den Musikern und ihrem Dirigenten. Er versicherte dem Publikum, dass alle Ausführenden dankbar seien, noch vor Spielzeitende auftreten zu können.

Selten zu hören: Guillaume Lekeu

Ein eher unbekanntes, dennoch sehr hörenswertes Werk folgte: „Adagio für Streichorchester“ (1891) vom sehr jung an Typhus verstorbenen Guillaume Lekeu. Er war ein Hoffnungsträger des belgischen Musiklebens. Seine Musiksprache ist spätromantisch, zuweilen fast expressionistisch kühn. Ein stetes Auf und Ab zwischen gefühlvoll melodischen Passagen (herrliche Soli!), zartem Verklingen und wildem Aufbegehren: blühender Streicherklang, dramatische Klangmassen und ätherisch duftige Klangteppiche ließen das musikalische Geschehen zu einem Hörgenuss werden.

Rhythmisches Klatschen nach Dvorák-Serenade

Schwelgen in Melodienseligkeit ist beim Hören von Antonín Dvoráks „Serenade“ gesichert, zumal in der großartigen Interpretation der Streicher der Philharmonie Südwestfalen und ihrem alle Feinheiten und Steigerungen modellierenden Dirigenten! Elegantes, bewegtes Frage- und Antwortspiel durch alle Streichergruppen eröffnete den Reigen der fünf Sätze, deren Schönheit in den Bann zog. Der mitreißende Walzer, das energisch schnelle, dann wieder gesanglich ruhige Scherzo, gefolgt vom Larghetto. Dessen markant absteigendes Hauptthema durchwanderte alle Gruppen und erfuhr immer neue harmonische und dynamische Wandlungen. Nach dem fast atemlosen, drängenden Finale dankten die Zuhörer mit rhythmischem Klatschen und wurden mit einem hochromantisch intonierten, glühend schönen Bachschen „Air“ belohnt.

Wunderbarer Anfang ist gemacht

Apollo-Intendant Magnus Reitschuster, Nabil Shehata und Orchester-Intendant Michael Nassauer traten nach dem Konzert mit dem Titel „Hallo Heroes“ mit dem Publikum ins Gespräch. Alle waren sich einig, dass ein wunderbarer Anfang gemacht wurde, der neugierig macht auf weitere Festivalkonzerte und Theaterabende. Das geplante Nachmittagskonzert am Freitag fand wegen geringen Kartenverkaufs nicht statt. Das Programm sollte am Samstag noch zweimal gespielt werden.

Autor:

Redaktion Kultur

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