Kunstverein reiste nach Weimar
Besuch im neuen Bauhaus-Museum

Der Kunstverein Siegen unternahm eine fünftägige Fahrt zu den Wurzeln der Moderne, zum Bauhaus.
  • Der Kunstverein Siegen unternahm eine fünftägige Fahrt zu den Wurzeln der Moderne, zum Bauhaus.
  • Foto: Kunstverein Siegen
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

sz Siegen/Weimar. Bei der jährlichen Suche nach geeigneten Zielen für die fünftägigen Fahrten des Kunstvereins Siegen in Kooperation mit der Volkshochschule der Stadt bot sich fürdas Jahr 2019 Thüringen mit dem Ausgangspunkt Weimar von selbst an. Die Stadt ist nicht nur Inbegriff der Klassik, sie steht gleichermaßen für die Neue Zeit.
Die staatliche Architektur- und Kunstschule von weltweiter Ausstrahlung, das Bauhaus, Synonym für Aufbruch, Moderne und Design, feiert ihre Gründung vor 100 Jahren. Hier fing alles an, und hier wurde vor zwei Monaten das neue Bauhaus-Museum, inzwischen Pilgerstätte für Kunstfreunde aus aller Welt, eingeweiht.

Besuch im "Kunsthaus Taunusstein"

Für 52 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begann die Kunstreise aber wie jedes Mal schon mit einer interessanten Kunststätte am Wege. Der nicht nur architektonisch auffällige, an klaren Linien und transparenten Strukturen orientierte und von privater Hand errichtete Kubus „Kunsthaus Taunusstein“ ist das Zuhause der Sammlung van Gemmern, ein Ort für Ausstellungen von Künstlern, die dem Sammlerpaar Dr. Irene Haas und Ulrich van Gemmern ans Herz gewachsen sind oder die sie für sich neu entdecken. Beraten lassen sich beide übrigens vom Berliner Kurator Christoph Tannert, der in Siegen kein Unbekannter ist.
Mit ansteckender Begeisterung führten beide durch die Ausstellungen von Hans Sieverding, die eine umfangreiche Retrospektive des vor nicht langer Zeit verstorbenen Künstlers darstellt, und von Helga Schmidhuber, einer immer mehr ins Rampenlicht gegenwärtiger Malerei tretenden Künstlerin. Ausgangspunkt für alle weiteren Unternehmungen war das Hotel direkt am Ilmpark, dessen Lage nach ausgiebiger Kunstbeschäftigung reichlich Gelegenheit für Erholungsspaziergänge in herrlicher Natur bot.

Beeindruckendes Bauhaus-Museum

Im Mittelpunkt der Kunstexkursion standen selbstverständlich das neue Bauhaus-Museum, das die spannende Geschichte dieser revolutionären Einrichtung in allen Facetten mit Originalstücken, Texten, Foto- und Bildmaterial anschaulich dokumentiert. Ebenso das Neue
Museum Weimar, dessen Benennung im Vergleich mit dem Gebäudeäußeren etwas irreführend erscheint, die aber mit seiner Gründung als erstes Universalmuseum zu tun hat. Hier wird die Vorgeschichte des Bauhauses mit dem hervorragenden Künstler und Designer Henry van de Velde, dem Philosophen Nietzsche und anderen Repräsentanten in der Zeit um 1900 in überzeugender Art und Weise medial und mittels repräsentativer Originalstücke für die verschiedenen Themenbereiche menschlichen Lebens dargestellt.
Bauhausarchitektur, die sich an gegenwärtig und in der Vergangenheit als Wohn- oder Industriebauten genutzten Gebäuden zeigte, gab es ausgiebig in Gera bei geführten Rundfahrten und -gängen durch die Bauhausbrille zu sehen, ebenfalls in Weimar. Nur wurde hier selbstverständlich klassischen Bauwerken, Parks und Anlagen am Rande nicht minder Augenmerk geschenkt wie auch in Gera, der Geburtsstadt von Otto Dix. Besuche des in seinem Geburtshaus ausgestellten Frühwerks und des in der Orangerie präsentierten Spätwerks durften nicht fehlen.

Stopp im Kunstmuseum Moritzburg

Die Abende standen wie immer im Zeichen von Geselligkeit und Kulturgenuss bei Schauspiel-, Oper- oder Konzertbesuchen. Im Nationaltheater konnten die Gedanken schon mal zur Weimarer Verfassung und weiter hin zum Grundgesetz schweifen. Auf der Rückreise gab es ein Wiedersehen mit dem Kunstmuseum
Moritzburg in Halle a. d. Saale, wo die Ausstellung „Wege der Moderne. Kunst von 1900 bis 1990“ den Aufbruch in die Neue Zeit mit hervorragenden Arbeiten nachvollziehbar werden lässt. Die Dauerausstellung mit Zeugnissen sogenannter „DDR-Kunst“, darunter solche „aufmüpfiger Künstler“, stieß bei vielen ebenfalls Interesse.

Reiseleitung hatte Franz-Josef Weber

Eine um ein weiteres Mal sehr erlebnisreiche Kunstreise reiht sich würdig in
die Kette der von Franz-Josef Weber seit 19 Jahren optimal vorbereiteten und durchgeführten mehrtägigen Kunstfahrten ein, heißt es in der Pressemitteilung. Selbst das inzwischen legendäre „Schön-Weber-Wetter“ kam, blieb und stimulierte, ganz wie erhofft.

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