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Ingo Schultze-Schnabls Wandrelief am ehemaligen Hettlage-Haus:
Blaue Verortung mit Urban Art

Der Blick auf den "Siegberg-Bummel" vom Schlossplatz aus.
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  • Der Blick auf den "Siegberg-Bummel" vom Schlossplatz aus.
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gmz Siegen. Dieses Blau zieht den Blick schon von Weitem an: Zum Beispiel, wenn man von der Sandstraße und ihren Arkaden kommend die Kölner Straße hinaufgeht, fällt einem das ungewohnte, leuchtende Blau an der Fassade des ehemaligen Hettlage-Gebäudes auf (Kölner Straße 48), da, wo das Haus die Siegbergstraße überbrückt und zu dem Gebäudeteil führt, der heute u. a. das Bruchwerk-Theater beheimatet. Über dieser Durchfahrt bauen sich die drei übereinander schwebenden, liegenden Rechtecke auf (in einer Größe von je 2 mal 1,2 Metern). Ingo Schultze-Schnabl hat diese Arbeit mit dem schönen Titel „Siegberg-Bummel“ geschaffen, im Rahmen des Urban Art Festivals, und als temporäre Installation an der Fassade angebracht.

gmz Siegen. Dieses Blau zieht den Blick schon von Weitem an: Zum Beispiel, wenn man von der Sandstraße und ihren Arkaden kommend die Kölner Straße hinaufgeht, fällt einem das ungewohnte, leuchtende Blau an der Fassade des ehemaligen Hettlage-Gebäudes auf (Kölner Straße 48), da, wo das Haus die Siegbergstraße überbrückt und zu dem Gebäudeteil führt, der heute u. a. das Bruchwerk-Theater beheimatet. Über dieser Durchfahrt bauen sich die drei übereinander schwebenden, liegenden Rechtecke auf (in einer Größe von je 2 mal 1,2 Metern). Ingo Schultze-Schnabl hat diese Arbeit mit dem schönen Titel „Siegberg-Bummel“ geschaffen, im Rahmen des Urban Art Festivals, und als temporäre Installation an der Fassade angebracht.

Das Rechteck greift die Formen der Stadt auf

Diese Rechtecke scheinen irgendwie die Formen der Stadt aufzugreifen, erinnern an die Häuser (indem sie ihre Form auf die Seite legen), an die Steine der Stadtmauer, an der man vorbeiläuft, oder auch an die Öffnung des „Haustunnels“. Kommt man näher, sieht man, dass die Rechtecke gebrochen sind, dass viereckige Formen ausgespart sind, die manchmal rechteckig, manchmal leicht trapezförmig sind und die aus den Rechtecken herauszuklettern scheinen, die schräge Pfade legen, die einen Hügel hinaufführen, eine Treppe bilden oder einfach wie eine lockere Häusergruppe ihren Platz in dem Rechteck behaupten.

Ein Blau zum Träumen und sich-Verorten

Auch das Blau ist, stellt man beim nahen Blick fest, kein einheitliches Blau, sondern durch den Auftrag mit der Rolle, erläutert der Künstler im Gespräch mit der Kulturradaktion der Siegener Zeitung, nicht überall gleich dick: Es hat eine Struktur, ist belebt – und belebt so auch die bewegten Formen zusätzlich. Und, wenn man so will, lenkt das himmlische (eigentlich Aquamarinblau) Blau den Blick von der an dieser Stelle zwar nicht engen, aber schon sehr „massiven“ Stadtumgebung in den Himmel, lädt vielleicht sogar zum Träumen ein. Lädt auch dazu ein, wie der Name sagt, sich neu in der Stadtumgebung zu verorten. Ein Bummel kann schließlich auch der neuen Wahrnehmung des Altbekannten dienen. Oder dazu, sich (neu) zu orientieren, wie die ebenfalls blauen Straßenschilder in Siegens Altstadt auch Orientierung bieten.
Auch in dieser Arbeit stellt Ingo Schultze-Schnabl in Form eines Triptychons die künstlerische Frage danach, wieviel Information man den Betrachtern anbieten muss, um Assoziationen in Gang zu setzen. Die Reduktion der Formen auf rechteckige, das Spiel von Bild, Zeichnung und plastischer Arbeit (die Platten sind mit Distanz zur Wand befestigt) verstärken die Aufforderung zur Fantasie, zum Eintauchen in die „Stadtflucht“.

Ein temporärer Beitrag zur Stadtlandschaft

Ingo Schultze-Schnabl hat die mit Wetterschutz versehenen Arbeiten als temporären Eingriff in die Stadtlandschaft geschaffen, die Spanplatten schweben bis Anfang Oktober an der Hauswand, bis zum Ende des Urban Art Festivals „Out & About“. Als Spanplatten sind sie bei den Siegerländer Wetterverhältnissen natürlich nicht für die Ewigkeit geeignet, aber ein paar Jahre machen sie schon noch, meint der Künstler, wenn es einen anderen Ort dafür gibt.
Wer weitere Informationen zu dieser Arbeit sucht, kann den QR-Code scannen, der im Schaufenster der Eisdiele direkt unterhalb hängt.

Autor:

Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin) aus Siegen

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