Auch an Ostern in Corona-Zeiten zu singen:
"Christ ist erstanden"

Die Orgel der wieder aufgebauten Frauenkirche Dresden mag als Hoffnungszeichen gelten. Geistlicher Musik kann in diesen Tagen besondere Bedeutung zukommen – auch wenn sie fast ausschließlich über Medien erlebbar wird.
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  • Die Orgel der wieder aufgebauten Frauenkirche Dresden mag als Hoffnungszeichen gelten. Geistlicher Musik kann in diesen Tagen besondere Bedeutung zukommen – auch wenn sie fast ausschließlich über Medien erlebbar wird.
  • Foto: Jürgen Vetter
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

ciu/gmz Siegen. „In der Musik findet sich der Ausdruck von Verzweiflung, Angst und Klage, aber auch von Trost, Dank und Jubel wieder“, schreibt die Siegener Kirchenmusikdirektorin Ute Debus. Gemeinsam mit fünf weiteren Kirchenmusikerinnen und -musikern war sie von der SZ-Kulturredaktion unter anderem gebeten, zu Ostern Antwort zu geben auch auf die Frage nach dem Osterlied überhaupt. Vielleicht regen die Antworten ja dazu an, ein Kirchengesangbuch in die Hand zu nehmen, ein Lied zu lesen oder auch zu singen oder vielleicht auch anzuhören. Hier die österliche Liedauswahl der Expertinnen und Experten in Sachen geistlicher Musik.

  • Ute Debus (KMD im Ev. Kirchenkreis Siegen, Nikolaikirche): „Mein“ Lied an Ostern ist das Lied „Christ ist erstanden“, welches im Ev. Gesangbuch (EG) unter der Nummer 99 zu finden ist. Es ist gleichzeitig der älteste erhaltene liturgische Gesang in deutscher Sprache.
KMD Ute Debus
  • Peter Scholl (Kantor im Ev. Kirchenkreis Siegen, Martinikirche) unterstreicht das: Der Klassiker schlechthin ist ja „Christ ist erstanden“. Und obwohl das Lied schon so alt ist, spürt man beim Singen und Spielen noch heute seine unglaubliche Kraft und Hoffnung.
Kreiskantor Peter Scholl

"Das Grab ist leer, der Held erwacht"

  • Helga Maria Lange (DKM im Dekanat Siegen, St. Joseph Weidenau): „Mein“ Choral für den Ostermorgen wäre „Christ ist erstanden“, im Gotteslob zu finden unter der Nr. 318. Das Lied steht im textlichen und melodischen Zusammenhang mit der alten Ostersequenz „Victimae paschali laudes“ aus dem 12. Jahrhundert. Mich persönlich berühren die alten kirchentonalen Melodien und Texte, die über Jahrhunderte Bestand haben.
DKM Helga Maria Lange
  • Für die Osternacht und zum Schluss des kath. Gottesdienstes mag die Gemeinde aber am liebsten „Das Grab ist leer, der Held erwacht“ in der Version aus dem Paderborner Anhang Gotteslob (GL) Nr. 752. Die Melodie dazu ist sehr schwungvoll mit einem dreimaligen strahlenden Halleluja am Ende. Der Text, der wie die Melodie 1777 entstanden ist, vermittelt die absolute Gewissheit, dass mit der Auferstehung Jesu an Ostern „das Leben den Tod besiegt“ hat.

Erinnerung an frühen Ostermorgen

  • Torsten Stendenbach (DKM im Dekanat Kirchen, St. Aloisius Herdorf): Es gibt für mich zwei Lieder, die am Ostermorgen musiziert werden müssen. Zum ersten das Lied „Christus ist erstanden“ aus dem Trierer Anhang im Gotteslob unter der Nummer 779. Hier werden Kindheitserinnerungen an den Ostermorgen wach: Man lag bei geöffnetem Fenster im Bett, um zu hören, wie um 7 Uhr die Molzhainer Dorfmusikanten Osterlieder vom Höhenweg herab spielten, und es klang übers ganze Dorf hinweg. Alleine der Gedanke daran führt bis zum heutigen Tag noch zu einer Gänsehaut.
DKM Torsten Stendenbach
  • Das zweite Lied, ebenfalls aus dem Trierer Anhang im Gotteslob unter der Nummer 780, ist „Das Grab ist leer“. In diesem Lied kommt das zum Ausdruck, was im Ostergeheimnis geschehen ist, es endet im triumphalen Halleluja. Es reicht bis zum zweiten Osterfeiertag, die dritte Strophe beinhaltet die Aussage der Emmaus-Geschichte.

Traditioneller Ostergruß

  • Dr. Jürgen Seufert (DKM im Dekanat Südsauerland, St. Martinus Olpe): „Halleluja lasst uns singen“ (Gotteslob 754, 1–5)
DKM Dr. Jürgen Seufert
  • Christine Liedtke (Gemeindepfarrerinin Bad Berleburg, Schüllar-Wemlighausen und Girkhausen,  C-Kirchenmusikerin, Leiterin des „Kleinen Chores zum Lobe Gottes“): 
    Mein Lied ist: „Christ ist erstanden von der Marter alle!“ Es findet sich im Ev. Gesangbuch (EG) unter der Nr. 99, gleich das erste Lied der Osterchoräle. Außerdem gehört für mich zu Ostern der Gruß dazu, mit dem ich alle, denen ich zu Ostern begegne, grüße: „Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!“
Pfarrerin und Kirchenmusikerin Christine Liedtke
Autor:

Claudia Irle-Utsch (Redakteurin) aus Siegen

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