Universität Siegen vergibt Erstlesepreis
Christian Seltmann gewürdigt

Erster „SPELL“-Preisträger ist Christian Seltmann mit seinen Büchern „Die Spürnasen-Bande und der Fahrrad-Klau“ und „Detektivgeschichten“.
  • Erster „SPELL“-Preisträger ist Christian Seltmann mit seinen Büchern „Die Spürnasen-Bande und der Fahrrad-Klau“ und „Detektivgeschichten“.
  • Foto: Val Thomer
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

sz Siegen. Das Germanistische Seminar der Universität Siegen hat zum ersten Mal den Literaturpreis für Bücher vergeben, die sich an Leseanfänger richten. Gewinner ist Christian Seltmann mit den Büchern „Die Spürnasen-Bande und der Fahrrad-Klau“ (Illustrationen von Nikolai Renger) und „Detektivgeschichten“ (Illustrationen von Maria Karipidou), beide erschienen im Arena Verlag.
„Für kleine Kinder gibt es wunderschöne Bilderbücher, für etwas Ältere tolle Kinder- und Jugendromane. Die Lücke dazwischen füllen Erstlesebücher, die in der literarischen Welt leider immer noch eher ein Schattendasein fristen“, sagt Dr. Jana Mikota vom Germanistischen Seminar der Universität Siegen. Um Erstlesebücher stärker ins Rampenlicht zu holen, hat sie den „Siegener Preis für Erstlesebücher – SPELL“ ins Leben gerufen. Der Preis zeichnet literarisch wertvolle Bücher für Leseanfänger aus.

Findige Detektive: die "Spürnasen"

In Christian Seltmanns „Spürnasen“-Buch ermitteln die Detektive Bruno und Molly, um Oskars verschwundenes Fahrrad wiederzufinden. Mit der „Spürnasen-Bande“ habe Seltmann eine erfindungsreiche, witzige und unterhaltsam gestaltete Detektivgeschichte für den Lesestart im ersten Schuljahr und im Vorschulalter verfasst, so Mikota. Die Geschichte sei eingängig und tiefsinnig zugleich und spreche aufgrund der Identifikationsfiguren Oskar und Molly beide Geschlechter gleichermaßen an. Außerdem regten die Inhalte dazu an, über Probleme und Fragen im Kinderalltag nachzudenken. „Uns haben vor allem seine sprachliche Gestaltung, sein Witz und sein Mut überzeugt, Kindern nicht nur Lesefutter zu geben, sondern sie literaturästhetisch zu fordern. Das Buch geht weit über das ‚bloße‘ Lesenlernen hinausgehen“, sagt Mikota zur Auswahl des Gewinners.

Fürs junge Lesepublikum

Im „Detektivgeschichten“-Buch ist Kommissar Ping einem geheimnisvollen Süßigkeiten-Räuber auf der Spur. „Bei dem Buch haben wir es mit einer spannenden, turbulenten und vor allem auch humorvollen Geschichte zu tun, die mit überraschenden Wendungen das noch junge Lesepublikum begeistert“, erzählt Dr. Nadine Schmidt, die mit Jana Mikota das Projekt leitet und den Preis vergibt. „Der Text ist einfach gehalten, aber dennoch alles andere als banal.“

"Keine Zeile, kein Wort verschwenden"

Christian Seltmann deckt mit seinen Büchern eine große Bandbreite ab: vom Bilderbuch über Vorlesegeschichten für Kita-Kinder bis hin zu zahlreichen Erstlesebüchern. Auch durch Aktionen im Bereich der Leseförderung begeistert er Kinder fürs Lesen, wie seitens der Universität mitgeteilt wird. Regelmäßig produziert Seltmann mit Kindern kleine Hörspiele. Zuletzt startete er das kontaktlose Lese-Motivations-Projekt „Unser eigenes Buch“. „Ich gehe an jedes Buch, aber besonders an Erstlesebücher, mit der Vorstellung heran, dass dieses Buch das allererste ist, das ein Kind selber liest“, erzählt der Preisträger. „Deshalb muss es für das Kind spannend, gewinnbringend und lustvoll sein, es zu lesen. Wir haben keinen Platz, keine Zeile und kein Wort zu verschwenden.“

Mikota/Schmidt mit Forschungsprojekt

Durch die Einrichtung des neuen Literaturpreises soll die Erstleseliteratur auch stärker in den Fokus von Forschung und Lehre rücken. Am Germanistischen Seminar organisieren die Literaturdidaktikerinnen Dr. Jana Mikota und Dr. Nadine Schmidt ein Forschungsprojekt zum Thema: „Wir möchten zusammen mit den Studierenden untersuchen, wie Erstlesebücher von Kindern rezipiert werden und welche Bedeutung sie für sie haben. Dazu werden wir eng mit den Grundschulen in Siegen und Umgebung zusammenarbeiten.“

Lesekompetenzen fördern

Hintergrund der Initiative ist auch die Tatsache, dass jedes vierte Kind die Grundschule mit mangelnden Lesekompetenzen verlässt und damit nicht erfolgreich am Unterricht in den weiterführenden Schulen teilnehmen kann. Jana Mikota: „Lesen als Schlüsselkompetenz muss ab der ersten Klasse in den Grundschulen geübt, eine Lesefreude gefördert und der Zugang zu Literatur allen Kindern eröffnet werden.“

Autor:

Redaktion Kultur

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