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Sächsische Kirchenmusik neu gehört
Concert Royal Köln in St. Joseph

Karla Schröter und der Organist Willi Kronenberg treten seit zwölf Jahren als Duo auf.
  • Karla Schröter und der Organist Willi Kronenberg treten seit zwölf Jahren als Duo auf.
  • Foto: Olaf n- Schwanke
  • hochgeladen von Redaktion Kultur

ne Weidenau. Die nicht nur bei Freundinnen und Liebhabern klassischer Musik beliebte Konzertreihe „Kirchenmusik in St. Joseph“ wartete am Sonntagnachmittag mit einem weiteren Programmhöhepunkt auf: Dem Organisationsteam um Dekanatskirchenmusikerin Helga Maria Lange ist es gelungen, mit Karla Schröter und Willi Kronenberg Musizierende eines internationalen und vielfach preisgekrönten Ensembles an die Sieg zu holen.
Concert Royal Köln hat sich auf Alte Musik in historisch informierter Aufführungspraxis spezialisiert, mit historischen oder historisch rekonstruierten Instrumenten – und so mancher kompositorischen Wiederentdeckung.
Schröter und Kronenberg von Concert Royal KölnU. a.

ne Weidenau. Die nicht nur bei Freundinnen und Liebhabern klassischer Musik beliebte Konzertreihe „Kirchenmusik in St. Joseph“ wartete am Sonntagnachmittag mit einem weiteren Programmhöhepunkt auf: Dem Organisationsteam um Dekanatskirchenmusikerin Helga Maria Lange ist es gelungen, mit Karla Schröter und Willi Kronenberg Musizierende eines internationalen und vielfach preisgekrönten Ensembles an die Sieg zu holen.
Concert Royal Köln hat sich auf Alte Musik in historisch informierter Aufführungspraxis spezialisiert, mit historischen oder historisch rekonstruierten Instrumenten – und so mancher kompositorischen Wiederentdeckung.

Schröter und Kronenberg von Concert Royal Köln

U. a. erhielt das von Schröter gegründete und geführte Ensemble 2015 einen Echo Klassik, und im September 2019 machte das Ensemble mit einer Weltersteinspielung des Bach-Zeitgenossen Christoph Förster in Fachkreisen von sich reden. Gerade erschienen ist ein musikalisches Porträt Karla Schröters mit englischen und deutschen barocken Oboensonaten. Eine Auswahl hatte das sympathische Duo auch in St. Joseph dabei und einige CDs fanden neue Fans.

Besondere Klangwelt: Barockoboe

 Helga Maria Lange begrüßte, lobte das vorbildliche Verhalten bezüglich der Krankheitspräventionsregeln im Hause, stellte das Konzertmotto „Musik aus Sächsischen Schlosskirchen“ vor und erläuterte die spielerischen und technischen Besonderheiten der Barockoboe (ohne Klappen, tiefer gestimmt).
Dann erklang eine erste Fantasie von Johann Ludwig Krebs. Vom ausgewiesenen Lieblingsschüler Johann Sebastian Bachs erklang darauf noch ein Choralvorspiel über „Jesu, meine Freude“, an dem man vorzüglich die Details des sogenannten „empfindsamen Stils“ des Spätbarocks ausmachen konnte: die vorsichtige Abkehr barocker Generalbassvirtuosität zu einem einfacheren, emotionaleren Stil, der auf die frühe Klassik verweist. Kronenberg spielte danach Praeludium und Fuge d-Moll (BWZ 539) auf der großen Kemper/Mebold-Orgel, schön weich registriert und einfühlsam interpretiert, als wogte es in d-Moll-Sanftheit über Schilfgras.

Raum-Klang neu erfahren

Von Johann Wilhelm Hertel, eine Generation jünger als der große Thomaskantor, echote eine musikalisch interessante Partita für Oboe und Orgel, ebenfalls in d-Moll, durch den Raum der hohen Hallenkirche, eine namentlich im ersten Satz und dem abschließenden Vivace quirlige Melancholie. Karla Schröter positionierte sich im Konzertverlauf immer wieder anders im Raum, so dass die Stücke immer wieder neu plastisches, raumgreifendes Hörvergnügen bereiteten. Mitunter erklang der leicht körnige, gelegentlich so typisch näselnde Ton der vorzüglich beherrschten Barockoboe wie von fern her, geriet zu einer mythisch-mystischen Schalmei, deren Tonsprache direkt ins Herz traf.
Werke von Gotthilf Friedrich Ebhardt, Johann Gottfried Müthel (der letzte Bachschüler ist eine Entdeckung), Georg Friedrich Kauffmann, Homilius und Christian Gotthilf Tag rundeten die gut einstündige sächsische Kirchenmusik ab, so dass das recht kleine Publikum aus dem Applaus geben gar nicht mehr herauskam. Eine musikalische Kostbarkeit war das Konzert, der man noch lange nachsinnen möchte.

Autor:

Olaf Neopan Schwanke (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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