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Cynthia Nickschas mit Olaf Roth auf Zeitreise beim „Virtuellen Hut“
Coole Reibeisenstimme

Cynthia Nickschas und Olaf Roth begeisterten am Donnerstagabend beim „Virtuellen Hut“ ihr weltweites Publikum.
  • Cynthia Nickschas und Olaf Roth begeisterten am Donnerstagabend beim „Virtuellen Hut“ ihr weltweites Publikum.
  • Foto: Veranstalter
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

anwe Siegen. Diese Stimme wird man wohl so schnell nicht wieder vergessen, und ihren Namen sollte man sich unbedingt merken, denn Cynthia Nickschas wird sicher noch viel von sich reden und hören machen: Als echter Geheimtipp mit reibeisiger Stimme und dazu an den Saiten unterwegs, konnte sie sich in der vergangenen Dekade eine stetig wachsende Fangemeinde aufbauen. Längst hat sie sich als Support von Größen wie Konstantin Wecker oder Clueso einen Namen gemacht. Aber sie ist beileibe nicht von der Art softe, brave und glattgebügelte Sängerin: Sie kommt vielmehr etwas punkig und unangepasst daher, schleudert ihre Message lässig und auch schon mal laut herausschreiend ins (bei diesem Virtuellen Hut auch wieder nur im Livestream) mitreisende Publikum.

anwe Siegen. Diese Stimme wird man wohl so schnell nicht wieder vergessen, und ihren Namen sollte man sich unbedingt merken, denn Cynthia Nickschas wird sicher noch viel von sich reden und hören machen: Als echter Geheimtipp mit reibeisiger Stimme und dazu an den Saiten unterwegs, konnte sie sich in der vergangenen Dekade eine stetig wachsende Fangemeinde aufbauen. Längst hat sie sich als Support von Größen wie Konstantin Wecker oder Clueso einen Namen gemacht. Aber sie ist beileibe nicht von der Art softe, brave und glattgebügelte Sängerin: Sie kommt vielmehr etwas punkig und unangepasst daher, schleudert ihre Message lässig und auch schon mal laut herausschreiend ins (bei diesem Virtuellen Hut auch wieder nur im Livestream) mitreisende Publikum.

Energiegeladen durch den Abend

Für den Siegener Gig hatte sie es sich mit dem eigentlichen Initiator des Abends, dem gebürtigen Hilchenbacher Jazz- und Pop-Pianisten Olaf Roth (Sledge und Soul Affair), im Schauplatz Lÿz behaglich eingerichtet. Energiegeladen ging es durch den Abend, und als Anreiz zum kräftigen Weiterspenden für „Support Your Local Artists“ hatte sie schon mal drei CDs ihres neuesten Albums, „Egoschwein“, in den „Virtuellen Hut“ geschmissen, die am Ende auch an die großzügigsten Spender verlost wurden. Zur Verstärkung hatten sich Alwin Moser (Geige) und Christoph Wegener (Akustik-Bass) eingefunden, und es fühlte sich, zumindest für Olaf, „wie am Sonntagnachmittag im Proberaum“ an.

Auf sich und die Nächsten aufpassen

Cynthia Nickschas, keck „behütet“, kickte den Abend dann mit „Musik“ und „Jamsessions“ los. Sie „liebt den Spielraum für Interpretation“ und ließ sich mit „Wohin der Wind dich weht“ weiter treiben, aber dann musste das „Egoschwein“ auch mal aus ihr raus, denn „manchmal muss man sich auch selbst der Nächste sein, sonst fällt’s schwer, dem Herzen treu zu bleiben …“. Und wo sie gerade schon bei menschlichen Themen war (denn es ist immens wichtig, gerade jetzt auf sich selbst und die Nächsten aufzupassen), riss sie einen mit „Alles gleich Mensch“ raus aus der Komfortzone mit ihrer auch schon mal rotzigen, hip-hop-artigen oder auch zeitweilig fast Janis-Joplin-mäßigen Stimme, die mehr als 300 virtuelle Zuschauer hören wollten. Olaf erinnerte sich fast wehmütig an die allererste Produktion im Lÿz, damals wie jetzt mit Ralf Gerecht an der Technik. Er forderte das Publikum auf, für „Reise ins Blau“ die Augen zu schließen und sich an einen warmen Strand zu träumen, wehmütig an der Geige unterstützt von Alwin Moser.

Hund Snoopy wird zum stillen Neben-Star

Die Energie sprudelte aus der so zerbrechlich und zierlich wirkenden Sängerin nur so heraus: Cynthia Nickschas konnte aber auch stimmgewaltig ihrer Verdrossenheit in „Wie so oft“ Ausdruck geben. Und der über die Bühne streifende Hund Snoopy wurde zwischendurch zum stillen Neben-Star.
Nach so viel auspowernder Bühnenpräsenz musste für Cynthia eine Atemhol-Pause sein, und Olaf Roth nutzte diese für einen fast 30 Jahre alten Instrumental-Samba, den er 1992 anlässlich der Aufführung „In Medias Rubens“ komponiert hatte. Und mit „Georgia On My Mind“ widmete er ein weiteres Instrumental dem bekannten Siegener Vokalisten Karsten Burkhardt, vom Mann an der Geige virtuos begleitet.

Gegen Gleichmut und Leistungsdruck

Wenn sogar von La Gomera, aus Brasilien oder auch von der „Isla de Pascua“, also der Osterinsel, zugeschaut wurde, dann war das schon eine weltweite Zuschauerresonanz, und man goutierte „Wenn ich das alles könnte“, einen ganz neuen Song, und zur Corona-Krise auch das eher punkige „Punkorona“ („für alle Nächsten, denn wir wollen’se nicht verlieren; vielleicht begreifen wir endlich, was Leben auch bedeuten kann, und dann ist hier auch endlich mal Frieden“). Mit dem nachdenklich machenden „Eigentlich“ über verpasste oder nicht ergriffene Chancen, „Schissig“ übers Angsthaben, „In Reihe bleiben“ und „Es läuft“ sang sie rau, bissig und mitreißend gegen Gleichmut und Leistungsdruck an und für den Wunsch nach Veränderung.
Mit „Zugaben, solange sie wollen“, gab Moderator Sebastian Zimmermann den Ring frei für zwei musikalische Sahnehäubchen, und Cynthia Nickschas lieferte mit der Aufforderung „Tanz“ – „lieb und leb, nimm dir Zeit, frei zu sein“ – und mit dem verträumten „Irgendwie geil“ dem Publikum noch die verdienten „Encores“.

Autor:

Anna Maria Weber (Freie Mitarbeiterin) aus Siegen

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