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Veranstaltungsausfälle bescheren dem DRK keine „Kurzarbeit“
Cordula Grün vs. Corona Rot

Nicht nur auf Großveranstaltungen– wie etwa KulturPur auf der Ginsberger Heide (Bild) – tragen Sanitäts- und Rettungsdienste zum Wohlergehen der Besucher und Mitwirkenden bei. Auch anderweitig leisten Hilfsorganisationen wertvolle Arbeit.
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  • Nicht nur auf Großveranstaltungen– wie etwa KulturPur auf der Ginsberger Heide (Bild) – tragen Sanitäts- und Rettungsdienste zum Wohlergehen der Besucher und Mitwirkenden bei. Auch anderweitig leisten Hilfsorganisationen wertvolle Arbeit.
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ph Siegen. Wie bieten Hilfsorganisationen dem Virus die Stirn? Dieser Spaßbremse, die unser gesellschaftliches Leben auf praktisch allen Ebenen lähmt? Schließlich stecken auch DRK, Malteser, Johanniter & Co. zwangsläufig mittendrin im Schlamassel. Beim DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein erkundigte sich die SZ beispielhaft über Stimmungs- und Einsatzlagen während der Krise. KulturPur, Apollo-Biennale, Siegtal Pur oder Siegerländer Firmenlauf bilden bloß die Speerspitze der Veranstaltungen, denen Corona den Garaus gemacht hat. Legt man wie...

ph Siegen. Wie bieten Hilfsorganisationen dem Virus die Stirn? Dieser Spaßbremse, die unser gesellschaftliches Leben auf praktisch allen Ebenen lähmt? Schließlich stecken auch DRK, Malteser, Johanniter & Co. zwangsläufig mittendrin im Schlamassel. Beim DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein erkundigte sich die SZ beispielhaft über Stimmungs- und Einsatzlagen während der Krise. KulturPur, Apollo-Biennale, Siegtal Pur oder Siegerländer Firmenlauf bilden bloß die Speerspitze der Veranstaltungen, denen Corona den Garaus gemacht hat. Legt man wie die Kreisrotkreuzleitung über solche übergreifenden Großereignisse hinaus bis zu zehn Veranstaltungen zugrunde, die allein aus Sicht der 20 DRK-Ortsvereine in diesem Jahr dem Virus zum Opfer gefallen sind, macht das summa summarum etwa 200 Events, die das DRK in Siegen-Wittgenstein nicht sanitätsdienstlich betreut hat. Der finanzielle Verlust lasse sich in Euro und Cent schlecht beziffern, verlautet aus dem Henry-Dunant-Haus in Weidenau, da nicht jeder Sanitätsdienst berechnet werde: „Teilweise unterstützen sich die Organisationen und Vereine gegenseitig, ohne eine finanzielle Erstattung.“ Die Ortsvereine regeln ihre Sanitätsdienste individuell.

Fördermitglieder sind gefragt

Pauschal lasse sich aber sagen, dass die ausgefallenen Erstattungen für Sanitätsdienste und sonstige Veranstaltungen in den Ortsvereinen nicht anderweitig ausgeglichen werden können. Sie müssen, so Marcus Sting als Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit im DRK-Kreisverband, eigenständig die finanziellen Mittel aufbringen, um zum Beispiel ortsvereinseigene Fahrzeuge wie Rettungs-, Kranken- und Mannschaftswagen samt deren medizinischen Geräteausstattung finanzieren und unterhalten zu können. Gleiches gelte für Einsatzbekleidung, Unterkünfte, Versicherungen, Gas, Wasser usw.: „Sie stützen sich zurzeit hauptsächlich auf die finanzielle Unterstützung von Fördermitgliedern oder – wenn vorhanden – auf finanzielle Rücklagen.“

Nicht mehr Freizeit für Rotkreuzler

Erstaunlicherweise beschert der großflächige Ausfall von Sanitätsdiensten bei Festivals, Konzerten, sportlichen und anderen Ereignissen den Rotkreuzlern nicht automatisch mehr Freizeit. Im Gegenteil, bestätigt Marcus Sting: „Durch die Corona-Zeiten waren die Ortsvereine und deren Kräfte sogar noch mehr in Einsätzen gebunden als vor dieser Zeit.“ Einige Stichpunkte:

  • Krankentransporte mit Covid-19-Infizierten oder Verdachtsfällen;
  • gemeinsame Aktivitäten von DRK und Maltesern bei Hilfeersuchen unter Quarantäne stehender Menschen;
  • Unterstützung bei der Reaktivierung bzw. Einrichtung des Kredenbacher Krankenhauses;
  • Transport von Schutzausrüstung nach Siegen;
  • Entsendung von DRK-Teams nach Berlin und Gütersloh zwecks Unterstützung bei der Entnahme von Covid-19-Tests;
  • vielfältige Hilfe und Unterstützung der Orts- und Frauenvereine für die Menschen vor Ort.

Ehrenamtler sind sozial verbunden

Einsatzbereit: ein Mitglied des DRK-Ortsvereins Siegen-Nord.

Manche Musik- und Spielmannszüge, Chöre, aber auch Vereine aus anderen Bereichen beklagen bzw. befürchten einen Mitgliederschwund aufgrund mangelnder Aktivitäten. Wie schätzt man beim DRK die Lage ein? „In der Regel“, so Marcus Sting, „sind die Ehrenamtlichen in den Ortsvereinen sozial sehr stark miteinander verbunden.“ Dass sich DRKler aufgrund eingeschränkter Treffmöglichkeiten abwenden könnten, diese Befürchtung hegt der Pressesprecher eher nicht: „Lediglich neu gewonnene ehrenamtliche Mitglieder können wir zurzeit kaum in den Ortsvereinen integrieren, da es keine Übungsabende gibt.“

"Ehrenamt ist Ehrensache"

Denn Fakt ist natürlich, dass Schulungen, Dienstabende, Weiterbildungen und Übungseinheiten aktuell in den einzelnen Gruppen nicht möglich sind. Marcus Sting: „Wir haben den Ortsvereinen nun die technische Möglichkeit zur Verfügung gestellt, Online-Dienstabende per Videokonferenz durchzuführen.“ Dies sei eine Alternativlösung, sich zu sehen und Schulungsinhalte zu vermitteln. Dass sich die Einbindung von Neueinsteigern in das Vereinsleben in diesen Zeiten alles andere als einfach gestaltet, belastet die Rotkreuzler ebenso wie andere Vereine, Gruppen und Gemeinschaften. Aus diesem Blickwinkel heraus startet die Kampagne „Ehrenamt ist Ehrensache“ unter erschwerten Bedingungen. Dient die bereits vor Corona-Zeiten entwickelte Aktion doch dem Ziel, weitere Mitglieder und Unterstützer für die Rotkreuz-Arbeit zu gewinnen.

Nicht nur auf Großveranstaltungen– wie etwa KulturPur auf der Ginsberger Heide (Bild) – tragen Sanitäts- und Rettungsdienste zum Wohlergehen der Besucher und Mitwirkenden bei. Auch anderweitig leisten Hilfsorganisationen wertvolle Arbeit.
Einsatzbereit: ein Mitglied des DRK-Ortsvereins Siegen-Nord.
Autor:

Peter Helmes (Redakteur) aus Siegen

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