Kruzianer auf Deutschland-Tour in Geisweid
Crossover in der Talkirche

Das junge Männerensemble Crossover aus Dresden bei seinem Auftritt in der Geisweider Talkirche begeisterte mit bestechend schönen Stimmen.
  • Das junge Männerensemble Crossover aus Dresden bei seinem Auftritt in der Geisweider Talkirche begeisterte mit bestechend schönen Stimmen.
  • Foto: Johanna Schirmacher
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

jon Geisweid. Das Dresdner Kreuzgymnasium mit Knabenchor gehört zur Kreuzkirche, und das schon seit rund 650 Jahren. Der Knabenchor ist somit einer der fünf ältesten in Deutschland – und weltbekannt. Auf Einladung der Ev.-Ref. Kirchengemeinde Klafeld gastierte am Freitagabend das aus neun Kruzianern (Abiturienten des Dresdner Knabenchors) bestehende Ensemble Crossover in der Geisweider Talkirche. Zum Abschluss ihrer Schulzeit gehen die Kruzianer üblicherweise in kleinen Ensembles auf eine Deutschland-Tournee.In diesem Jahr fielen für Crossover zwölf der 15 geplanten Auftritte Corona zum Opfer. Siegen war eine der drei übriggebliebenen Stationen. Die hier gastierenden neun Kreuzchor-Mitglieder haben sich 2017 zusammengefunden. Ihr zweiteiliges Programm bot den Sängern Gelegenheit, ihre schönen, warmen Stimmen wirkungsvoll in Szene zu setzen. Der Name Crossover ist bewusst gewählt: Zum einen ist die Zeit im Kreuzchor nun „over“, also vorbei, zum anderen kreuzt das Programm quer durch die Musikgeschichte.

Crossover mit brillanten Stimmen

Die jungen Sänger begannen mit Alter Musik. Das „Ecce, quomodo moritur justus“ des Unterkrainers Jacobus Gallus aus der Renaissance, ließ das Publikum aufmerksam zuhören. Die friedfertige Stimmung dieses Werks übertrug sich sofort auf die Zuhörer. Das komplex arrangierte Stück wurde intonationssicher und mit viel Liebe zum Detail gesungen. Taktwechsel, manchmal reibende Harmonien und eine Ernsthaftigkeit machten die ersten, geistlichen Stücke, z. B. von Jacob Arcadelt, Hans Leo Hassler und Pierluigi Palestrina, aus. Von dem Thüringer Georg Neumark brachte Crossover das bekannte Kirchenlied „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ zu Gehör. Einzelne Sänger brillierten mit ihren ausgezeichnet ausgebildeten Stimmen in hörenswerten Soli.

Irisches Segenslied

Ensemble-Leiter Nikolai Skoda hat Karl Stielers Text „Dämmerzeit“ vertont. Man konnte sich dabei den jungen Mann gut vorstellen, wie er, im Stübchen sitzend, aus dem Fenster ins verschneite Dresden blickt und seine Liebste vermisst. Die getragene Weise drückt durchaus Verzweiflung aus. Das „Irish Blessing“, in einem moderner klingenden Männerchor-Arrangement, vermittelte dann einen positiven Blick in die Zukunft – wie auch auf die zweite Hälfte mit weltlichen Liedern. Zunächst ging es noch etwas gesetzter, dann aber vermehrt schön-schnulzig zu. Auch die einfacher arrangierten Volkslieder und schwungvolleren Stücke müssen gut einstudiert und ausgearbeitet werden, damit sie ihre Kraft entfalten können. Das haben die jungen Männer wunderbar gemeistert! Mal kam es einem vor, als würden die Ohren mit weichen Pinselstrichen verwöhnt („Schöne Nacht“ von Wilhelm Nagel, das Lied, das die Kruzianer allabendlich nach dem Abendessen im Internat singen), mal freute man sich über die kleine Showeinlage des Sängers beim swingenden „Sh’boom (Life Could Be A Dream)“, das aus der Doo-Wop-Ära aus den USA Mitte der 1950er-Jahre stammt. Auch Silchers „Ännchen von Tharau“ durfte nicht fehlen. Und: „Der kleine Teddybär“ bot gegen Ende des Konzerts Kopfkino.Nach Leonard Cohens ergreifendem „Hallelujah“, Reinhard Meys skurriler „Diplomatenjagd“ und Billy Joels „For The Longest Time“ erklatschte sich das Publikum noch die Zugabe „Rama Lama Ding Dong“, das zweite Doo-Wop des Abends. So klang das Konzert schwungvoll aus.

Autor:

Johanna Schirmacher (Freie Mitarbeiterin)

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r
ThemenweltenAnzeige

Tablet-Aktion der Siegener Zeitung
SZ-Abo abschließen und Tablet sichern

Mit einem Abo der Siegener Zeitung kommen Sie jetzt gleichzeitig auch an ein Tablet Ihrer Wahl. Immer und überall informiert mit dem E-Paper... lesen, wo ich will; ... über die Suchfunktion schnell finden, was mich interessiert; ... gleicher Inhalt in praktischer Form; ... mit Zoomfunktion. Jetzt exklusiv: die Tablet-Bundle-Aktion  Beinahe geschenkt: Erhalten Sie kostengünstig ein Tablet Ihrer Wahl bei Abschluss eines Abos der Siegener Zeitung. Möchten Sie Ihr neues Tablet gleich zum Lesen...

Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen