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„Begegnung“ mit Andreas und Oswald Achenbach
Das A und O der Landschaftsmalerei

Sehnsucht nach Meer. Und Italien: Oswald Achenbach, wie sein Bruder Vertreter der wichtigen Düsseldorfer Malerschule, hatte sich auf italienische Motive spezialisiert. Hier mit Meer.
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  • Sehnsucht nach Meer. Und Italien: Oswald Achenbach, wie sein Bruder Vertreter der wichtigen Düsseldorfer Malerschule, hatte sich auf italienische Motive spezialisiert. Hier mit Meer.
  • Foto: Siegerlandmuseum
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friwe - Der Ururgroßvater der Malerbrüder stammte aus Ferndorf.
friwe Düsseldorf / Siegen.    Gerade im Herbst, rund um die „stillen“ Gedenktage Allerseelen, Volkstrauertag und Totensonntag herum, hat ein Friedhofsbesuch einen besonderen Reiz. Das fallende Laub der Bäume lässt die Vergänglichkeit des Seins besonders deutlich werden. Im Rheinland ist neben dem Melaten-Friedhof in Köln und dem Alten Friedhof in Bonn der Nordfriedhof in Düsseldorf besonders sehenswert. Auch wenn der nahe Straßenlärm vielleicht ein wenig stört, nimmt einen die Atmosphäre trotzdem gefangen.
Auf vielen Gräbern befinden sich ausdrucksstarke Skulpturen, so auch auf einem ausdrücklich so bezeichneten „Ehrengrab“ unweit der eher kirchengleichen Friedhofskapelle, auf dem ein trauernder Engel zu sehen ist.

friwe - Der Ururgroßvater der Malerbrüder stammte aus Ferndorf.
friwe Düsseldorf / Siegen.    Gerade im Herbst, rund um die „stillen“ Gedenktage Allerseelen, Volkstrauertag und Totensonntag herum, hat ein Friedhofsbesuch einen besonderen Reiz. Das fallende Laub der Bäume lässt die Vergänglichkeit des Seins besonders deutlich werden. Im Rheinland ist neben dem Melaten-Friedhof in Köln und dem Alten Friedhof in Bonn der Nordfriedhof in Düsseldorf besonders sehenswert. Auch wenn der nahe Straßenlärm vielleicht ein wenig stört, nimmt einen die Atmosphäre trotzdem gefangen.
Auf vielen Gräbern befinden sich ausdrucksstarke Skulpturen, so auch auf einem ausdrücklich so bezeichneten „Ehrengrab“ unweit der eher kirchengleichen Friedhofskapelle, auf dem ein trauernder Engel zu sehen ist.

Auf dem Nordfriedhof von Düsseldorf sind eine ganze reihe von imposanten Grabstellen  zu finden.
  • Auf dem Nordfriedhof von Düsseldorf sind eine ganze reihe von imposanten Grabstellen zu finden.
  • Foto: Dr. Friedrich Weber
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Hier ruht der Maler Andreas Achenbach (1815–1910). Nicht allzu weit entfernt davon stößt man auf das Grab der Eheleute Oswald (1827–1905) und Julie Achenbach geb. Arnz (1827–1896); auch beider Sohn, Benno von Achenbach (1861–1936), und seine Gemahlin Martha geb. Brügelmann (1868–1947) sind hier beigesetzt.

Düsseldorfer Malerschule: Andreas und Oswald Achenbach

Die Brüder Andreas und Oswald Achenbach gehören zu den führenden Persönlichkeiten der Düsseldorfer Malerschule, eines Zusammenschlusses von Künstlern, die an der Königlich-Preußischen Kunstakademie in Düsseldorf ausgebildet wurden, von Lehrern der Kunstakademie Privatunterricht bekommen oder im nahen Umfeld der Kunstakademie gewirkt und auch an der Akademie gelehrt haben. Die Blütezeit der Malerschule wird etwa auf die Jahre 1819 bis 1918 datiert, geprägt durch die Nazarenerbewegung, den Klassizismus und später durch die Romantik.
Die Strahlkraft der Malerschule wirkte weit über Düsseldorf hinaus. Die internationale Reputation der Düsseldorfer Malerschule unter künstlerischen Bildungsstätten Deutschlands wurde erst wieder vom Bauhaus übertroffen.
Benno von Achenbach, der Sohn Oswalds und ebenfalls Kunstmaler, allerdings machte sich auch in einem anderen Bereich einen Namen: Er galt zu seiner Zeit als einer der führenden deutschen Fachleute für das Fahren von Vierspännern und leitete seit 1906 den Fahrstall im kaiserlichen Berliner Marstall.

Achenbach: ein Siegerländer Name

Aber was hat die Düsseldorfer Malerschule mit Siegen zu tun? Der Name Achenbach klingt „verdächtig“ vertraut, klingt nach einem typischen Siegerländer Namen. Und tatsächlich: Der Ururgroßvater von Andreas und Oswald, Johannes Achenbach (1701–1771), stammte aus Ferndorf, wirkte nach dem Studium an der Hohen Landesschule zu Herborn als Prediger (Pfarrer) in Heeren und Elberfeld.
Seine Urenkel Andreas und Oswald Achenbach wurden von ihren Zeitgenossen auch als das „A und O der Landschaftsmalerei“ bezeichnet, was für ihre Bedeutung in „der Szene“ spricht. Lieblingsmotive von Andreas Achenbach waren Küste und Meer, während Oswald Achenbach insbesondere italienische Landschaftsmotive bevorzugte. Beide Brüder hatten auch Malschüler, Oswald wirkte als Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie.

Im Siegerlandmuseum sind Werke von Achenbachs zu sehen

Sofern Corona es irgendwann wieder zulässt, können im Siegerlandmuseum mehrere Werke von Andreas und Oswald Achenbach in Augenschein genommen werden, die zugleich die Charakteristika beider Maler zutage treten lassen: So nimmt die „Italienische Mondscheinlandschaft“ von 1882 (Oswald Achenbach) die Betrachtenden unwillkürlich gefangen, man glaubt, Teil der Szenerie zu sein.

Die "Mondscheinlandschaft" von Oswald Achenbach fängt eine sehr stimmungsvolle Atmosphäre ein.
  • Die "Mondscheinlandschaft" von Oswald Achenbach fängt eine sehr stimmungsvolle Atmosphäre ein.
  • Foto: Siegerlandmuseum
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Und wie bewegt ist die Darstellung der „Segelboote bei stürmischer See“ (Andreas Achenbach, 1894), bei der man das tobende Meer und den Sturm förmlich zu spüren meint. So wird hier eine spannende Brücke zwischen Rheinland und Siegerland geschlagen.

Die „Segelboote bei stürmischer See“ (1894) von Andreas Achenbach geben die Atmosphäre treffend wieder.
  • Die „Segelboote bei stürmischer See“ (1894) von Andreas Achenbach geben die Atmosphäre treffend wieder.
  • Foto: Siegerlandmuseum
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Dr. Friedrich Weber

Autor:

Dr. Friedrich Weber aus Siegen

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