„British Proms“ mit Philharmonie Südwestfalen und Russell N. Harris im Apollo
Das Brexit-Chaos vergessen gemacht

Seit 2003 erfolgreich sind die „British-Proms“-Konzerte der Philharmonie Südwestfalen mit Russell N. Harris, diesmal mit Sopranistin Christina Rühmann.
  • Seit 2003 erfolgreich sind die „British-Proms“-Konzerte der Philharmonie Südwestfalen mit Russell N. Harris, diesmal mit Sopranistin Christina Rühmann.
  • Foto: Bernd Sensenschmidt
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bst Siegen. Vor 16 Jahren hatte Russell N. Harris gerade seine bis 2011 ausgeübte Tätigkeit als Chefdirigent der Philharmonie Südwestfalen aufgenommen, als die neue, von der SZ präsentierte und vom Düsseldorfer Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport geförderte Veranstaltungsreihe „Young Classic“ mit der „Last Night of the Proms“ gestartet wurde. Heute ist Russell N. Harris nach zwischenzeitlicher Tätigkeit in China Chefdirigent der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach und kommt immer wieder gern ins Siegerland, um mit der Philharmonie Südwestfalen die „British Proms“ zu feiern, so auch dieses Jahr am Donnerstag- und Freitagabend im Apollotheater.
Das laut Harris pompöse Orchesterwerk „Crown Imperial“, von William Waltongeschaffen und zur Krönung von Elisabeth II. 1953 aufgeführt, eröffnete das Konzert. Auch der nordafrikanisches Flair verbreitende Finalsatz aus der Suite „Beni Mora“ stammte von einem Briten: Gustav Holst. Harris wandte sich dann den französischen Nachbarn zu mit der Ouvertüre aus Faurés Suite „Masques et Bergamasques“ und dem Menuett und der Farandole aus Bizet zweiter „L‘Arlésienne“-Suite. Schon hier merkte man, dass sich Dirigent und Orchester gut kennen, die Wechsel zwischen klangvollen Tutti und filigranen Passagen mit solistischen Kantilenen gelangen überzeugend und sicher.

Sopranistin Christina Rühmann brillierte

Aus der Sphäre der Oper hatte Harris nach eigener Aussage höchst anspruchsvolle Arien ausgewählt, bei denen Sopranistin Christina Rühmann brillieren konnte, deren „Hardcore-Koloratur“ er sehr schätzt. Davon konnte sich das Publikum überzeugen bei der Darbietung bekannter Arien aus Opern von Guiseppe Verdi („La Traviata“), Luigi Arditi („Il Bacio“) und Wolfgang Amadeus Mozart („Zauberflöte“). Der als Urvater der Tanzoperette und des Musicals geltende Arditi hat den letzten Teil seines Lebens nahe Brighton verbracht; im Gegensatz zum Großteil seiner Werke ist der „Kusswalzer“ auch heute noch bekannt. Die Sopran-Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“ stellt bekanntermaßen Höchstanforderungen an die Sängerin, die Christina Rühmann bravourös meisterte.
Im zweiten Teil nahm Harris mit der Philharmonie über Operetten- und Filmmusikauszüge den Weg hin zum „very British final“: Der Ouvertüre zu Linckes „Frau Luna“ folgte Calandrellis Orchesterarrangement von Friedrich Hollaenders „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“, bekannt aus dem Film „Der blaue Engel“ mit Marlene Dietrich, wobei Konzertmeisterin Evgenia Gelen den Gesangspart sehr einfühlsam und virtuos auf der Violine zu Gehör brachte. Auf „Glitter and be Gay“ aus Leonhard Bernsteins „Candide“, ausdrucksstark gesungen von Christina Rühmann, folgte die Überleitung zum ersehnten „Last-Night-Of-The-Proms“-Finale. Das initiierte Russell N. Harris mittels einer „Chorprobe“ mit dem Publikum, das auf Thomas Arnes „Rule Britannia“ vorbereitet wurde und das traditionsgerecht der „Fantasy On British Sea Songs“ von Henry Wood folgte. Auch zum Mitsummen rief Harris das Publikum gelegentlich auf. Christina Rühmann intonierte daraufhin Hubert Parrys Hymne „Jerusalem“, seine Vertonung von Blakes Gedichts „And Did Those Feet In Ancient Time“.

Auch die Fähnchen fehlten nicht

Und dann erklang die „heimliche Hymne“ der Briten, „Land Of Hope And Glory“, eingebettet in „March No. 1“ aus Edgar Elgars „Pomp And Circumstance“ op. 39. Dazu wurden viele UK- und EU-Fähnchen im Publikum geschwenkt. Für lang anhaltenden Beifall bedankten sich Dirigent und Orchester mit einem Auszug aus Elgars Marsch und dem allseits bekannten „Colonel-Bogey-Marsch“, bestens zum Mitpfeifen geeignet, wozu Harris erfolgreich eingeladen hatte, ebenso wie zum gemeinsamen A-cappella-Singen von „Auld Lang Syne“ zum Abschied.

Autor:

Bernd Sensenschmidt (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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