Bruchwerk-Theater Siegen stellt neues Programm vor
Das „Endspiel“ steht an

Sie stellten das neue Bruchwerk-Theater-Programm vor (v. l.): Milan Pešl (Leiter Schauspiel), Kristina Heinen (Mitarbeit Öffentlichkeitsarbeit), Christian Fries (Regie „Endspiel“) und David Penndorf (vorne, Leiter Theaterwerkstatt).
  • Sie stellten das neue Bruchwerk-Theater-Programm vor (v. l.): Milan Pešl (Leiter Schauspiel), Kristina Heinen (Mitarbeit Öffentlichkeitsarbeit), Christian Fries (Regie „Endspiel“) und David Penndorf (vorne, Leiter Theaterwerkstatt).
  • Foto: Dr. Gunhild Müller-Zimmermann
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

gmz Siegen. Die „beinahe“ zweite Spielzeit im Bruchwerk-Theater Siegen kann beginnen. Die Bruchwerk-Macher Milan Pešl und David Penndorf stellten am Donnerstag das Programm für die neue Spielzeit vor, die vor allem mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen möglich ist sowie von zahlreichen Sponsoren. Von „beinahe“ zweiter oder „anderthalbter“ Spielzeit redeten die beiden Bruchwerker mit leichter Selbstironie, weil das Bruchwerk-Theater ja bekanntermaßen erst im April eröffnet hat, also gegen Ende der vergangenen Saison. Die habe, so die beiden, ihre Erwartungen übertroffen: Die Veranstaltungen (das Theater fasst rund 80 Sitzplätze) seien im Schnitt zu 90 Prozent ausgelastet gewesen, es seien auch noch einige Veranstaltungen im Laufe der Saison hinzugekommen. Musiker oder Autoren wandten sich z. B. an sie, weil das Bruchwerk-Ambiente als kreativen Raum für Experimente „nutzen“ wollten. Seit April bis jetzt, so David Penndorf, seien gut 2000 Karten verkauft worden – eine beachtliche Leistung, „aus dem Stand“.

Bruchwerk-Theater hat Publikum gefunden

Das Publikum sei sehr bunt, man spreche Theater- oder Musikbegeisterte zwischen 14 und 90 Jahren an. Buchstäblich: Die 90-Jährige sei zu einer Vorstellung erschienen und habe an der Kasse gesagt, sie sei die Älteste an diesem Abend! Und sie sei froh, dass es das Bruchwerk gebe. Auch die Vernetzung, für die  Pešl/Penndorf  ja auch angetreten sind, laufe gut, berichteten die beiden. Wie gut, zeige sich u. a. bei den Raum-Anfragen zur Bruchwerk-Nutzung aus dem experimentelleren künstlerischen Bereich oder bei den Kooperationen (das Museum für Gegenwartskunst möchte z. B. das Format der schauspielerisch-musikalischen Performance zu Sonderausstellungen fortführen, wie im Sommer zum „Traum der Bibliothek“). Auch zum Vortex oder anderen freien Theatergruppen bestehen gute Verbindungen: Der Jugendclub Neon, der in Kooperation mit dem Jungen Theater Siegen besteht, startet seine neue Arbeitsgruppe am 9. September. Die regelmäßigen Treffen, zu denen man jederzeit hinzustoßen kann, führen im März zu einer Abschlussvorstellung (vier Plätze sind noch frei, für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren).

tollMut erarbeitet neues Stück: "Die Möwe"

Auch den Bereich der Workshops wollen David Penndorf und Milan Pešl ausbauen. Am 15. Oktober beginnt ein regelmäßiger Workshop (mit verbindlicher Anmeldung) zu den „Grundlagen der szenischen Improvisation“, es gibt Wochenend- und mehrteilige Workshops zu Themen wie „Rituelles Spiel und Körperalphabet“, „Bühnen- und Kostümbild“, „authentisches Spiel“ und „Methoden der Rollenentwicklung“. Und natürlich die Theaterwerkstatt tollMut, die in dieser Saison weiter „Yvonne, Prinzessin von Burgund“ zeigen wird, aber auch einlädt zur Mitarbeit am neuen Stück, „Die Möwe“ nach Tschechow. Die Vorbereitungen dafür beginnen am 9. und 10. Oktober mit einer offenen Arbeitsprobe. Mehr dazu findet sich hier.

"Endspiel" hat am 11. Oktober Premiere

Ja, und dann gibt es natürlich auch die professionellen Theaterstücke. Eröffnet wird die Saison mit einer überarbeiteten Wiederaufnahme von „Heute Abend: Lola Blau“, einem Eine-Frau-Musical mit Irina Gries (15. September). Weiter geht es mit einem Klassiker der Theaterliteratur, der an der Schnittstelle zwischen narrativem und experimentellem Theater (seiner Zeit) steht, Becketts „Endspiel“. Christian Fries wird bei dem rätselhaft-absurden, slapstickhaft-clownesken, die (Familien-)Welt und soziale und geistige Zusammenhänge ernsthaft befragenden und ad absurdum führenden Stück Regie führen. Man gehe damit, so Pešl, an die logistischen Grenzen: Mehr als die vier Schauspieler könnten die Bühne und ihre Logistik kaum fassen. Die zweite Produktion des Theaters setzt damit die experimentelle Ausrichtung fort, mit der das Bruchwerk-Theater angetreten ist. Premiere ist am 11. Oktober. – Als zweite Produktion steht „All das Schöne“ von Duncan Macmillan (7. Dezember) an.

Autor:

Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin) aus Siegen

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