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Wilfried Schmickler in Siegen im Lÿz
Das war Kabarett vom Feinsten

Wilfried Schmickler begeisterte am Freitagabend im Siegener Kulturhaus Lÿz mit scharfem Verstand und scharfer Zunge.
  • Wilfried Schmickler begeisterte am Freitagabend im Siegener Kulturhaus Lÿz mit scharfem Verstand und scharfer Zunge.
  • Foto: Bärbel Althaus
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

ba Siegen. Endlich wieder Kabarett! Endlich wieder Wilfried Schmickler! Sowohl live als auch per Stream konnten Besucher am Freitagabend präzise Beobachtungsgabe gepaart mit brillanter Scharfzüngigkeit im ausverkauften Siegener Kulturhaus Lÿz genießen. Und das, obwohl Schmicklers runderneuertes Programm „Kein Zurück“ in keiner Weise „systemrelevant ist“, wie er gesteht. Dabei haben seine Erkenntnisse, die er während der traumatischen Pandemie-Zeit bislang gewonnen hat, durchaus Sinn. Würde man sich sonst Gedanken machen über die unterschiedliche Relevanz von Gottes- und Möbelhäusern? Vermutlich nicht.
Die Welt braucht Lustigkeit!Deshalb braucht es Wilfried Schmickler, der in rasantem Tempo den Finger in sämtliche Wunden legt, die ihm in die Quere kommen – und das sind so einige.

ba Siegen. Endlich wieder Kabarett! Endlich wieder Wilfried Schmickler! Sowohl live als auch per Stream konnten Besucher am Freitagabend präzise Beobachtungsgabe gepaart mit brillanter Scharfzüngigkeit im ausverkauften Siegener Kulturhaus Lÿz genießen. Und das, obwohl Schmicklers runderneuertes Programm „Kein Zurück“ in keiner Weise „systemrelevant ist“, wie er gesteht. Dabei haben seine Erkenntnisse, die er während der traumatischen Pandemie-Zeit bislang gewonnen hat, durchaus Sinn. Würde man sich sonst Gedanken machen über die unterschiedliche Relevanz von Gottes- und Möbelhäusern? Vermutlich nicht.

Die Welt braucht Lustigkeit!

Deshalb braucht es Wilfried Schmickler, der in rasantem Tempo den Finger in sämtliche Wunden legt, die ihm in die Quere kommen – und das sind so einige. „Ein bisschen Lustigkeit braucht die Welt“, stellt er fest, auch wenn das Lachen im Halse stecke. Denn das hinterhältige, fiese Corona-Virus hat nicht nur die erforderliche Kultur auf einen kleinen Beutel mit Seife, Zahnbürste, Nägel-Knipser und gegebenenfalls chemischen Muntermachern reduziert, sondern offenbar auch ganz neue Erfahrungswelten eröffnet. Dass man viel zu viel Geschirr im Schrank, aber keinen CD-Player mehr hat. Oder dass man seine alten Plörren an die Straße rausstellen kann, um sie den Helden der Corona-Krise zu schenken.

"Es wird viel zu viel von zu vielen gesprochen"

Peu à peu gerät der Kopf durcheinander. „Das kommt von den Beschränkungen“, erklärt Schmickler eindeutig-zweideutig. Zeit für ihn, in die Beschaulichkeit seines Gartens im Oberbergischen zu flüchten. Denn seiner Auffassung nach ist eines der größten Probleme in der Corona-Krise, dass „viel zu viel von viel zu vielen gesprochen“ werde. „Hier rein, da raus. Wegen Überfüllung geschlossen“, weigert sich das Gehirn bei derart übermäßigem Input. Ob Eckart von Hirschhausen womöglich recht habe mit seiner Behauptung, der Mensch müsse „asiatischer“ werden, fragt er sich. Doch denkt der Einzelne in Asien wirklich eher an die Gemeinschaft? Schmickler kommt dabei nicht nur Nordkorea in den Sinn. Weitere Schlüsse überlässt er dem Publikum.

Wilfried Schmickler lobt das Lÿz

„Die Galle steigt, es kocht das Blut“, singt er und beklagt, dass es die Zeit der „Irren und Idioten“ sei. Ob Verschwörungstheoretiker, ehemalige Merkel-Kritiker, die nach deren „Jahrtausendrede an das beschränkte deutsche Volk“ plötzlich vor Rührung Tränen verdrücken, oder Politiker im Krisenbewältigungs-Konkurrenz-Modus – vor Schmicklers messerscharfem Verstand ist parteiübergreifend niemand gefeit.„Ich lass mich doch nicht unterkriegen. Vor allem nicht vom Alter!“, konstatiert der 65-Jährige. Recht hat der Meister des Kabaretts, der seinem Publikum noch „25 Vorschläge zur Verfreundlichung der Welt“ mit auf den Weg gibt. Dass der scharfzüngige Kabarettist selbst durchaus freundlich sein kann, zeigt sich abschließend, als er das Team des Lÿz, das diesen Kabarettabend durch sein Engagement erst möglich gemacht hat, ausdrücklich lobt. „Es ist wirklich ganz großartig, da können Sie sich wirklich was drauf einbilden auf diese Einrichtung hier in dieser Stadt“, stellt er fest, bevor er als Zugabe ein allerletztes Mal seine kabarettistischen Haifischzähne aufblitzen lässt.

Autor:

Bärbel Althaus (Freie Mitarbeiterin) aus Wilnsdorf

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