Bruchwerk-Theater bietet hybride Reihe "Nahaufnahme" an
Das „Weiße im Auge …“

Im Bruchwerk wurde in Technik investiert, um die Veranstaltungen so aufnehmen zu können, dass sie auch in ihrer digitalen Variante funktionieren.
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  • Im Bruchwerk wurde in Technik investiert, um die Veranstaltungen so aufnehmen zu können, dass sie auch in ihrer digitalen Variante funktionieren.
  • Foto: Bruchwerk
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gmz Siegen. „Eigentlich sind wir streamingmüde“, sagt Milan Pešl bei der Presse-Vorstellung des neuen hybriden Angebots aus dem Bruchwerk-Theater Siegen, das unter dem Titel „Nahaufnahme“ ab Donnerstag, 3. Dezember, jeweils ab 20.15 Uhr, sieben hybride Veranstaltungen anbietet. Ihrer Beobachtung nach funktionieren viele Streaming-Angebote nicht wirklich, weil sie einfach eine „analoge“ Darbietung abfilmen und ins Netz stellen. Der Mehrwert eines solchen Angebots sei gering, so Pešl vom Leitungsteam des Bruchwerk-Theaters auf dem Siegberg: Das unverwechselbare Charakteristikum des Theaters, den direkten Austausch zwischen Schauspieler und Zuschauer anzubieten, falle in der abgefilmten Version weg, während das Charakteristikum des Films, den Betrachtern das „Weiße im Auge“ der Figur zu zeigen und jeden Atemzug hörbar zu machen, nicht genutzt werden könne.

Talk, Schauspiel, Show und Musik

Die „Daseinsberechtigung eines digitalen Angebots“ zeige sich, so Pešl, in den speziell für das filmische Format adaptierten Stücken, Musikabenden oder Shows: Die Reihe „Nahaufnahme“ startet zum Beispiel am 3. Dezember mit einer überarbeiteten Version von „Beben“ (mit dem das Bruchwerk-Theater im April 2019 eröffnet wurde und mit dem das Bruchwerk-Team auch ans Theater Wolfsburg eingeladen ist, „nach Corona“), die streamingtauglich neu aufgelegt wurde. Es folgen „Der Bruchwerk-Talk“ zum Thema „Meine Meinung, mein Bollwerk“ (10. Dezember), Georg Büchners „Lenz“ mit Christian Fries (17. Dezember), „Trashwerk TV“, eine Spielshow mit „Zocken mit Pils und Kippe mit Klaus Krückemeyer (7. Januar 2021), das zweite Konzert des Duos Sophia Körber und Mario Mammone, das sich als musikalisches Blind Date im ersten Corona-Lockdown im Bruchwerk kennengelernt hat (14. Januar 2021), ein partizipativer Theatersport-Abend, ein Impro-Match mit dem Tollmut-Theater (Motto: „Wer probt, hat Angst!“, 21. Januar 2021) und zum Abschluss ein Live-Hörspiel: Stanislav Lems „Solaris“ in einer neuen Version (28. Januar 2021). Im Anschluss an jeden Stream sind Diskussionen mit Akteuren und Zuschauern möglich.

Sechs Zuschauer dürfen rein

Und weil die „Nahaufnahmen“ hybride Veranstaltungen sind, verlost das Bruchwerk auf seiner Homepage (www.bruchwerk-theater.de) jeweils sechs Eintrittskarten für Besucher, die die Theater-, Musik- und Spielabende live vor Ort miterleben möchten. Unter den derzeitigen Corona-Vorschriften dürfen sechs Zuschauer ins Theater kommen. Die Karten werden verlost, sie sind, wie auch der Zugang zum Stream, kostenlos.„Wir wollen“, erläutert Milan Pešl, „die Hürde nicht zu hoch legen“: Man habe auch Zuschauer, für die das Streamen schon nicht selbstverständlich sei. Eine Bezahlschranke zu überwinden, halte sie möglicherweise vom Zuschauen ab.Genau das wolle man nicht. Zudem habe man im Frühjahr die Erfahrung gemacht, dass die Spenden für die gestreamten Veranstaltungen ungefähr dem entsprächen, was durch Eintrittskarten hereingekommen wäre.

Milan Pe(s)l, Pierre Stoltenfeldt und David Penndorf (v. l.) vom Bruchwerk-Theater werden zwar streamen, hoffen aber, bald wieder Publikum begrüßen zu können.
  • Milan Pe(s)l, Pierre Stoltenfeldt und David Penndorf (v. l.) vom Bruchwerk-Theater werden zwar streamen, hoffen aber, bald wieder Publikum begrüßen zu können.
  • Foto: Dr. Gunhild Müller-Zimmermann
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

Geld aus dem Sommer ist noch da

Apropos Geld: Konzeption und Umsetzung der „Nahaufnahme“ sind nicht umsonst zu haben. Das technische Equipment, um die „visuelle und auditive Nähe“ zwischen Schauspieler/Musiker und Zuschauer herzustellen, muss beschafft und bedient, die Schauspieler und Techniker müssen bezahlt werden. Das sei nur möglich, so Pešl, da man die Gelder, die das Land NRW dem Bruchwerk aus dem Topf der Regionalen Kulturpolitik für ein Theaterprojekt bewilligt habe, das für den Sommer geplant war, aber wegen Corona ausfiel, für dieses Projekt habe verwenden können.

Der Bund hilft beim "Neustart"

Weitere Hilfe erhält das Theater am Siegberg aus dem Förderprogramm „Neustart“ des Bundes: Aus diesem Topf könne u. a. der Einbau einer neuen Lüftungsanlage und einer anti-viralen und -bakteriellen UV-Filteranlage finanziert werden. Auch ein kontaktlos funktionierendes Kassensystem sei vorhanden. Vom Kulturbüro des Kreises kam ein (Teil-)Defizitausgleich für entgangene Einnahmen, und, sehr wichtig, betonen die Bruchwerker, keiner der Sponsoren sei abgesprungen …

Öffnung im April fest im Blick

Die Rahmenbedingungen sind also geklärt, und so machen sich die Bruchwerker im November daran, die Streams vorzubereiten. Das wird aufwendig. Aber: „Uns leitet der Wunsch, so schnell wie möglich wieder einen Spielbetrieb mit Präsenzpublikum aufzunehmen“, heißt es. Und auch wenn sie sich im Dezember und Januar auf die hybriden Angebote konzentrieren, haben Milan Pešl, David Penndorf, Tim Lechthaler und Pierre Stoltenfeldt vom Bruchwerk-Team die Öffnung des Theaters im April fest im Blick.
Derzeit probe man digital – zum Beispiel halte Penndorf mit der Tollmut-Theater-Truppe per Video Kontakt und mache Vorbesprechungen. Vielleicht können kleine Proben schon Ende des Jahres beginnen, die Premiere des neuen Stückes ist für April vorgesehen: „Der Herzausreißer“ heißt es. Auch die professionelle Sparte des Bruchwerk-Theaters plant im April eine Premiere. Im März soll es, wenn eben möglich, Wiederaufnahmen der Stücke geben, deren Aufführung wegen Corona abgebrochen werden musste („Fische“, „All das Schöne“, „Lola“).

Im Bruchwerk wurde in Technik investiert, um die Veranstaltungen so aufnehmen zu können, dass sie auch in ihrer digitalen Variante funktionieren.
Milan Pe(s)l, Pierre Stoltenfeldt und David Penndorf (v. l.) vom Bruchwerk-Theater werden zwar streamen, hoffen aber, bald wieder Publikum begrüßen zu können.
Autor:

Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin) aus Siegen

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