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Apollo Siegen: Aufbau für Junges Theater ist machbar
Debatte auch über Alternative in der Nachbarschaft

Rund um die junge Sparte des Siegener Apollo-Theaters ist eine neue Idee im Spiel: Warum nicht, wenn möglich, das schon bestehende Gebäude in der unmittelbaren Nachbarschaft nutzen? Eine Frage, die auch während der Mitgliederversammlung des Apollo-Förderkreises formuliert wurde.
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  • Rund um die junge Sparte des Siegener Apollo-Theaters ist eine neue Idee im Spiel: Warum nicht, wenn möglich, das schon bestehende Gebäude in der unmittelbaren Nachbarschaft nutzen? Eine Frage, die auch während der Mitgliederversammlung des Apollo-Förderkreises formuliert wurde.
  • Foto: Dirk Manderbach
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

ciu Siegen. Die Mitgliederversammlung des Förderkreises Apollo-Theater Siegen ist beides: vereinsrechtliche Notwendigkeit und auch Standortbestimmung. Und so nahmen am Dienstagabend etliche interessierte Mitglieder im siegseitigen oberen Foyersaal des Hauses zustimmend zur Kenntnis, dass das Siegener Theater nach wie vor tragfähig und zukunftsorientiert aufgestellt ist. Zwar, das machte Vorsitzender Gerd Dilling deutlich, sänken die Mitgliederzahlen (aktuell sind es 857) weiter, doch gebe es einen Zuwachs an Kuratoren. Dazu könne sich der Verein – das unterstrich später auch Kassenwartin Tanja Herdlitschke in ihrem Bericht – auf den Eingang projektbezogener Spenden, vor allem im Vorfeld einer Biennale, verlassen.

ciu Siegen. Die Mitgliederversammlung des Förderkreises Apollo-Theater Siegen ist beides: vereinsrechtliche Notwendigkeit und auch Standortbestimmung. Und so nahmen am Dienstagabend etliche interessierte Mitglieder im siegseitigen oberen Foyersaal des Hauses zustimmend zur Kenntnis, dass das Siegener Theater nach wie vor tragfähig und zukunftsorientiert aufgestellt ist. Zwar, das machte Vorsitzender Gerd Dilling deutlich, sänken die Mitgliederzahlen (aktuell sind es 857) weiter, doch gebe es einen Zuwachs an Kuratoren. Dazu könne sich der Verein – das unterstrich später auch Kassenwartin Tanja Herdlitschke in ihrem Bericht – auf den Eingang projektbezogener Spenden, vor allem im Vorfeld einer Biennale, verlassen. Für alle Unterstützung dankte Gerd Dilling – und auch dem Team um die Theaterleiter Magnus Reitschuster und Werner Hahn. Dilling bleibt, das ergaben die Wahlen, auch weiterhin Vorsitzender des Apollo-Trägervereins.

"Verfehlungen eines früheren Mitarbeiters"

Da sich die Mitgliederversammlung in der Rückschau dem Jahr 2018 widmete, griff Reitschuster auch den Fall der „bisher größten Bedrohung“ des Theaters auf und damit die „Verfehlungen eines früheren Mitarbeiters“, was auch medial aufgegriffen wurde. Mit einem, so Reitschuster, „Kurs der aufklärerischen Klarheit und Transparenz“ sei „dauerhafter Schaden abgewendet“ worden. Dass in diesen schwierigen Zeiten dennoch erhebliche Mittel (176 000 Euro) für die Biennale der Spielzeit 2018/19 gespendet worden seien, sei für ihn Grund, „für diese Treue und das Vertrauen“ zu danken. Reitschuster würdigte auch die Begleitung seitens der Trägervereins-Vorsitzenden Henrich Schleifenbaum und Herbert Landau (ab 30. Juni 2018), die mit dazu beigetragen hätten, standzuhalten und auf Kurs zu bleiben.

JAp auf dem Apollo-Dach laut Studie machbar

Dem Blick zurück folgte der nach vorn, und dazu nahm Magnus Reitschuster ein über 300-seitiges Papier zur Hand: die vom Trägerverein in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie für ein „Junges Apollo (JAp) über den Dächern“, einen 160 Quadratmeter großen Raum, der in einem dann neuen Obergeschoss Werkstattbühne und Probenraum sein könnte. Ergebnis der Studie: Solch ein Aufbau ist technisch realisierbar – ermittelte Kosten: 2,315 Mill. Euro. Für dieses Projekt, so der Theaterleiter, sprächen auch die Synergie-Effekte. So ließe sich die bestehende Infrastruktur nutzen, die Foyerflächen würden insgesamt erweitert, und ein zusätzlicher Zugang zum Haus gleich aus dem benachbarten Parkhaus sei möglich. Dazu böten sich perspektivisch Erweiterungsoptionen auf dem Dach des Parkhauses selbst. Das alles, so Reitschuster, sei nicht in ein, zwei Jahren zu realisieren, doch die Idee in der Welt. „Der Bedarf ist inzwischen unstrittig. Nun kann der Prozess einer politischen Debatte beginnen.“

"Theater- und Konzertinsel" in der Nachbarschaft

Im Verein debattiert wurde wenig später schon: Kuratoriumsmitglied Klaus Vetter verwies auf eine mögliche Alternative zum Apollo-Erweiterungsbau, konkret den Standort des jetzigen Spielwarengeschäfts in der unmittelbaren Nachbarschaft zum Theater. Hier könne, so Vetter, eine „Theater- und Konzertinsel“ entstehen. Möglicherweise, sagte er auf SZ-Nachfrage, gebe es hier auch die Option einer noch engeren Kooperation mit dem augenblicklich am Siegberg angesiedelten Bruchwerk-Theater. Die Machbarkeitsstudie, so Vetter während der Versammlung, mache weder Aussagen zum Brandschutz noch zu Fluchtwegen. „Bevor weitergeplant wird, sollte ein Brandschutzgutachten in Auftrag gegeben werden.“ Auch entspreche ein Aufbau mit Leichtbauwänden nicht dem „Anspruch, den Apollo hat“.

Land NRW sieht JAp-Aufbau positiv

Trägervereins-Vorsitzender Landau kommentierte den Einwurf Vetters. Man habe den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Siegen gebeten zu prüfen, ob die Option Spielzeugladen noch bestehe, ihn gebeten, auch eine „grobe Kostenschätzung“ abzugeben. Ein Ergebnis stehe noch aus. Sollten die Kosten denen des JAp auf dem Dach in etwa entsprechen, sei zu bedenken, dass die Folgekosten (z. B. in Sachen Personal) langfristig steigen würden. Man werde auch diese Möglichkeit sorgfältig prüfen, sagte Landau. Überdies stehe man in gutem Kontakt mit dem NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft. Von dort, das hatte bereits Magnus Reitschuster in seinem Bericht erwähnt, gebe es „starke Zeichen der Ermutigung“. Die hätten sich, so der Intendant, nach einer Ortsbesichtigung am Mittwoch noch verstärkt; es sei „eine sehr positive Einstellung zu diesem Projekt vorhanden“.

Schreiber zum Gespräch bereit

Durchaus offen gegenüber einer Anfrage seitens des Apollo-Theater, dort, wo augenblicklich „MyToys“ Ladenfläche angemietet hat, Raum für die junge Theatersparte zu bieten, äußerte sich gegenüber der Siegener Zeitung Christian Schreiber, Prokurist der Klaus Schreiber GmbH & Co. KG, der das Gebäude über der Sieg gehört. Es komme auf die Zeitschiene und die baulichen Erfordernisse an. Grundsätzlich halte er es für gut, für neue Ideen bestehende Immobilien zu nutzen, auch angesichts der gegenwärtigen Veränderungen im Einzelhandel. Bislang sei eine Anfrage noch nicht an das Unternehmen herangetragen worden. Aber: „Wir sind grundsätzlich bereit.“

Rund um die junge Sparte des Siegener Apollo-Theaters ist eine neue Idee im Spiel: Warum nicht, wenn möglich, das schon bestehende Gebäude in der unmittelbaren Nachbarschaft nutzen? Eine Frage, die auch während der Mitgliederversammlung des Apollo-Förderkreises formuliert wurde.
So könnte das JAp auf dem seitlichen Flügel des Apollo-Theater aussehen. Laut Studie ist die Maßnahme machbar.
Autor:

Claudia Irle-Utsch (Redakteurin) aus Siegen

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