SZ

Konzertprojekt zu Sophie Scholl
"Den ganzen Menschen finden!"

Sophie Scholl liegt ihnen am Herzen: Sigrid Fielauf als Sprecherin, Manuela Meyer als Ideengeberin, Komponistin und Sängerin sowie Natalia Nazarenus als Arrangeurin und Pianistin (v. l.) bereiten „Schließ Aug und Ohr für eine Weil – Sophie Scholl“ vor.
  • Sophie Scholl liegt ihnen am Herzen: Sigrid Fielauf als Sprecherin, Manuela Meyer als Ideengeberin, Komponistin und Sängerin sowie Natalia Nazarenus als Arrangeurin und Pianistin (v. l.) bereiten „Schließ Aug und Ohr für eine Weil – Sophie Scholl“ vor.
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  • hochgeladen von Peter Barden (Redakteur)

pebe Betzdorf. Drei Frauen auf einer Gratwanderung: auf der einen Seite die öffentliche Geschichte einer jungen Frau, die in bedrohter, mörderischer Zeit sagte, was sie dachte, und tat, was sie sagte, und die dafür mit dem Leben bezahlte. Auf der anderen Seite die Innenseite dieser jungen Frau, ihre privaten Gedanken, Gefühle, ihre Liebe und ihr Glaube. Die mutige junge Frau ist Sophie Scholl, Mitglied der „Weißen Rose“ und als Widerstandskämpferin von den Nazis ermordet.
Das Schicksal der 21-Jährigen, die am 22. Februar 1943 unter dem Fallbeil starb, beschäftigt die Niederfischbacher Sopranistin und Musiklehrerin Manuela Meyer seit dem Corona-Lockdown. Nun wird daraus ein Konzert- und Liederabend, der am 10. November Premiere feiern soll.

pebe Betzdorf. Drei Frauen auf einer Gratwanderung: auf der einen Seite die öffentliche Geschichte einer jungen Frau, die in bedrohter, mörderischer Zeit sagte, was sie dachte, und tat, was sie sagte, und die dafür mit dem Leben bezahlte. Auf der anderen Seite die Innenseite dieser jungen Frau, ihre privaten Gedanken, Gefühle, ihre Liebe und ihr Glaube. Die mutige junge Frau ist Sophie Scholl, Mitglied der „Weißen Rose“ und als Widerstandskämpferin von den Nazis ermordet.
Das Schicksal der 21-Jährigen, die am 22. Februar 1943 unter dem Fallbeil starb, beschäftigt die Niederfischbacher Sopranistin und Musiklehrerin Manuela Meyer seit dem Corona-Lockdown. Nun wird daraus ein Konzert- und Liederabend, der am 10. November Premiere feiern soll. Der SZ berichten Manuela Meyer und ihre Kolleginnen, die Pianistin und Organistin Natalia Nazarenus und die Deutsch- und Französischlehrerin Sigrid Fielauf von dem ambitionierten Projekt.

Sophie Scholl als wichtige Gestalt

„Ursprünglich wollte ich etwas zu Frauen und Musikgeschichte machen“, erinnert sich Manuela Meyer. Aber dann sei ihr die Gestalt der Sophie Scholl, die in diesem Jahr 100 würde, als wichtiges Thema wiederbegegnet. Und aus dieser Begegnung habe sich die „Herausforderung entwickelt, darum ein musikalisches Projekt zu stricken“. Sie habe dazu die Idee gehabt, „hinter die Fassade zu schauen, den ganzen Menschen hinter der politisch aktiven jungen Frau zu finden“.

Aufwendiges Unterfangen

Aber was als kompaktes Projekt gedacht war, erwies sich als ein aufwendiges Unterfangen. Denn wie anders sollte Sophie Scholl berühren als nach Möglichkeit mit ihren eigenen Worten? „Sie ist so vielschichtig“, sagt Fielauf, wie Meyer Lehrerin an der „IGS Betzdorf-Kirchen Geschwister Scholl“. Ihr wird in dem Konzert der Part der Sprecherin zukommen.
„Die junge Frau hatte die Fähigkeit, ganz im Moment zu leben, aber auch das ganze Politische in den Blick zu nehmen“, sagt Sigrid Fielauf. Es sei eine Herausforderung gewesen, sich durch die Texte zu arbeiten, denn „ich kannte Sophie Scholl natürlich in politischen Zusammenhängen. Aber den ganzen Menschen wahrzunehmen – das war eine Riesenarbeit“, sagt Fielauf. Viel der umfangreichen Korrespondenz behandele private Themen, vieles wiederhole sich auch in Briefen an unterschiedliche Adressaten.

"Ein Konzertprojekt muss berühren"

Welche Musik ist dazu angebracht? Manuela Meyer setzt auf einen Mix: Lieder der Weißen Rose – zum Beispiel das titelgebende „Schließ Aug und Ohr für eine Weile vor dem Getös der Zeit“ von Friedrich Gundolf –, aber auch „Die Gedanken sind frei“ oder etwa „Frühlingstraum“ aus der „Winterreise“ von Franz Schubert, den Sophie Scholl sehr mochte, wie Meyer sagt. Und auch die Comedian Harmonists tauchen auf – mit klarer Botschaft und leicht verständlich. „Ein Konzertprojekt muss berühren und lange nachwirken“, fährt Meyer fort, deshalb sei die Musik nicht einfach „historisch“. Vielmehr tauche etwa auch das Titelthema aus dem Film „Schindlers Liste“ auf, „das haben Natalia Nazarenus und ich arrangiert“.
„Die Musikauswahl war nicht gerade einfach“, sagt Nazarenus selbst. Denn die einzelnen Stücke sollten, dem Konzept gemäß, „miteinander und nacheinander fließen“. Zugleich gebe die Musik aber „die Emotion zu den teils nüchternen Briefen“. Und Sigrid Fielauf ergänzt: „Wir haben geschaut, was zu den Texten passt. Umgekehrt wäre es nicht möglich gewesen.“

Wege aus dem Alltag hinaus

Der Titel des Konzerts orientiere sich an der Aussage des Gundolf’schen Gedichts, erklären die drei: Es gehe um Wege aus dem Alltag hinaus, um das Öffnen von Räumen für Emotionen, aber auch um Spiritualität. Manuela Meyer steuert übrigens zwei selbst geschriebene und komponierte Lieder bei, „Traum“ ist das eine, „Zeit“ als das andere ist noch „in der Mache“. Beide nehmen auf ganz eigene, neue Weise das Anliegen des Projekts auf und führen es weiter.

Feinabstimmung läuft noch

Die Premiere in der Betzdorfer Kreuzkirche wird im November im Rahmen der „Mittendrin“-Konzerte (und der Corona-Bedingungen) stattfinden, dann wird neben Meyer, Nazarenus und Fielauf auch eine Geigerin des Philharmonischen Orchesters Hagen dabei sein, drei Lieder werden zudem mit Manuela Meyers neuem Quartett Mix for 4 vorgetragen. Das Programm könne instrumental verstärkt werden, im Gegenzug sei es in der „Basic-Version“ nur für die drei Projektfrauen ausgelegt,sagt sie. Überdies will sich Manuela Meyer noch um Fördermittel des Landes und um Sponsoren bemühen, die auch größere, konzertante Aufführungen möglich machen könnten. Derzeit feilen die drei noch an der genauen Abfolge von Texten und Liedern sowie an der begleitenden Bilderschau. Sicher ist aber: In Corona-Zeiten wird es in der Kirche auch eine Livestream-Möglichkeit geben. Man darf sehr gespannt sein!

Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

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