SZ

Bei den Edelstahlwerken strahlt die Tradition ins Tal
Der „Hüttenmann“ leuchtet blau

Der „Hüttenmann“ an der Giebelwand einer Halle der Edelstahlwerke Geisweid leuchtet 
 Edelstahl-bläulich und rot. Er erinnert an die Tradition der Eisen- und Stahl-verarbeitung in der Region.
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  • Der „Hüttenmann“ an der Giebelwand einer Halle der Edelstahlwerke Geisweid leuchtet
    Edelstahl-bläulich und rot. Er erinnert an die Tradition der Eisen- und Stahl-verarbeitung in der Region.

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gmz - Zum 175-Jährigen hat Martin Schneider die Reusch-Figur als Silhouette neu interpretiert. Sie leuchtet von der Wand einer Fabrikhalle der Edelstahlwerke.
gmz Geisweid.  Im Dunkeln fällt er auf, der „Hüttenmann“ an dem Hallengiebel der Deutschen Edelstahlwerke in Geisweid. Von der HTS kann man ihn sehen (Fahrtrichtung Buschhütten), auch auf die Hüttentalstraße im Tal leuchtet er als Edelstahl-bläuliche Silhouette, zwischen den Füßen einen rot glühenden Eisenblock fest im Zangengriff. Tagsüber ist er auf dem hellen Untergrund der Giebelverkleidung nicht so gut auszumachen: Man muss schon sehr genau hinschauen. Aber mit der LED-Beleuchtung erwacht er in der Dunkelheit zum Leben.
Angelehnt an die Reusch-FigurMartin Schneider hat den „Hüttenmann“ als Silhouette geschaffen.

gmz - Zum 175-Jährigen hat Martin Schneider die Reusch-Figur als Silhouette neu interpretiert. Sie leuchtet von der Wand einer Fabrikhalle der Edelstahlwerke.
gmz Geisweid.  Im Dunkeln fällt er auf, der „Hüttenmann“ an dem Hallengiebel der Deutschen Edelstahlwerke in Geisweid. Von der HTS kann man ihn sehen (Fahrtrichtung Buschhütten), auch auf die Hüttentalstraße im Tal leuchtet er als Edelstahl-bläuliche Silhouette, zwischen den Füßen einen rot glühenden Eisenblock fest im Zangengriff. Tagsüber ist er auf dem hellen Untergrund der Giebelverkleidung nicht so gut auszumachen: Man muss schon sehr genau hinschauen. Aber mit der LED-Beleuchtung erwacht er in der Dunkelheit zum Leben.

Angelehnt an die Reusch-Figur

Martin Schneider hat den „Hüttenmann“ als Silhouette geschaffen. Sie ist an die bekannte Friedrich-Reusch-Figur angelehnt, wie sie auf der Oberstadtbrücke in Siegen steht und in kleiner (und oft auch abgewandelter) Variante in unzähligen Haushalten der Region stand oder auch noch steht. Der „Hüttenmann“ ist aus Anlass des 175-Jährigen der Edelstahlwerke erstellt und angebracht worden. Eigentlich hätte das Jubiläum (wir berichteten) in diesem Jahr gefeiert werden sollen, aber das musste im Corona-Jahr verschoben werden …

Tradition und Verpflichtung

Aber der „Hüttenmann“ leuchtet: Er steht sichtbar für die Verbindung von Tradition und Verpflichtung – für die Zukunft, sagt Martin Schneider, „Macher“ dieses „Hüttenmannes“, beim SZ-Besuch in den Stahlwerken. Schneider greift damit einen Wahlspruch auf, den die Edelstahlwerke auch auf eine Münze zum 150-Jährigen haben prägen lassen. Als Mitglied im Festausschuss ist der Edelstahlwerke-Mitarbeiter in der Ruhephase der Altersteilzeit stolz darauf, dass das Material für die „Hüttenmann“-Silhouette in den Edelstahlwerken hergestellt worden ist, dass viele Abteilungen sich also darin wiederfinden können: Der Edelstahl wurde in Geisweid geschmolzen und gegossen, dann kam das Material in das Blockwalzwerk in einer mit dem Werk verbundenen Firma (ebenfalls in Geisweid), wurde in Witten bei den dortigen Edelstahlwerken zu Platinen vorgewalzt, in Geisweid dann auf die richtige Größe ausgewalzt. Der „Hüttenmann“, Frieder, wurde aus drei 6 Millimeter dicken Blechen aus hochlegiertem Edelstahl von 2,6 Metern Breite und 5 bis 6 Metern Länge hergestellt und dann zusammengeschweißt. Diese Legierung findet sonst in der Armaturenindustrie Verwendung oder auch bei Armbändern.

Eine 8 Meter hohe Silhouette

„Hüttenmann Frieder“ ist insgesamt 8 Meter hoch und 5 Meter breit und wiegt rund 650 Kilogramm. Ein „ordentlicher Brocken“! Er wurde nach dem Schweißen vorsichtig aus der Fertigungshalle gerollt – „das war Millimeterarbeit“, erinnert sich Martin Schneider beim SZ-Besuch bei den Edelstahlwerken – und dann mit Kränen an der Wand befestigt, zusammen mit der LED-Beleuchtung, die schon an der Rückseite angebracht war. Sensoren steuern diese Beleuchtung.
Die Vorlage für die Silhouette hat Martin Schneider schon länger: Eigentlich sollten Besucher beim Jubiläumstag der offenen Tür einen kleinen „Hüttenmann“ kaufen können, der auf einem Stein aus Siegerländer Grauwacke oder Basalt steht. Davon wurden viele Exemplare angefertigt, mit Laser ausgeschnitten und auf den Steinen befestigt. Auch auf einer Gedenkmünze findet sich diese Umrisszeichnung. Diese bzw. eine ähnliche Zeichnung, die schon zum 150-Jährigen eingesetzt worden ist, ist übrigens, so erzählt Martin Schneider, im Jahr 1993 im Zusammenhang mit dem Arbeitskampf zum Erhalt des Werkes benutzt worden. Motto: Die Stahltradition im Siegerland (bzw. in Geisweid) muss bleiben …

Viele waren beteiligt

Im Festausschuss äußerte Martin Schneider dann die Idee, diesen „Hüttenmann“ in groß zu zeigen. Abteilungsleiter Martin Schneider (Allgemeine Dienste) hat schließlich schon mehrere Edelstahlskulpturen für Sozialräume im Werk angefertigt, wie z. B. das „Fantasy Sail“ (Schneider ist begeisterter Surfer), das, bunt angestrahlt, die Harmonie von Bewegung vor Augen führt (wir berichteten).
Zuerst war geplant, den großen „Hüttenmann“ oberhalb des Werkes auf die Sandhalde, den Monte Schlacko, zu stellen, aber Bodenuntersuchungen ergaben, dass der Boden dort nicht stabil genug ist für das Gewicht. Also kam „Plan B“ zum Zuge: die Wand-Silhouette.
Die vorhandenen Zeichnungen wurden im 3-D-Zeichenprogramm vergrößert und auf die Bleche übertragen. In Deuz wurden Umrisse mit einem Wasserstrahl von 3500 bar aus den Blechen geschnitten, in Geisweid zusammengeschweißt, mit der Beleuchtung versehen und Ende September montiert. Jetzt leuchtet „Hüttenmann Frieder“ in Geisweid: eine alte Figur in modernem Outfit. Und zeigt: Tradition ist Verpflichtung! Verpflichtung, immer wieder neue Traditionen zu schaffen.

Autor:

Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin) aus Siegen

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