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Joë Christophe glänzte im Preisträger-Konzert des Gebrüder-Busch-Kreises
Der Klarinettist begeisterte das Publikum

Joë Christophe bedankt sich sichtlich berührt für die Auszeichnung.
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lip - Mozarts Klarinettenkonzert mit einem virtuosen Christophe und Beethovens „Eroica“: Auch Dirigent Nabil Shehata und die Philharmonie Südwestfalen musizierten mitreißend.
lip Siegen.  Fast zwei Jahre musste der Preisträger des Brüder-Busch-Preises 2019 auf das Konzert mit der Philharmonie Südwestfalen warten. Laut Statuten gewinnt dieser neben einem Preisgeld auch den Auftritt in einem Konzert. Am Donnerstagabend war es endlich soweit. Der Vorsitzende des Gebrüder-Busch-Kreises, Olaf Kemper, begrüßte die Zuhörer im vollbesetzten...

lip - Mozarts Klarinettenkonzert mit einem virtuosen Christophe und Beethovens „Eroica“: Auch Dirigent Nabil Shehata und die Philharmonie Südwestfalen musizierten mitreißend.
lip Siegen.  Fast zwei Jahre musste der Preisträger des Brüder-Busch-Preises 2019 auf das Konzert mit der Philharmonie Südwestfalen warten. Laut Statuten gewinnt dieser neben einem Preisgeld auch den Auftritt in einem Konzert. Am Donnerstagabend war es endlich soweit. Der Vorsitzende des Gebrüder-Busch-Kreises, Olaf Kemper, begrüßte die Zuhörer im vollbesetzten Gläsersaal und dankte allen Mitorganisatoren, die das Konzert ermöglicht haben, besonders aber dem „charmanten jungen Mann“, dem Klarinettisten und Preisträger des ARD-Wettbewerbs München 2019, Joë Christophe (er gewann auch viele andere Preise, wie die SZ berichtete), der sich bereits im Goldenen Buch der Stadt Hilchenbach eingetragen hat.

Christophe schlägt alle in seinen Bann

Der satte, softe Geigenklang ließ im Vorspiel des Klarinettenkonzerts A-Dur, KV 622 bereits aufhorchen. Lag es am resonanztragenden Holzfußboden oder der lockeren, Corona-gemäßen Bestuhlung des Gläsersaales? Jedenfalls hat man das Orchester selten so gehört, wobei die beiden Hornstimmen fast zu laut ertönten.
Und dann schlug die Klarinette alle in den Bann. Ob in mühelos eleganten Arpeggien und Läufen, im Eintauchen in samten-dunkle Tiefen oder im zartesten Verhauchen in subtilsten Höhen: Der erste Satz „Allegro“ zeigte bereits Joë Christophes verzaubernde, hochvirtuose Klangkunst. Nabil Shehata, der übrigens ebenfalls Preisträger im ARD-Wettbewerb war, ließ das Orchester in perfekter Artikulation und dynamischer Flexibilität alle Höhen und Tiefen mitgestalten und ausmalen.
Der liedhaft schlichte zweite Satz entfaltete geradezu magische Wirkung mit seinen himmlisch schönen, atemlangen Kantilenen. So einfach und so ergreifend! Tänzerisch fröhlich, übermütig und spritzig kam das melodienreiche Rondo daher. Mozart hat mit diesem kurz vor seinem Tode entstandenen, dem damals berühmten Anton Stadler gewidmeten Konzert ein Juwel ohnegleichen geschaffen! Jubel, schier endloser Applaus dankte dem fantastischen Klarinettisten, dem Orchester und seinem tollen Dirigenten.

Busch-Preis übergeben

Die Verleihung des 40. Brüder-Busch-Preises begann mit der Laudatio der Klarinettistin Elke Aufschläger, die im Auftrag des Kuratoriums aus den sieben Klarinettisten beim ARD-Wettbewerb Joë Christophe als Preisträger auswählte. Landrat Andreas Müller überreichte beglückwünschend die Urkunde und das Geschenk. Der Klarinettist bedankte sich mit einer alle Facetten seines Könnens streifenden Komposition von Béla Kovàcs für Soloklarinette, die er mit etlichen eigenen Improvisationen würzte. Nochmal Riesenbeifall!

Beethovens "Eroica" geht unter die Haut

Die Sinfonie Nr. 3 in Es-Dur, op. 55 von Ludwig van Beethoven, als „Eroica“ bekannt, im Konzert zu erleben, ist ein wundervolles Geschenk nach so einer langen Konzertpause. Übrigens auch für die Musiker. Bekanntermaßen war Beethoven über Napoleons Kaiserkrönung so verärgert, dass er die Heroen-Widmung zurücknahm.
Der grandiose, lange erste Satz wurde vom Orchester stark akzentuiert, fast ruppig, mit sehr lauten Blechbläsern, dann wieder in idyllischen Holzbläserepisoden und mit flexibel begleitenden Paukenschlägen dargeboten. Unter die Haut gehend war der zweite Satz „Marcia funebre“, ein zwischen Trauer und Trost changierendes Meisterwerk. Rasanter, pochend huschender Beginn, Entfesselung wilder, synkopischer Raserei, dreimalige Jagdhorneinwürfe im dritten Satz, gefolgt von den grandios variationsreichen Melodieeinfällen des letzten Satzes.
Die Zuhörer dankten mit rhythmischem, langem Klatschen, das auch den Solospielern (Oboe, Flöte, Klarinette, Fagott, Hörner und Pauke) galt. Ein wirklich wunderbarer Abend!

Der Busch-Preis

Die feierliche Überreichung der Urkunde für den 40. Busch-Brüder-Preis wurde mit einer Laudatio von Elke Aufschläger eröffnet. Sie ist zum ARD-Wettbewerb entsandt worden, um den Preisträger des Jahres 2019 zu ermitteln: Elke Aufschläger war bis vor vier Jahren Mitglied des Orchesters und ist mittlerweile als freie Klarinettistin sowie als Musiktherapeutin im Chiemgau tätig. Sie beschrieb die Begegnung mit dem musizierenden Joë Christophe als „magischen Moment“, als tiefes
Eintauchen in eine Einheit von Musik, Mensch und Raum. Landrat Andreas Müller verlas den Text der Urkunde, die dem Preisgeld von 4000 Euro und dem Konzertauftritt beigefügt ist und beglückwünschte den sympathischen Preisträger ganz herzlich. Dieser antwortete (auf Englisch), dass er sich
sehr geehrt fühle und sich besonders über die Begeisterung der Zuhörer freue.  
Isabel Lippitz

Autor:

Redaktion Kultur

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