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Linda Zervakis: Suche nach den eigenen Wurzeln
Der Mutter ein Denkmal gesetzt

Linda Zervakis hat ihr zweites Buch ihrer Mutter Chrissi gewidmet.

la Hamburg. Sie lebt den Traum ihrer Mutter Chrissi, die als griechische Gastarbeiterin in eine Fahrradfabrik nach Hamburg-Quakenbrück kam. Und für die die Speicherstadt zur neuen Heimat wurde. Abseits von Glanz und Glamour. Mit ihrem Mann führte sie später in Hamburg-Harburg einen Kiosk, zog die Kinder groß und arbeitete bis zu 15 Stunden am Tag. So wurde Hamburg zur Heimat von Linda Zervakis. Seit 2013 führt die ARD-Moderatorin nun schon durch die 20-Uhr-Ausgabe der „Tagesschau“, und der Weg dorthin war für sie nicht leicht.
Zervakis im Interview mit der Siegener Zeitung„Da gibt es durchaus Parallelen zum Lebensweg meiner Mutter“, sagt Linda Zervakis im Exklusiv-Interview mit der Siegener Zeitung. „Ich war ein Spätzünder.

la Hamburg. Sie lebt den Traum ihrer Mutter Chrissi, die als griechische Gastarbeiterin in eine Fahrradfabrik nach Hamburg-Quakenbrück kam. Und für die die Speicherstadt zur neuen Heimat wurde. Abseits von Glanz und Glamour. Mit ihrem Mann führte sie später in Hamburg-Harburg einen Kiosk, zog die Kinder groß und arbeitete bis zu 15 Stunden am Tag. So wurde Hamburg zur Heimat von Linda Zervakis. Seit 2013 führt die ARD-Moderatorin nun schon durch die 20-Uhr-Ausgabe der „Tagesschau“, und der Weg dorthin war für sie nicht leicht.

Zervakis im Interview mit der Siegener Zeitung

„Da gibt es durchaus Parallelen zum Lebensweg meiner Mutter“, sagt Linda Zervakis im Exklusiv-Interview mit der Siegener Zeitung. „Ich war ein Spätzünder. Doch ich wusste, ich wollte nicht den Rest meines Lebens im Kiosk arbeiten, sondern vor der Kamera, um aus meiner Welt zu fliehen.“
Die junge Chrissi wäre gerne Schauspielerin geworden, aber ihr Vater Kostas verwehrte ihr das Studium in Thessaloniki und auch den Besuch einer weiterführenden Schule. „Das“, so Linda Zervakis, „war ihrem Bruder vorbehalten. Wer weiß, welches Leben sie jetzt führen würde, wenn die familiären Einschränkungen und Verbote nicht gewesen wären.“Es waren keine rosigen Zeiten, die die Familie Zervakis in Hamburg erlebte. „Es macht einen heute schon sehr traurig, wenn man sieht, welch hartes Leben meine Mutter (ihr Mann starb, als Linda 14 Jahre alt war) geführt hat.“ Auf der anderen Seite ist Chrissi Zervakis stolz darauf, dass sie ihren drei Kindern alle Möglichkeiten und Freiheiten gegeben hat, die sie nie gehabt hat. „Und deshalb bewundere ich sie umso mehr.“

„Etsikietsi – Auf der Suche nach meinen Wurzeln“

Die Powerfrau Linda Zervakis widmet ihrer Mutter Chrissi ihr zweites Buch, „Etsikietsi – Auf der Suche nach meinen Wurzeln“. Das Buch, gleich nach Erscheinen ein Bestseller mit Notierungen auf den vorderen Plätzen der Buchcharts, basiert auf den Notizen ihrer Mutter. Und mit ihr ging sie auf eine Reise in die Vergangenheit. „Mit dem Buch“, sagt Linda Zervakis, „setzte ich ihr ein Denkmal, und es erfreut mich natürlich, dass es so viele interessiert und eine mediale Aufmerksamkeit bekam. Da kneife ich mich schon mal selbst!“ Die Suche nach den eigenen Wurzeln hält die Moderatorin und Autorin („Königin der Bunten Tüte – Geschichten aus dem Kiosk“) für entscheidend. „Dann weiß man, woher man kommt, kann vielleicht die eine oder andere Eigenart an sich selbst feststellen, kann Charakter- und Wesenszüge besser einordnen. Ich kann diese Suche nach den eigenen Wurzeln nur jedem Menschen empfehlen.“ Mit ihrer Mutter besuchte sie Griechenland und jene Stationen, die Chrissi Zervakis in ihrem Notizbuch festgehalten hatte. „Als sie mir das Notizbuch damals zeigte“, sagt Linda Zervakis, „da kam mir die Idee, diese Mutter-Tochter-Geschichte zu erzählen, und ich habe erkannt, wie viele Parallelen es zwischen uns gibt.“ Ihr Verhältnis, schon immer sehr eng, vertiefte sich noch. „Sie ist“, sagt die ARD-„Tagesschau“-Sprecherin, „meine Heldin.“ Auf der gemeinsamen Reise lernte sie das reale griechische Leben mit allen Schatten-, aber auch mit allen positiven Seiten kennen. Griechenland pur.

Zervakis: "Ich kann nicht kochen"

Wird es ein drittes Buch geben? „Ich weiß es nicht. An diesem habe ich fast zwei Jahre gearbeitet. Es ist nicht so ganz leicht, Schichtdienst, Haushalt und Kinder unter einen Hut zu bekommen und dann noch zu schreiben. Vielleicht wird es ein Kochbuch. Ich kann nämlich gar nicht kochen, aber vielleicht lerne ich es dann“, sagt die Moderatorin und lacht.

Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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