„Kunstraum Siegen“ zeigt Gruppenausstellung im Haus Seel
Die Arbeit mit der Kunst

Zur Ausstellung „dazwischen ist shining“ im Hause Seel laden die beteiligten Mitglieder der Gruppe „Kunstraum Siegen“.
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  • Zur Ausstellung „dazwischen ist shining“ im Hause Seel laden die beteiligten Mitglieder der Gruppe „Kunstraum Siegen“.
  • Foto: Peter Barden
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

pebe Siegen. Kann Dialog Räume füllen? Er kann! Das zeigt die Ausstellung „dazwischen ist shining“ der Gruppe „Kunstraum Siegen – Atelier für Kunst und Fragen“, die an diesem Donnerstag um 19 Uhr in Haus Seel eröffnet wird. Der Siegener Künstler Ulrich Langenbach, Begleiter der Geisweider Ateliergemeinschaft, die seit nunmehr rund elf Jahren miteinander arbeitet, wird in die Ausstellung einführen.

Freundschaftliches Symposium des Denkens und Auslotens

Acht der elf Ausstellenden sorgen im Untergeschoss für ein Dauergespräch: Nach einem Konzept von Hartmut Traut haben sie zwischen den Pfeilern einen dreieckigen „Raum im Raum“ kreiert: Abgegrenzt mit vielen Kordel-Metern und abgehängt mit Packpapier, wird er zum zeitweiligen, beinahe intimen Kabinett für eine erstaunliche Menge teilweise kleiner Arbeiten auf Papier, die die acht dort auf- und ausgehängt haben – ein Gespräch für sich. Wer „hinhört“, dem eröffnen sich zunächst verwirrende, dann aber faszinierende künstlerische Arbeitsprozesse und ein freundschaftliches Symposium des Denkens und Auslotens.

Unterschiedliche Aussagen und Kunstformen

Rings um das temporäre Dialog-Polygon sowie im Obergeschoss präsentieren die Künstler ihre Arbeiten, ganz unterschiedlich in ihren Aussagen und angewandten Kunstformen, verbunden aber durch einen weiten Denk-Raum.
Barbara Weiß ist u. a. mit zwei Installationen vertreten: Eine Video-Audio-Arbeit führe als Prozess eine Film- und eine Tonspur zusammen, sagt sie. Ein geöffnetes Zelt gibt daneben den Blick frei auf – Wesentliches für Leben und Denken? Flüchtiges, das festgehalten wird?

Kunst zu schaffen "befreit" und macht "glücklich"

Mrika Sylejmani-Tahirej, vor zwölf Jahren aus dem Kosovo nach Deutschland gekommen, zeigt eine berührende Installation mit einfachen Filzhüten aus ihrer Heimat und farbige Blätter, auf die auf Albanisch Stichwörter wie Mut, Leiden oder Freiheitsdrang geschrieben wurden. Sie wolle so an die Leidensgeschichte ihres Volkes und die Zeit erinnern, als ihre Landsleute nicht frei sein konnten, erklärt sie. Im Obergeschoss zeigt sie großflächige Acrylbilder mit starker zeichnerischer Bewegung. Ingrid Hamel-Weber zeigt kleinformatige Bilder und Objekte, in denen das Rosa eine dominante Stellung hat – für sie „die stärkste Farbe in allen Nuancen“. Auch Spielerisches ist dabei: Ein Vorhang, der Schrift und Gedanken aufdeckt, lädt subtil zum Dialog über Sichtbarkeit ein …
Helga Hoffmann spielt in ihren teils sehr grafisch anmutenden Collagen und Zeichnungen mit der Möglichkeit vielfältiger Assoziationen. Dabei tastet sie sich bewusst an die Subjektivität der Betrachtenden heran, wie sie bestätigt.
Eine Etage höher nehmen großformatige Arbeiten gefangen. Stefan Krusch präsentiert kraftvolle Acryl-Öl-Mischtechnikarbeiten, die meist den Alltag, mal „banal“, mal existenziell, zum Thema haben – „das befreit mich“, sagt er selbst. Petra Gerlach verblüfft mit „leichten“ Arbeiten auf Leinen und beschichtetem Papier, auf denen mal der Farbgestus der Vorderseite, mal auch der Trocknungsprozess auf der Rückseite zur Bildaussage wird. Ihr „unterschwelliges Thema“: der Zellenaufbau der Natur, merkt sie an.
Leuchtende Farben, vielschichtig bearbeitet, in guter Zeit am Lago Maggiore entstanden, dominieren auf den Bildern von Larissa Hornen. Sie geht damit Transparenz und Räumlichkeit nach. Ebenso leuchtend-freundlich, dabei mit Gegenständlichkeit arbeitend, zeigen sich die Arbeiten von Renate Moritz. „Malen bringt mich mit etwas in mir in Kontakt, das mich zufrieden und glücklich macht“, beschreibt sie das Existenzielle ihres Arbeitsprozesses.
Nina Evers, bei der Vorstellung nicht zugegen, zeigt konzentrierte Arbeiten in einer Spannung zwischen Malerei und dem Übergang zu grafischem Ausdruck. Und Marlies Forneberg fordert mit ihren „Strukturbildern“ aus Graphitkreiden in Erdtönen zu einem sehr meditativ-konzentrierten Betrachten heraus – eine erstaunliche Weise, die Formungsdynamiken zum Bildgegenstand zu machen.

Kunstraum Siegen, „dazwischen ist shining“.
22. August bis 15. September,
Siegen, Kornmarkt 20, Galerie Haus Seel,
Dienstag bis Samstag: 14 bis 18 Uhr,
Sonntag: 11 bis 13 und 14 bis 18 Uhr.
Am 12. September, 19 Uhr, Filmvorführung
„Vivian’s Garden“ über Vivian Suter.

Zur Ausstellung „dazwischen ist shining“ im Hause Seel laden die beteiligten Mitglieder der Gruppe „Kunstraum Siegen“.
Zur Ausstellung „dazwischen ist shining“ im Haus Seel laden die beteiligten Mitglieder der Gruppe „Kunstraum Siegen“.
Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

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